Hallo zurück zur Rubrik: Podcas Recap. Dieses Jahr startet die Reihe neu und frisch mit einem neuen Beitragsbild! 👽
Die erste Woche im neuen Jahr ist relativ überschaubar mit nur zwei Episoden gestartet. Ab der nächsten Woche starte ich dann wieder richtig in mein Podcast Programm.
Mich überwältigt jedesmal aufs neue, dass es heutzutage wirklich Podcasts zu wirklich allen Themen gibt, die man sich vorstellen kann. Diese Woche habe ich zwei bewährte und geliebte Podcasts gehört, aber ich nehme euch mit wenn ich neue spannende Projekte entdecke.
Habt ihr einen Podcast-Tipp der Woche?
KW01 – 29.12.2025-04.01.2026 – Gehörte Episoden
Das Universum: DU143 – Auf der Suche nach den Planeten anderer Galaxien
In den vergangenen Monaten habe ich gemerkt, wie sehr mich die politische Lage in Deutschland und weltweit ermüdet. Die Fülle an Krisen, Konflikten und permanenten Zuspitzungen wirkte nicht mehr anregend, sondern überfordernd. Statt Orientierung zu geben, erzeugten viele Nachrichten vor allem ein Gefühl von Ohnmacht. Als Konsequenz habe ich mich – bewusst und unbewusst zugleich – weitgehend aus dem aktuellen Nachrichtengeschehen zurückgezogen. Und das seit Monaten.
Dieser Rückzug war kein Ausdruck von Gleichgültigkeit, sondern ein notwendiger Schutz. Das permanente Einprasseln negativer Nachrichten erzeugte ein Gefühl von tiefem Pessimismus und Fatalismus, das spürbar auf mein tägliches Fühlen und Handeln übergriff. Die Auseinandersetzung mit der politischen Lage im In- und Ausland war für mich lange von der Überzeugung geprägt, dass Wissen grundsätzlich stärkt und zu besseren Entscheidungen befähigt. Dieses Gefühl jedoch ist gekippt: Aus informierter Handlungsfähigkeit wurde Ohnmacht, aus Orientierung ein Verlust an Selbstbestimmtheit.
Gleichzeitig ist mir klar geworden, dass vollständige Abkehr keine Lösung sein kann. Politische Entwicklungen verschwinden nicht, nur weil man sie nicht verfolgt. Verantwortung, Interesse und gesellschaftliche Teilhabe lassen sich nicht dauerhaft ausblenden. Demokratie erhalten und ausbauen geschieht nicht durch die Abkehr von Information. Der Wunsch, wieder informierter zu sein, ist daher zurückgekehrt – vorsichtig und bewusst.
Ich möchte mich der aktuellen Lage erneut annähern, jedoch unter anderen Vorzeichen als zuvor. Weniger hektischer Nachrichtenkonsum, weniger permanentes „Breaking News“-Gefühl, dafür mehr Einordnung, Kontext und Analyse. Formate, die erklären statt zu empören, die Zusammenhänge herstellen und Widersprüche aushalten.
In diesem Zusammenhang habe ich mir vorgenommen, wieder regelmäßig den Podcast „Lage der Nation“ zu hören – auch rückblickend, um Entwicklungen nachzuvollziehen und besser einzuordnen. Darüber hinaus möchte ich neue Medien und Formate ausprobieren, die sich Zeit nehmen für Recherche und Differenzierung, sei es in Podcastform oder in längeren journalistischen Texten.
Für meinen Bücherblog bedeutet das keine thematische Abkehr, sondern eher eine Erweiterung. Literatur und Politik stehen für mich nicht im Widerspruch. Im Gegenteil: Viele Bücher helfen dabei, gesellschaftliche Prozesse, Machtstrukturen und menschliche Reaktionen besser zu verstehen. Die erneute Hinwendung zu politischen Themen soll daher nicht laut oder tagesaktuell sein, sondern reflektiert und eingebettet in das, was mich ohnehin begleitet: das Lesen, Nachdenken und Ordnen von Gedanken.
Neben den Genres, die meinen Blog bisher prägen, möchte ich mich künftig auch stärker mit politischen Büchern beschäftigen – als ruhige, vertiefende Ergänzung zum tagesaktuellen Nachrichtengeschehen.
Podcast: Die Lage der Nation
Aktuell ist mein Podcatcher noch gut gefüllt mit Podcastfolgen aus der Lage der Nation, die ich nachhören muss. Da wären die Sommerfolgen LdN440-443. Die Sommerfolgen bestehen jeweils aus spannenden Interviews. Wie Beispielsweise Folge 443 in der Philip Banse und Ulf Buermeyer mit der Agrarwissenschaftlerin Christine Chemnitz über die Landwirtschaft in Deutschland sprechen.
neben den Sommerfolgen warten noch die regulären Folgen LdN446 bis 461 darauf von mir gehört zu werden. Gerae bin ich bei Folge 446 aus Mitte September und unter anderen den Themen Charlie Kirk und Trumps Weg in die Autokratie.
Politische Bücher
Eine kleine Zusammenstellung von Büchern die ich potenziell zu Lesen in Erwägung ziehe.
In meiner Rezension zu Nachbarskind von Anita Waller erzähle ich euch, warum mich der Auftakt rund um Jeanette Gregson packen konnte, die Geschichte mit Martha aber für mich zunehmend an Glaubwürdigkeit verlor.
Inhalt
Ein Blick durchs Schlüsselloch – in ein Haus, in dem nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Dunkel, intensiv und fesselnd: Der nervenaufreibende Psychothriller von Bestsellerautorin Anita Waller.
Janette Gregson hat sich in die einsame Sicherheit ihres Hauses zurückgezogen. Als sie einem unerwarteten Besucher die Tür öffnet, stürzt ihre Welt brutal in sich zusammen. Monate später bringt sie ein Kind zur Welt. Im Keller, ganz allein – das Erbe eines Verbrechens, das nie ans Licht kommen darf. Janette wird zur Gefangenen ihrer Vergangenheit und ihrer eigenen Ängste. Doch was passiert, wenn das Kind zum Mittelpunkt eines neuen, verstörenden Spiels wird? Denn irgendwann kommt jedes Geheimnis ans Licht … Quelle: Digital Publishers
Meine Meinung
Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die wiederum „Bücher“ genannt werden. Der erste Teil, der sich mit Jeanette Gregson beschäftigt, hat mir mit Abstand am besten gefallen. Jeanette ist eine absolute Einsiedlerin, deren Leben von schweren Traumata und psychischen Auffälligkeiten geprägt ist. Sie hat sich eine eigene Welt geschaffen in der sie, geformt von einer schwierigen Kindheit, zurecht kommt. Sie betreibt eine Hundepension und es wird schnell klar, dass sie für die Hunde in ihrer Obhut wesentlich mehr Zuneigung und Verbindung empfindet als für Menschen im Allgemeinen. Ihr einziger Freund ist ihr Hund. Aus ihrer Perspektive zu lesen war für mich etwas Neues und Spannendes – gerade weil vieles in ihrem Verhalten zwanghaft und auf den ersten Blick wenig nachvollziehbar erscheint. Das hat den Abschnitt für mich intensiv, beklemmend und auf eine verstörende Weise faszinierend gemacht.
Mit dem Auftreten des Kindes Martha verlagert sich der Fokus – und damit verlor das Buch für mich an Stärke. Anfangs fand ich es noch interessant, Marthas Entwicklung zu begleiten. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger nachvollziehbar wurde ihr Verhalten. Ihre Gemütszustände schwanken ständig: mal von dem schwer traumatisiert und gestörten Mädchen, der die Welt fremd ist. Mal zu einem fast normal wirkenden Mädchen, das freundlich und ausgeglichen ist und dazu hochbegabt. Später folgt ein plötzlicher Bruch in der Geschichte bei dem sie fast „böse“ erscheint. Dieser Bruch war aus Storytelling Sicht fast zwangsläufig notwendig und voraussehbar. Auf der anderen Seite wurde er fast wieder zurückgenommen oder negiert in dem Martha wieder in die Rolle der freundlichen und netten Adoptivschwester zurückfällt. Es ist nicht eindeutig, ob sie all ihr Verhalten spielt als Mittel zum Zweck, oder sie eine psychisch traumatisierte, zwiespältige Figur darstellen soll. Diese Inkonsequenz hat mir den roten Faden genommen und ließ die Figuren unausgereift wirken.
Auch der Ausgang der Geschichte konnte mich nicht so recht überzeugen. Die Entwicklungen und Verbindungen, die zu dem Ende des Buches geführt haben – welches ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte – waren für mich nicht derart ausgeprägt um das Ende zu erklären. Vieles wirkte zu konstruiert und unglaubwürdig. Die Emotionen blieben – vor allem ab dem zweiten Teil – für mich oft blass und nicht nachvollziehbar. Ich denke, die Geschichte hätte davon profitiert, wenn sich die Autorin stärker auf eine der beiden Figuren und deren Erzählstrang konzentriert hätte.
Einige Elemente fand ich allerdings durchaus gelungen. Die Idee mit den Tagebüchern in Bilderform war ein originelles Detail. Auch die thematischen Schwerpunkte – Familiendrama, Adoption, psychologische Folgen von Traumata, die Arbeit von Sozialarbeitern und Psychologen sowie die Frage, wie nah man Menschen wirklich kommt – hatten Potenzial. Das Buch lebt von der Idee „Man kann Menschen nur vor den Kopf schauen“, niemand weiß mit Gewissheit was sich hinter der Fassade abspielt und niemand weiß welche Schicksale sich hinter verschlossener Tür zutragen. Leider wurde dieses nicht konsequent genutzt. Die Chemie zwischen Martha und ihrer Adoptivschwester wirkte für mich sehr merkwürdig und hat stark geschwankt.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Buches, das sehr stark beginnt, dann aber an Stringenz und Glaubwürdigkeit verliert. Die Botschaft „Man kann Menschen nur vor den Kopf schauen“ ist wichtig und treffend, doch die Umsetzung konnte mich nicht durchgehend überzeugen.
Fazit
Ein Psychothriller mit intensivem und interessantem Start und spannender Grundidee, der aber je weiter die Geschichte voranschreitet immer konstruierter wirkt und seine Figuren nicht stringent entwickelt.
Buchdetails
„Nachbarskind“ von Anita Waller dp audiobooks – 17.07.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗) Hörbuch – 09:06h – ab 4,95 €
Diese Woche habe ich richtig aufgeräumt in meinem Podcatcher – Es wurde Zeit, denn bei 170 Folgen in der Playlist habe ich langsam die Übersicht verloren. Alte Folgen wurden gelöscht, neue Formate ausprobiert und meine Lieblinge nachgeholt. Hier ein kleiner Überblick:
🎬 Highlight: Grizzly Man – Zauberlaterne Was für ein Trip! Die Folge zur Doku „Grizzly Man“ war gleichermaßen schräg und faszinierend. Timothy Treadwell, der Bärenflüsterer mit Todessehnsucht – und Werner Herzog als ruhiger Chronist des Wahnsinns. Wie gar nicht anders von Simon und Sebastian erwartet war es wiedermal eine grandiose Filmanalyse. Insbesondere finde ich es immer sehr spannend etwas über die Hintergründe der Personen (Regisseur und co.) zu erfahren und die Umstände der Filmproduktion.
⚓ Neu entdeckt: Der Büchermacher – Seefahrt-Special Nachdem ich „Das Totenschiff“ von B. Traven gelesen habe, bin ich in ein Rabbit Hole gefallen, wie man so schön sagt. Erst hat mich die Geschichte um den Autor B. Traven gefesselt, dessen Identität nicht geklärt ist. Dann wollte ich weitere Stimmen zum Buch hören und bin bei der Suche auf den Podcast „Der Büchermacher“ und die Doppelfolge zum Thema Seefahrt gestoßen. Sehr interessant!
🖖 Wiederentdeckt: Discovery Panel – Strange New Worlds Ich brauche unbedingt wieder mehr Star Trek in meinem Leben! Die Besprechung der ersten Folge von Strange New Worlds hat sofort wieder das alte Gefühl geweckt: Forscherdrang und Abenteuerlust. Eine gelungene Besprechung, die nächsten Episoden folgen auf den Fuß! 🙂
Natürlich waren auch Alliteration, dasUniversum, die Kackis & Minkorrekt am Start – aber diese drei Tipps haben meine Woche geprägt. 🎧✨
Das Universum: DU132 – 5 Jahre “Das Universum” und ein Blick in die Vergangenheit mit Mars und Venus DU133 – 5 Jahre “Das Universum” und ein Blick auf die Raumsonden und Teleskope der Zukunft
Kack und Sachgeschichten (Free/Premium): Schrott und die Welt: Nachbarn aus der Hölle Bioshit: Kurt Cobain Shady Business: Werbekonzepter Tobi liest #3: Die Ausreißerin Pofiling: Lucifer #295: SciFiTech – Raumschiffantriebe
Zauberlaterne: Grizzly Man (2005) The Bad News Bears (Die Bären sind los, 1976)
Der Büchermacher: Seefahrt, Folge 1 von 2 mit Elmar Dod: B. Traven „Das Totenschiff“ Seefahrt, Folge 2 von 2 mit Elmar Dod zum Buch von E. Hemingway „The Old Man and the Sea“.
Discovery panel: Episodenbesprechung: Star Trek: Strange New Worlds – “Children of the Comet” (S01E02)
Short wave: The Mystery Mollusk Roaming The Midnight Zone