Rezension: „Indigo Ridge“ von Devney Perry

Rezension: "Indigo Ridge" von Devney Perry - alienicious.de

Inhalt

Als Winslow in die Kleinstadt Quincy in Montana kommt, hat sie nur ein Ziel: Die Vergangenheit hinter sich lassen und allen beweisen, dass sie den Job als neue Polizeichefin verdient hat.
Dumm nur, dass sie gleich am ersten Abend ihren Ruf aufs Spiel setzt. Der One-Night-Stand mit Griffin Eden war ein Fehler. Ein attraktiver Fehler … Aber das ändert nichts an dem Problem. Denn die Edens haben in Quincy das Sagen und damit auch Winslows Karriere in der Hand. Daher versucht sie, die Nacht zu vergessen und sich auf ihren Job zu konzentrieren.
Doch als auf dem Grundstück der Edens eine Frau tot aufgefunden wird, können die beiden einander nicht mehr ignorieren. Und Griffin merkt, dass er Winslow unterschätzt hat. Sie ist eigenwillig, clever, und sie ist unwiderstehlich. Für Griffin – und den Killer.

Quelle: Audible/Saga Egmont

Meine Meinung

Mit Indigo Ridge startet die Edens-Reihe von Devney Perry mit einer Mischung aus Kleinstadt-Romance und Kriminalfall. Im Mittelpunkt stehen die neue Polizeichefin Winslow Covington und Griffin Eden, Mitglied der einflussreichen Eden-Familie von Quincy, Montana. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine Beziehung, während Win gleichzeitig einen Mordfall untersucht, der irgendwie mit der Familie Eden verbunden zu sein scheint.

Ich glaube, mein größtes Problem mit dem Buch war, dass es mich emotional nie so richtig gepackt hat. Die Romanze war nett zu lesen, aber auch sehr vorhersehbar und wirkte auf mich wie etwas, das ich in ähnlicher Form schon sehr oft gelesen habe: grumpy aber sehr gut aussehender Junggeselle, Kleinstadt, mächtige Familie, unabhängige Frau von außerhalb die die Strukturen aufmischt. Das funktioniert durchaus, hat mich aber einfach nicht besonders überrascht oder begeistert.

Auch der Kriminalfall war okay, aber für meinen Geschmack nicht spannend genug, um die Geschichte wirklich zu tragen. Gerade weil das Buch versucht, Romance und Spannung zu kombinieren, hätte ich mir entweder mehr Spannung oder mehr emotionale Tiefe gewünscht.

Und dann das Ende … puh. Ich weiß wirklich nicht, warum so viele Romance-Bücher das ultimative Happy End immer mit Heirat und Kindern gleichsetzen müssen. Für mich hat sich das hier eher wie ein sehr typischer Standardabschluss angefühlt als wie ein wirklich stimmiger Charakterabschluss, insbesondere was Winslow angeht. Egal wie die Charaktere sich vorher entwickelt haben, mit so einem Ende werden sie alle gleichgebügelt.

Ich verstehe, warum viele Menschen solche Bücher lieben. Quincy hat eine sehr warme, wohlige Atmosphäre, die Eden-Familie vermittelt Geborgenheit und das Buch liest sich angenehm unkompliziert. Quincy ist – trotz des Kriminalfalls – weit weg von der realen Welt und all der alltäglichen und realistischen Herausforderungen und Probleme. Wenn man genau diese Art von emotionaler Wohlfühl-Romance und Familienvision mag, dann kann Indigo Ridge sicherlich gut funktionieren. Für mich persönlich blieb am Ende aber leider nicht viel hängen außer dem Gefühl, dass mich die Geschichte einfach nicht wirklich erreicht hat.

Buchdetails:

„Indigo Ridge“ von Devney Perry – Band 1 der Edens-Reihe
Saga Egmont – 06.05.2025
Hörbuch – 10:24 Std.


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Rezension: „Extinction“ von Douglas Preston

Rezension: „Extinction“ von Douglas Preston - alienicious.de

Inhalt

Tief in den Rocky Mountains liegt das gigantische Ferienresort Erebus. Dank modernster Gentechnik können die betuchten Gäste wie vor Jahrtausenden wollige Mammuts, gewaltige Riesenhirsche und meterhohe Riesenfaultiere in ihrem natürlichen Habitat erleben.

Als ein Millionärssohn und seine Frau entführt und im Hinterland tot aufgefunden werden, gerät eine Gruppe von gewaltbereiten Öko-Terroristen in Verdacht. FBI-Agentin Frances Cash und Sheriff James Colcord sollen den Fall schleunigst aufklären. Doch dann häufen sich die Morde, und der 400 Quadratkilometer umfassende Ferienort muss evakuiert werden.
Inmitten der prähistorischen Flora und Fauna werden Cash und Colcord mit etwas Bösem konfrontiert, dem es nicht ums Neubeleben, sondern ums Auslöschen geht …

Quelle: Argon Hörbuch Verlag

Meine Meinung

Mit Extinction greift Douglas Preston – diesmal solo unterwegs – mal wieder ein Thema auf, das perfekt zu ihm passt: Wissenschaft, Kontrollverlust und ein Szenario, das komplett eskaliert, sobald Menschen glauben, sie hätten die Natur im Griff. Der Autor ist vor allem durch seine Thriller – in Zusammenarbeit mit Lincoln Child – rund um FBI-Agent Aloysius Pendergast bekannt, aber auch Bücher wie Mount Dragon, Relic oder Old Bones zeigen genau diese Mischung aus Hightech, Forschung, Isolation und latentem Wahnsinn, die auch Extinction prägt.

Figuren aus anderen Romanen tauchen hier meines Wissens nach nicht direkt auf. Extinction funktioniert eher als eigenständiger Techno-Thriller und steht damit näher bei Büchern wie Mount Dragon als bei der Pendergast-Reihe. Man merkt aber trotzdem sofort, von wem das Buch ist. Diese typische Preston/Child-DNA steckt überall drin: abgelegene Orte, wissenschaftliche Grenzbereiche, Menschen mit zu viel Geld und zu wenig moralischer Bremse und natürlich eine Situation, die völlig außer Kontrolle gerät.

Die Jurassic Park Idee

Die Grundidee erinnert natürlich sofort an Jurassic Park. Das liegt auch komplett auf der Hand. Ein abgeschottetes Luxusresort, ausgestorbene Tiere, Gentechnik, zahlungskräftige Besucher und die große Frage, ob Menschen Dinge wiederbeleben sollten, nur weil sie es können. Der Vergleich ist aber gerade deshalb interessant, weil zwischen beiden Büchern über 30 Jahre liegen. Michael Crichtons Jurassic Park erschien 1990, also in einer Zeit, in der Gentechnik für viele noch fast futuristisch wirkte. Klonen und DNA-Manipulation hatten etwas Spekulatives, beinahe Science-Fiction-artiges.

Extinction erscheint dagegen in einer Zeit, in der Themen wie CRISPR, Genmanipulation und „De-Extinction“ längst reale Debatten sind. Die Diskussion wirkt dadurch deutlich näher an unserer Gegenwart. Während Jurassic Park noch stark von der Faszination über die technische Möglichkeit lebt, schwingt bei Extinction viel stärker diese moderne Tech-Bro-Mentalität mit: reiche Investoren, Erlebnisindustrie, Luxus für Superreiche und die völlige Selbstverständlichkeit, dass Wissenschaft kommerzialisiert wird. Das Buch fühlt sich dadurch weniger wie ferne Zukunft an und eher wie eine leicht überdrehte Version unserer Gegenwart.

Erwartungen

Und ja, die Geschichte ist schon ziemlich wild. Aber genau das erwarte ich mittlerweile auch von Prestons Büchern. Die Bücher waren selten subtil. Sie werfen oft mehrere Konflikte gleichzeitig in einen Topf: Wissenschaftsethik, Kapitalismus, Naturgewalt, Sicherheitswahn, menschliche Hybris und dann natürlich noch die Thriller-Ebene mit Ermittlungen, Toten und Eskalation. Das muss man mögen. Ich mag genau dieses Überzeichnete eigentlich ganz gern, solange es spannend bleibt — und das schafft Extinction ziemlich gut.

Die Protagonistin

Frances Cash mochte ich als Hauptfigur wirklich gern. Sie wirkt kompetent, direkt und angenehm bodenständig. Gerade weil um sie herum vieles immer absurder wird, funktioniert sie gut als Gegenpol. Immer wieder überraschen mich die weiblichen Protagonistinnen in Prestons (und Childs) Büchern positiv. Frances Cash hat genug Eigenständigkeit, dass sie nicht nur „die Ermittlerin“ bleibt. Die Dynamik mit Sheriff James Colcord funktioniert ebenfalls gut, ohne ständig in irgendwelche unnötigen Klischees abzurutschen.

Reread

Ich habe das Buch jetzt als Reread gelesen und musste dabei feststellen, dass erstaunlich wenig hängen geblieben war. Aber ehrlicherweise liegt das bei mir mittlerweile auch einfach an der Menge an Büchern, die ich lese. Beim erneuten Lesen kam vieles wieder zurück und ich hatte trotzdem Spaß daran. Das spricht für mich eigentlich eher dafür, dass das Buch zwar kein absoluter Meilenstein ist, aber genau das liefert, was ich von Prestons Büchern haben will: hohes Tempo, wissenschaftlicher Wahnsinn, eskalierende Situationen und ein Setting, das komplett außer Kontrolle gerät.

Fazit

Am Ende ist Extinction für mich kein Buch, das das Genre neu erfindet. Es versucht das aber auch gar nicht. Es steht ziemlich klar in der Tradition von Techno-Thrillern wie Jurassic Park, nur mit moderneren Debatten und einem deutlich aktuelleren Blick auf Wissenschaft, Kapital und Entertainment. Wer Preston und Child mag, bekommt hier eigentlich genau das, was man erwartet — und in meinem Fall ist das absolut positiv gemeint.

Buchdetails:

„Extinction. Wenn das Böse erwacht“ von Douglas Preston
Argon Hörbuch – 02.04.2024 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 11:11 Std.


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Podcast Recap – KW30-2026

Hallöchen zum neuen Podcast Recap!

Diese Woche habe ich viel zu sagen!

Schlafende Mädchen

Bei Hoaxilla ist mir vor allem die Geschichte vom schlafenden Mädchen von Turville im Kopf geblieben. Selbst wenn man sich die Hintergründe der Geschichte ausdenkt, bleiben für mich so viele ganz praktische Fragen offen: Wie soll das jahrelang ohne Ausscheidungen funktioniert haben? Und was ist mit Druckstellen? Wenn jemand wirklich jahrelang in derselben Position liegen würde, müsste der Körper doch schwerste Verletzungen davontragen. Eine Folge, bei der ich die ganze Zeit ungläubig zugehört habe. Eine sehr seltsame Geschichte! Ging es um Bereicherung?

Ermordung von Galaxien

Außerdem habe ich endlich wieder Das Universum aufgegriffen. Den Podcast habe ich sträflich vernachlässigt – bestimmt ein halbes Jahr oder länger. Jetzt wird aufgeholt! Für mich ist er der perfekte Begleiter vor dem Einschlafen, weil sich die Themen eben nicht ständig um Mord und Totschlag drehen. Auch wenn Die Ermordung von Pablos Galaxie zunächst etwas anderes vermuten lässt. 😀 Ich hatte die beiden Hosts wirklich vermisst.

Bestattung

Bei Verbrechen von Nebenan hatte Philipp Fleiter einen ganz besonderen Gast: Luis Bauer, den viele vermutlich von Instagram oder TikTok kennen. Als Bestatter gibt er dort Einblicke in seinen Beruf und genau das hat er auch im Podcast getan. Ich fand ihn unglaublich sympathisch und seine Erklärungen rund um Bestattungen haben dem sehr bedrückenden Fall noch einmal eine ganz eigene Perspektive gegeben.

Mütter Marathon und Gehacktes

Und zuletzt war – wie fast immer – auch Plot House mit gleich zwei skurrilen Geschichten dabei. Bei „Der Mütter-Marathon des Millionärs“ war ich mir anfangs sicher, dass es entweder um Elon Musk oder um den Fruchtbarkeitsarzt gehen würde, der heimlich seinen eigenen Samen verwendet und so Hunderte Kinder gezeugt hat. Weit gefehlt. Die tatsächliche Geschichte war noch absurder und gleichzeitig ziemlich verstörend: ein Millionär, der buchstäblich einen Wettkampf um die meisten Kinder einer Frau in einem Jahrzehnt veranstaltete.

Die zweite Folge „Am Mittwoch gibt’s Gehacktes“ hat mich dann wieder komplett an der Menschheit zweifeln lassen. Gemeinsam mit Timur erzählt Lottie die Geschichte vom Verschwinden Hannies und ihrem exzentrischen Ehemann Richard Klinkhamer, der unter dem Deckmäntelchen der Kunst die Wahrheit offenbar schon längst preisgegeben hatte. Einer dieser Fälle, bei denen man am Ende nur fassungslos zurückbleibt.

KW30 – 20.07.2026-26.07.2026 – Gehörte Episoden

Hoaxilla:
Hoaxilla #382 – Das schlafende Mädchen von Turville 
Hoaxilla #384 – WitchTok

Alliteration am Arsch:
AAA392 – „Exquisite Echokammern“

Plot House:
#51 – Am Mittwoch gibt’s Gehacktes (mit Timur)
#52 Der Mütter-Marathon des Millionärs

Das Universum:
DU150 – Die Ermordung von Pablos Galaxie und Schwarze Löcher im äußeren Sonnensystem
DU151 – Die Zerstörung von Welten und die Entstehung der Saturnringe
DU152 – Ein Blob aus dunkler Materie im Herz der Milchstrasse

Methodisch Inkorrekt:
Mi396 – „Bezos Budget Variante“ 
Mi399 – „Schrödingers Kindergarten“ 

Verbrechen von Nebenan:
#179 Totenruhe

Podcast Recap 2026
alienicious.de

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Rezension: „Too late“ von Colleen Hoover

Rezension: "Too late" von Colleen Hoover - alienicious.de

Inhalt

Asa: Drogendealer, Betrüger, notorischer Frauenheld. Er hat nur eine Schwachstelle: Sloan, seine große Liebe, von der er besessen ist.
Carter: Undercover-Cop. Sein Auftrag: Asa zu überführen. Sein Unglück: dass ausgerechnet Sloan die erste Frau ist, in die er sich verliebt.
Sloan würde für die, die sie liebt, durch die Hölle und zurück gehen. Und das tut sie, jeden einzelnen Tag. Sich mit dem verführerischen Asa Jackson einzulassen, bedeutet für sie die dringend benötigte finanzielle Sicherheit, auch wenn sie dafür ihre Moral aufgeben muss. Denn Asas Liebe zu ihr ist von einer abgründigen Obsession – und diese wird von Tag zu Tag gefährlicher. 
Als Carter in Asas Geschäfte eingeschleust wird, fühlt Sloan sich sofort zu ihm hingezogen, obwohl sie weiß, dass Asa ihn umbringen würde, wenn er es herausfindet. Und Asa war schon immer allen in seinem Leben einen Schritt voraus, auch Sloan. Niemand hat sich ihm jemals in den Weg gestellt. Niemand außer Carter.
Gemeinsam müssen Sloan und Carter einen Ausweg finden, bevor es zu spät ist. 

Quelle: dtv

Meine Meinung

Ein Ausflug in die Dark Romance

Too Late ist kein klassischer Colleen-Hoover-Roman, sondern ein Ausflug in die dunkleren Ecken der Liebe – oder besser gesagt dessen, was manche für Liebe halten. Im Zentrum stehen drei Charaktere, die in einer toxischen Dynamik gefangen sind: eine Frau, die nicht gehen kann, ein Mann, der sie retten will, und ein Täter, der sich für den Helden ihrer Geschichte hält.

Ein Undercover-Cop und eine unmögliche Romanze

Carter, eigentlich undercover als Luke unterwegs, hat einen klaren Auftrag: den Drogendealer Asa Jackson hochnehmen. Doch sein Auftrag wird zum moralischen Dilemma, als er sich in Sloan verliebt – Asas Freundin. Das Problem: Jede Annäherung an sie macht die ohnehin gefährliche Situation noch riskanter.

Carter selbst ist ein beständiger Charakter. Er ist von Anfang an der Gute und bleibt es bis zum Schluss. Seine Loyalität ist unerschütterlich, er riskiert alles für Sloan, und seine Rolle als Cop ist mehr Mittel zum Zweck als wirklich relevant für den Plot. Er ist der typische Held charmant, selbstlos, aber auch ein wenig vorhersehbar.

Sloan – gefangen in einem toxischen Kreislauf

Sloan hat es nie leicht gehabt. Sie kämpft sich seit ihrer Kindheit durchs Leben, studiert, kümmert sich um ihren autistischen Bruder und steckt fest in einer toxischen Beziehung mit Asa. Sie glaubt, von ihm abhängig zu sein – finanziell, aber auch psychisch. Asa hält sie mit einem klassischen Missbrauchsmuster an sich: Gewalt, gefolgt von übertriebener Liebe und Reue.

Trotzdem bleibt sie nicht nur ein Opfer. Sloan ist stark, klug und kämpft für ihre Zukunft. Doch ihre Lage scheint ausweglos, und genau das sorgt für die drückende Atmosphäre des Buches: Sie kann nicht gehen, Carter darf nicht helfen, und Asa gibt sie nicht freiwillig frei.

Asa – ein faszinierend gefährlicher Charakter

Asa Jackson ist nicht nur ein Täter, sondern auch das spannendste Element des Buches. Seine Kapitel sind verstörend, weil sie zeigen, wie jemand seine Realität völlig anders interpretiert. Er liebt Sloan vermutlich wirklich – auf seine kranke, besitzergreifende Weise. Doch er hat nie gelernt, Grenzen zu respektieren. Für ihn existiert nur eines: Sloan darf ihn nicht verlassen.

Seine emotionale Intelligenz beschränkt sich auf das absolute Minimum: Er weiß, dass er sie behalten will, und tut alles, um das sicherzustellen – Lügen, Manipulation, Gewalt. Gleichzeitig hat er ein völlig verzerrtes Frauenbild. Er will, dass Sloan die perfekte, mütterliche, reine Partnerin ist – und doch ist er selbst das komplette Gegenteil davon. Jede Abweichung von seinem Weltbild erschüttert ihn, und genau das macht ihn so gefährlich.

Eine bedrückende Atmosphäre und eine explosive Spannung

Hoover schafft es, eine fesselnde, bedrückende und frustrierende Atmosphäre zu erzeugen. Die Gefahr ist greifbar – Sloan steckt ohnehin in einer toxischen Beziehung, aber durch Carter wird alles noch heikler. Jeder Moment zwischen den beiden ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Die Lage eskaliert, bis alles in einem explosiven Showdown mündet.

Und dann kommt das Ende – und genau hier hätte Hoover mutiger sein können. Ein düsteres, realistischeres Finale hätte ein noch stärkeres Statement gegen häusliche Gewalt setzen können. Stattdessen gibt es eine Auflösung, die für das Genre vielleicht typisch ist, aber möglicherwiese nicht ganz der Härte des Themas gerecht wird.

Fazit

Too Late ist keine gewöhnliche Liebesgeschichte, sondern ein intensiver, toxischer Strudel aus Gewalt, Manipulation und Abhängigkeit. Es zeigt eindrücklich, wie Täter ihr Umfeld kontrollieren und wie schwer es ist, aus solchen Beziehungen auszubrechen. Asa ist das Highlight des Buches – ein Antagonist, der gefährlich realistisch geschrieben ist.

Die Liebesgeschichte zwischen Carter und Sloan ist zwar süß, aber letztlich das schwächere Element. Sie ist riskant, vorhersehbar und ein wenig zu cheesy für den düsteren Ton des Buches. Trotzdem sorgt Hoovers packender Stil dafür, dass die Geschichte bis zum Schluss fesselt.

Ich wünsche mir mehr Bücher dieser Art von Hoover – aber mit einem mutigeren, konsequenteren Ende.

Buchdetails:

„Too Late“ von Colleen Hoover (Definitive Edition)
dtv – 11.07.2024
Taschenbuch 13,00 € – 432 Seiten
Verlagsseite


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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