Diese Woche war nicht so ein True Crime Exzess wie die letzten Folgen.
Stattdessen habe ich mich einem ganz neuen Thema gewidmet: Flugzeug-Unfällen. Dabei habe ich zwei neuen Podcasts abonniert: Zum einen den Air Crash Podcast von dem ich direkt mehrere Episoden gehört habe und den Podcast Flugforensik. Bei zweiterem habe ich noch nicht rein gehört, habe ich aber bald vor. Traurigerweise kommen nämlich vom Air Crash Podcast keine neuen Episoden.
Im Air Crash Podcast wird in jeder Episode ein Flugzeugunglück unter die Lupe genommen. Dabei hat der Host eigene Erfahrungen als Pilot, mit Flugzeugen und den Regeln der Flugorganisation. Es geht vor allem um die technischen Hintergründe und die Umstände, die zu dem Unglück geführt haben. Für mich als technikbegeisterte Person sehr spannend.
Flughäfen sind für mich eine eigene kleine Welt, hinter deren Kulissen man im Normalfall kaum blickt. Es ist spannend mehr über Flugzeugtechnik, Regeln und Vorschriften und Abläufe im Flugverkehr zu lernen. Und ein Aspekt den ich vorher nicht betrachtet habe: Sich mit Unfällen im Flugverkehr zu beschäftigen könne die Angst vorm Fliegen schüren, aber das Gegenteil ist der Fall. Je mehr Episoden ich höre, desto mehr wird mir klar wie viel zusammen kommen muss, damit so ein Flugzeug wirklich einen Unfall hat. Wie unwahrscheinlich das eigentlich ist.
KW35 – 24.08.2026-30.08.2026 – Gehörte Episoden
Air Crash Podcast: Folge 2: Das Undenkbare – Die Katastrophe von Überlingen Folge 1: Kontrollverlust (Air France 447) Folge 0 – Das ist Air Crash Podcast
Die schwarze Akte: #270 Doppelmord in der Krönungsnacht – Die Towpath Murders #271 Der verschwundene Staatsanwalt – Rätsel um Ray G. #272 Kein sicherer Ort – Die Familienmorde in Schottland #273 Im Schlaf überfallen – Die Ermordung der Louisa D. #323 Ein Sturm zieht auf: Der Untergang der Sarah Joe
Verschwörungen, Geheimnisse, vertuschte Wahrheiten und die große Frage, ob hinter den Dingen vielleicht doch mehr steckt, als wir offiziell erfahren: Eigentlich ist das die perfekte Grundlage für eine Mystery-Serie. „Akte X“ hat schließlich jahrelang vorgemacht, wie viel Spaß es machen kann, sich für eine Weile auf genau dieses „Was wäre, wenn?“ einzulassen.
Mit „Offenbarung 23“ bin ich inzwischen zwölf Folgen tief in eine Hörspielreihe eingetaucht, die genau mit diesem Gedanken spielt. Und obwohl die einzelnen Folgen teilweise so vollgestopft mit Namen, Ereignissen und vermeintlichen Zusammenhängen sind, dass man beim Hören besser nicht für längere Zeit abschweift, funktioniert das für mich erstaunlich gut.
Gleichzeitig hört sich eine Serie über Verschwörungserzählungen heute vermutlich etwas anders an als zu ihrem Start im Jahr 2005.
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen
Das Grundprinzip der Hörspielreihe „Offenbarung 23“ hat mich ziemlich schnell abgeholt. Die Serie greift bekannte Verschwörungserzählungen, ungeklärte Ereignisse und moderne Mythen auf und baut daraus ihre Geschichten. Gerade in den ersten Folgen begegnet man dabei immer wieder Themen, von denen man zumindest schon einmal gehört hat.
Genau das erinnert mich ein wenig an „Akte X„. Natürlich funktionieren beide Serien vollkommen unterschiedlich, aber sie teilen für mich dieses lustvolle Spiel mit der Realität: Man nimmt etwas Bekanntes, lässt ein paar tatsächliche Fakten einfließen und öffnet dann die Tür für die große Frage: Was wäre, wenn die offizielle Geschichte eben doch nicht die ganze Geschichte wäre?
Und „Offenbarung 23„ öffnet diese Tür nicht nur einen Spalt. Die Hörspiele werfen mit Namen, Organisationen, historischen Ereignissen, technischen Details und Querverbindungen geradezu um sich. Ein Hinweis führt zum nächsten, hinter einer vermeintlichen Antwort wartet schon das nächste Geheimnis und Dinge, die zunächst vollkommen unabhängig voneinander erscheinen, werden plötzlich miteinander verknüpft.
Das ist manchmal ziemlich viel auf einmal. Wer nebenbei gedanklich kurz die Einkaufsliste durchgeht, kann fünf Minuten später durchaus das Problem haben, nicht mehr genau zu wissen, welcher Name gerade zu welcher Verschwörung gehört. Gleichzeitig sorgt diese hohe Informationsdichte dafür, dass die Folgen kaum Leerlauf haben. Die Handlung bewegt sich permanent und gibt einem ständig neue kleine Rätsel und Zusammenhänge, denen man folgen kann.
Verschwörungserzählungen haben heute ein anderes Geschmäckle
Dabei muss man sich allerdings bewusst machen, wann „Offenbarung 23“ gestartet ist: 2005. Und ich glaube, dass sich unser gesellschaftliches Verhältnis zu Verschwörungserzählungen seitdem ziemlich verändert hat.
Spätestens seit der Corona-Pandemie haben Begriffe wie Verschwörungstheorie oder Verschwörungserzählung für mich ein anderes Geschmäckle bekommen. Wenn Menschen tatsächlich davon überzeugt sind, dass Regierungen, Wissenschaft, Medien und irgendwelche geheimen Eliten gemeinsam eine gigantische Wahrheit verbergen, ist das plötzlich nicht mehr nur das herrlich absurde Material für Mystery-Geschichten.
Beim Hören hatte ich deshalb durchaus Momente, in denen ich darüber nachgedacht habe, ob eine Serie wie „Offenbarung 23″ solche Vorstellungen möglicherweise sogar befeuern kann. Denn das Grundprinzip der Geschichten lautet schließlich immer wieder: Hinter der offiziellen Erklärung steckt noch etwas anderes.
Für meinen eigenen Hörspaß spielt das allerdings kaum eine Rolle. Ich kann die Serie problemlos als das behandeln, was sie für mich ist: Fiktion. Ich höre „Offenbarung 23“ nicht anders, als ich „Akte X“ schaue. Ich kann Mulder dabei zusehen, wie er Aliens, Regierungsverschwörungen und geheimen Experimenten hinterherjagt, ohne anschließend davon auszugehen, dass in irgendeinem amerikanischen Keller tatsächlich außerirdische Leichen versteckt werden.
Trotzdem finde ich diesen Wandel bemerkenswert. Eine Mystery-Serie über Verschwörungen aus dem Jahr 2005 trifft heute auf eine gesellschaftliche Realität, in der Verschwörungserzählungen sehr viel sichtbarer und teilweise auch gefährlicher geworden sind. Das verändert nicht unbedingt die Serie – aber vielleicht die Ohren, mit denen wir sie hören.
All das ändert aber nichts daran, dass ich nach zwölf Folgen ziemlich neugierig darauf bin, wohin mich die Reihe noch führt.
Wenn ihr euch ein bisschen kritischer mit Verschwörungserzählungen und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen auseinander setzen wollt, empfehle ich euch das Buch: „Fake Facts“ von Pia Lamberty und Katharina Nocun.
Wenn eine reale Person zur Figur wird
An einer anderen Stelle fällt mir die Trennung zwischen Realität und Fiktion allerdings schwerer: bei Tron.
Denn die Rahmenhandlung von „Offenbarung 23“ bedient sich nicht einfach nur einer erfundenen Hackerlegende. Hinter Tron steht mit Boris Floricic eine reale Person. Der deutsche Hacker starb 1998, und auch die Umstände seines Todes wurden zum Gegenstand von Spekulationen.
Natürlich ist ziemlich offensichtlich, warum gerade diese Geschichte für eine Mystery-Serie attraktiv ist. Ein Hacker, Geheimnisse, ein früher Tod und offene Fragen – erzählerisch passt das beinahe zu perfekt in die Welt von „Offenbarung 23“.
Hier wird aus einem realen Menschen ein Bestandteil einer fiktionalen Hörspielreihe die Verschwörungsgeschichten thematisiert. Ich weiß nicht, welche Absprachen es damals möglicherweise mit Angehörigen oder anderen Beteiligten gegeben hat und möchte deshalb auch nicht darüber spekulieren. Soviel ich gelesen habe wurde die Verwendung seines Namens und seiner Person kritisch entgegengetreten. Tron selbst konnte einer solchen Verarbeitung seiner Person jedenfalls nicht mehr gegenüberstehen.
Damit stellt sich für mich eine grundsätzlich interessante Frage: Wie weit darf Fiktion gehen, wenn sie reale Menschen übernimmt? Bei historischen Persönlichkeiten, die seit Jahrhunderten tot sind, stellen wir uns diese Frage kaum noch. Bei jemandem, dessen Tod zum Erscheinen der ersten Folgen gerade einmal wenige Jahre zurücklag, fühlt es sich für mich anders an.
Das macht „Offenbarung 23„ für mich nicht unhörbar. Aber es ist ein Aspekt der Serie, über den ich beim Hören immer wieder stolpere und bei dem ich eine fiktionalisierte Variante seiner Person bevorzugt hätte.
„Offenbarung 23„ ist für mich bisher vor allem eines: verdammt unterhaltsame Mystery.
Ich mag dieses Spiel mit bekannten Verschwörungserzählungen, historischen Ereignissen und der Frage, was vielleicht noch hinter der vermeintlichen Wahrheit stecken könnte. Die Folgen sind randvoll mit Informationen und Querverbindungen und lassen dadurch kaum Gelegenheit aufkommen, sich zu langweilen. Gleichzeitig muss man bei all den Nam en und Zusammenhängen durchaus ein bisschen aufmerksam bleiben.
Interessanterweise ist es aber gerade das Alter der Serie, das sie für mich heute noch einmal auf einer zweiten Ebene spannend macht. Eine Hörspielreihe, die 2005 mit Verschwörungserzählungen spielte, trifft nach Corona auf ein Publikum, das erlebt hat, welche reale Dynamik solche Erzählungen entwickeln können. Für mich funktioniert die Grenze trotzdem problemlos: „Offenbarung 23“ ist Fiktion und genau als solche möchte ich sie hören.
Mehr Bauchschmerzen bereitet mir dagegen der Umgang mit Tron. Eine reale Person zum Bestandteil einer fiktionalen Verschwörungsgeschichte zu machen, ist eine Entscheidung, die man zumindest kritisch hinterfragen kann und sollte.
All das ändert aber nichts daran, dass ich nach zwölf Folgen ziemlich neugierig darauf bin, wohin mich die Reihe noch führt.
Langsam neigt sich der Hochsommer dem Ende zu, aber meine Lieblings-Podcasts sind noch nicht aus dem Sommerschlaf aufgewacht.
Während die Medien ins Sommerloch fallen, bin ich komplett ins Bingeloch gefallen: Ich habe es mit Die schwarze Akte inzwischen wirklich etwas übertrieben. Letzte Woche waren es „nur“ 19 Episoden, diese Woche dann schon 25. Wenn man bedenkt, dass der Podcast mittlerweile einen Backlog von über 320 Folgen hat, könnte ich mit meinem aktuellen Tempo von 20 Folgen pro Woche ungefähr 16 Wochen weitermachen. Und danach habe ich vermutlich trotzdem wieder neue Folgen auf der Liste. 😀
Ein bisschen Abwechslung
Aber langsam kommt wieder etwas Abwechslung in meinen Podcast-Player. Ich habe mir The Odyssey im Kino angeschaut. Kurz gesagt: Ich fand ihn wirklich gelungen.
Es gab einiges an Kritik wegen historischer Ungenauigkeiten, zu moderner Rüstung, Ausdrucksweisen und vielem mehr. Für mich hat der Film aber vor allem auf emotionaler Ebene funktioniert. Ich habe vieles wiedererkannt, das ich aus Homers Odyssee noch im Kopf hatte, und die etwas modernere Umsetzung hat sich für mich gut angefühlt. Außerdem darf man bei aller Kritik nicht vergessen: Wir sprechen hier über ein fiktives Werk, auch wenn es bereits mehrere tausend Jahre alt ist.
Vielleicht ist der Film sogar einen eigenen Beitrag wert. Dafür würde ich ihn mir allerdings gerne noch einmal in Ruhe zu Hause anschauen.
Zurück zu Homer
Was der Film auf jeden Fall geschafft hat: Ich hatte wieder Lust auf die Geschichte von Odysseus. Deshalb bin ich beim ARD-Podcast „Die Odyssee erzählt von Meike Rötzer“ gelandet. In acht Episoden wird die Geschichte neu erzählt, wobei jeweils besondere Figuren in den Mittelpunkt rücken.
Ich bin noch ziemlich am Anfang, aber bisher gefällt mir die Umsetzung gut. Man muss allerdings ein bisschen aufmerksam bleiben, um bei all den Namen und Zusammenhängen nicht den Überblick zu verlieren.
Mal schauen, ob ich damit mein Die schwarze Akte-Bingeloch zumindest ein kleines bisschen verlassen kann.
KW34 – 17.08.2026-23.08.2026 – Gehörte Episoden
Die schwarze Akte: #6 Gefangen im Gemäuer – Die Brown Lady von Raynham Hall [Paranormal] #7 Das Geisterhaus von Culver City – Angriff aus dem Nichts #274 Mordwerkstatt – Der Säurebadmörder von London #275 Mörderische Abhängigkeit – Die Schwarze Witwe von Bodenfelde #276 Schnitzeljagd in den Tod – Der Pizza-Bomber #277 Das Geheimnis im Moor – Die Taten von Ian B. und Myra H. #278 Ein Held auf Abwegen – Kai the Hitchhiker #279 Mord im Pub – Ein irischer Albtraum #280 Der Ort des Bösen? Die Axtmorde von Villisca #281 WG mit einer Leiche – Der Serienmörder Dennis N. #282 Liebe, Lügen, Ecstasy – Das Model und der Drogenbaron #283 Blutspur hinter Gittern – Geständnisse des Marvin G. #284 Tödlicher Besuch – Der Mordfall, der nicht sterben will #285 Mord im Urlaub – Das Geheimnis der Cabo 6 #286 Der rote Ritualsaal – Die Sonnentempler und die rätselhaften Todesfälle #287 Der lebende Tote – Das Schicksal des Ryan W. #288 Die Toten im Bergdorf – Der Serienmörder von Kičevo #289 Das Monster hinter der Tür – Der Fall Susan K. #290 Wanderung in den Tod. Mord auf dem Inka-Pfad #291 Verschwunden auf dem Highway – Das Schicksal des Brandon L. #292 Tödliche Dosis – Der Mord an Dr. Autumn K. #293 Pyjamaparty des Grauens: Ein Opfer für den Slenderman #294 Das Verschwinden des Seidenkönigs – Was geschah mit Jim T.? #295 Blutbad in der Liebeshöhle – Der Mord an Jeanie C. #322 Goodbye Deutschland: Albtraum in Namibia
Das Universum: DU162 – Weltraumteleskope im Ferienlager DU161 – Weltuntergangsupdate DU160 – Sonne, Mond und eine Finsternis DU159 – Asteroiden, Galaxien und Aliens (Liveshow)
Nach einer beinahe katastrophalen Kollision mit einem fremden Schiff steht der Luxusliner Atlantica völlig isoliert da: keine Verbindung zu Satelliten, kein Land in Sicht, kein einziges Flugzeug am Himmel. Während die Passagiere zunächst auf eine vorübergehende Kommunikationsstörung hoffen, mehren sich die Zeichen, dass sie irgendwo gestrandet sind – oder vielmehr nirgendwo.
Elitesoldat Jack Sullivan und Offizierin Nia Evans kämpfen darum, die Kontrolle zu behalten, doch die wachsende Panik verwandelt das Schiff in einen brodelnden Kessel aus Misstrauen, Angst und Gewalt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es vollends eskaliert.
Dann taucht das mysteriöse Schiff vom Anfang wieder auf. Es ist verlassen, doch seltsame Technologien sind an Bord aktiv – und ein unheilvoller Countdown läuft herab. Ist dies der Schlüssel zur Rettung oder der Auftakt zu einer Katastrophe, die niemand überleben wird?
Meine Meinung
Wenn ein Kreuzfahrtschiff plötzlich allein ist
Schon der Einstieg von Das Schiff hat mich direkt gepackt: Die Atlantica gerät auf hoher See in eine Situation, die sich zunächst kaum einordnen lässt – und dabei spielt ausgerechnet ein Geisterschiff eine zentrale Rolle. Ein Schiff, das plötzlich auftaucht, die Atlantica fast rammt und nur um Haaresbreite vorbeizieht, sich nicht eindeutig erklären lässt und später erneut eine Rolle bekommt, war für mich einer der stärksten Aufhänger der Geschichte. Ich wollte unbedingt wissen, was dahintersteckt und wie dieses Schiff mit der Situation der Atlantica zusammenhängt.
Danach entwickelt sich die Geschichte zunehmend zu einem Überlebensszenario. Die Atlantica ist von der Außenwelt abgeschnitten, und aus einer ungewöhnlichen Situation wird eine konkrete Bedrohung: Die Menschen an Bord müssen mit begrenzten Ressourcen, fehlenden Informationen und der Frage umgehen, wie sie überhaupt wieder einen Weg nach Hause finden sollen.
Navigation statt einfach „Kurs setzen“
Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass Navigation tatsächlich eine Rolle spielt. Auf einem Schiff reicht es schließlich nicht, einfach in irgendeine Richtung zu fahren. Für die Positionsbestimmung kommen beispielsweiseGPS, elektronische Seekarten und verschiedene Navigationssystemezum Einsatz. Fallen diese Hilfsmittel aus oder liefern keine verwertbaren Informationen mehr, wird die Orientierung auf See zu einem ganz anderen Problem.
Genau dieser Aspekt hat für mich gut zur Situation der Atlantica gepasst: Die Besatzung weiß nicht mehr zuverlässig, wo sie sich befindet, und damit fehlt eine ganz grundlegende Voraussetzung dafür, einen sicheren Kurs festzulegen. Auf dem offenen Meer gibt es schließlich keine Straßen, Schilder oder Kreuzungen, an denen man sich orientieren könnte. Schon kleine Fehler bei Kurs und Position können über größere Distanzen erhebliche Abweichungen verursachen. Der blaue Ozean, der gerade noch Freiheit und Urlaubsentspannung versprochen hat wird auf einmal zum tödlichen Gegner.
Dadurch bekam die Geschichte für mich eine zusätzliche Ebene: Es ging nicht nur darum, was mit dem Schiff passiert ist, sondern auch darum, wie man überhaupt irgendwohin gelangen soll, wenn die eigene Position nicht mehr sicher bestimmt werden kann.
Mysterium und Überleben
Überhaupt lebt der Roman für mich stark von seiner Atmosphäre. Immer wieder gibt es Situationen, bei denen man als Leser genauso wenig weiß wie die Figuren. Das Geisterschiff ist dafür das beste Beispiel, aber auch die fehlende Verbindung zur Außenwelt und die ungewöhnlichen Ereignisse rund um die Atlantica sorgen dafür, dass lange Zeit nicht klar ist, nach welchen Regeln diese Situation eigentlich funktioniert.
Gleichzeitig bleibt die Geschichte nicht bei diesem Mystery-Aspekt stehen. Denn während die Figuren versuchen herauszufinden, was überhaupt passiert, müssen sie sich ganz praktische Fragen stellen: Wie lange reichen die Vorräte? Wie hält man die Menschen an Bord unter Kontrolle bzw. kann man Panik verhindern? Und was passiert, wenn eine große Menge Menschen Angst bekommen und Instinkte Vernunft verdrängen?
Gerade diese Verbindung aus Rätsel und Überlebenskampf hat für mich gut funktioniert.
Jack und Nia
Sehr gut gefallen hat mir außerdem die Dynamik zwischen Jack Sullivan und Nia Evans. Jack bringt als Elitesoldat eine ganz andere Perspektive mit als die Offizierin Nia. Er ist darauf trainiert, in gefährlichen Situationen schnell Entscheidungen zu treffen und Bedrohungen einzuschätzen und zu entsprechend handeln, während Nia stärker aus der Perspektive der Schiffsführung und der Verantwortung für die Menschen an Bord handelt.
Dadurch entstehen unterschiedliche Herangehensweisen an dieselben Probleme. Gerade wenn die Situation eskaliert, wird deutlich, dass es einen Unterschied macht, ob man eine Situation primär als Gefahr, als militärisches Problem oder als Verantwortlicher für hunderte Menschen betrachtet.
Ich mochte deshalb besonders, dass ihre Zusammenarbeit nicht einfach darauf hinausläuft, dass einer von beiden immer die richtige Lösung kennt. Stattdessen müssen sie sich in einer Situation zurechtfinden, in der es kaum verlässliche Informationen gibt.
Fazit
„Das Schiff“ hat mir vor allem durch die Kombination aus Geisterschiff, Sci-Fi, Mystery, Navigation und Survival-Szenario gefallen. Besonders der Einstieg mit dem rätselhaften Schiff ist mir im Gedächtnis geblieben, weil daraus zunächst ein Rätsel entsteht, dessen Bedeutung sich erst später weiter erschließt.
Dazu kommen Jack und Nia als Figuren, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Situation schauen, sowie die zunehmende Eskalation innerhalb der Gruppe. Für mich entsteht dadurch ein Szenario, bei dem nicht nur die Frage „Was ist passiert?“ im Mittelpunkt steht, sondern genauso die Frage, was mit einer Gesellschaft passiert, wenn plötzlich niemand mehr weiß, wo er ist, warum er dort ist und ob Hilfe überhaupt noch kommt.
Das Zusammenspiel dieser Elemente hat für mich Das Schiff zu einem gelungenen Mystery-Survival-Thriller gemacht.
Buchdetails:
„Das Schiff“ von Timo Leibig Lübbe Audio – 25.06.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗) Hörbuch – 9:16 Std.