Ich schreibe das hier gerade im Kontext der Corona-Pandemie, die nun bereits in das zweite Jahr gegangen ist und unser aller Alltag völlig auf den Kopf stellt. Ja ja wissen wir, will auch keiner mehr hören.

Umso mehr wird es belächelt, oder mit einem Kopfschütteln begleitet, wenn ich erzähle, dass ich direkt zwei Bücher über verheerende Krankheiten gelesen habe. Natürlich geht mir Corona, wie jedem anderen, auf den Geist, aber alles in Allem bin ich in der glücklichen Lage nicht am Rande der Existenz zu stehen aufgrund der Pandemie. Und so ergibt es sich, dass ich die lokale und globale Ausbreitungen von Krankheiten dann doch noch ziemlich interessant finde.

Seit meiner Kindheit habe ich beispielsweise eine erhebliche Furcht vor Ebola. In meinem (hypochondrischen) Kopf kann ich mir nichts schlimmeres vorstellen als diese furchtbare Krankheit. Dagegen wirkt Corona wie ein kleines Hüsterchen, obwohl natürlich bestens belegt ist, dass Corona sehr schwerwiegend ist. Ich will hier nichts verharmlosen! So ergibt sich für mich aber eine gewisse Faszination. Letztlich sind Zombie-Filme auch nichts anderes und diese schaue ich auch sehr gerne in allen Variationen!

Nun habe ich mich zweier Bücher angenommen die beide von geschichtsträchtigen Krankheiten handeln. Zum einen „Nemesis“ von Philip Roth, in dem ein Polio Ausbruch in den 40er Jahren in

Newark geschildert wird. Die erhebliche Angst, die aus der Unsicherheit ergibt ist eindringlich zu spüren. So ist Polio ein unsichtbarer Feind, und niemand weiß so recht wie die Krankheit übertragen wird und wie man sich und Andere schützen kann. Und so begleitet „Nemesis“ seinen Hauptcharakter durch ein auf und ab von Gefühlen und gipfelt in schier untragbaren Schuldgefühlen, als er sich die Schuld an der Ansteckung anderer mit Polio gibt.

„Nemesis“ von Philip Roth – rororo Taschenbuch 12€ – (Erscheinungsterm 01.11.2012, Erstmals veröffentlicht 10.2010 – E) – Link zum Verlag→

„Die Pest“ von Albert Camus, erstmals veröffentlicht in 1947, erzählt die Geschichte einer Stadt deren Bewohner von der Pest heimgesucht werden. Daraufhin wird die ganze Stadt abgeriegelt und die Menschen sich selbst überlassen. Besonders Gänsehaut erzeugend fand ich die ersten Seiten, auf denen beschrieben wurde wie die Krankheit ihre ersten Anzeichen zeigt, wie die Tiere verschwinden und sterben und die ersten Symptome sich verbreiten. „Die Pest“ legt in meinen Augen den Schwerpunkt auf die Emotionen der Menschen, die sich in dieser Situation befinden. Wie sie sich im Angesicht der großen Veränderungen verhalten, wie sie unter der Angst und Ungewissheit leiden. RBB-Online beschreibt den Roman als „eine Metapher […] für das Unheil, das Menschen überfällt und bei den einen das Gute, bei anderen das Böse hervorruft“. (Quelle: rbb-online.de).

„Die Pest“ von Albert Camus – rororo Taschenbuch 12€ – (Erscheinungstermin: 01.06.1998, Erstmals veröffentlicht 1947) – Link zum Verlag

An dieser Stelle möchte ich noch einige Podcast-Episoden verlinken die ich rund um das Thema Pandemie, Pest, Corona und co. fantastisch und sehr hörenswert finde:

Podcast: „Sawbones – Polio“ →

Podcast: „Hoaxilla – Der schwarze Tod“ →

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