Schlagwort: Thriller

Rezension: „Das Schiff“ von Timo Leibig

Rezension: "Das Schiff" von Timo Leibig

Inhalt

Nach einer beinahe katastrophalen Kollision mit einem fremden Schiff steht der Luxusliner Atlantica völlig isoliert da: keine Verbindung zu Satelliten, kein Land in Sicht, kein einziges Flugzeug am Himmel. Während die Passagiere zunächst auf eine vorübergehende Kommunikationsstörung hoffen, mehren sich die Zeichen, dass sie irgendwo gestrandet sind – oder vielmehr nirgendwo.

Elitesoldat Jack Sullivan und Offizierin Nia Evans kämpfen darum, die Kontrolle zu behalten, doch die wachsende Panik verwandelt das Schiff in einen brodelnden Kessel aus Misstrauen, Angst und Gewalt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es vollends eskaliert.

Dann taucht das mysteriöse Schiff vom Anfang wieder auf. Es ist verlassen, doch seltsame Technologien sind an Bord aktiv – und ein unheilvoller Countdown läuft herab. Ist dies der Schlüssel zur Rettung oder der Auftakt zu einer Katastrophe, die niemand überleben wird?

Meine Meinung

Wenn ein Kreuzfahrtschiff plötzlich allein ist

Schon der Einstieg von Das Schiff hat mich direkt gepackt: Die Atlantica gerät auf hoher See in eine Situation, die sich zunächst kaum einordnen lässt – und dabei spielt ausgerechnet ein Geisterschiff eine zentrale Rolle. Ein Schiff, das plötzlich auftaucht, die Atlantica fast rammt und nur um Haaresbreite vorbeizieht, sich nicht eindeutig erklären lässt und später erneut eine Rolle bekommt, war für mich einer der stärksten Aufhänger der Geschichte. Ich wollte unbedingt wissen, was dahintersteckt und wie dieses Schiff mit der Situation der Atlantica zusammenhängt.

Danach entwickelt sich die Geschichte zunehmend zu einem Überlebensszenario. Die Atlantica ist von der Außenwelt abgeschnitten, und aus einer ungewöhnlichen Situation wird eine konkrete Bedrohung: Die Menschen an Bord müssen mit begrenzten Ressourcen, fehlenden Informationen und der Frage umgehen, wie sie überhaupt wieder einen Weg nach Hause finden sollen.

Navigation statt einfach „Kurs setzen“

Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass Navigation tatsächlich eine Rolle spielt. Auf einem Schiff reicht es schließlich nicht, einfach in irgendeine Richtung zu fahren. Für die Positionsbestimmung kommen beispielsweise GPS, elektronische Seekarten und verschiedene Navigationssysteme zum Einsatz. Fallen diese Hilfsmittel aus oder liefern keine verwertbaren Informationen mehr, wird die Orientierung auf See zu einem ganz anderen Problem.

Genau dieser Aspekt hat für mich gut zur Situation der Atlantica gepasst: Die Besatzung weiß nicht mehr zuverlässig, wo sie sich befindet, und damit fehlt eine ganz grundlegende Voraussetzung dafür, einen sicheren Kurs festzulegen. Auf dem offenen Meer gibt es schließlich keine Straßen, Schilder oder Kreuzungen, an denen man sich orientieren könnte. Schon kleine Fehler bei Kurs und Position können über größere Distanzen erhebliche Abweichungen verursachen. Der blaue Ozean, der gerade noch Freiheit und Urlaubsentspannung versprochen hat wird auf einmal zum tödlichen Gegner.

Dadurch bekam die Geschichte für mich eine zusätzliche Ebene: Es ging nicht nur darum, was mit dem Schiff passiert ist, sondern auch darum, wie man überhaupt irgendwohin gelangen soll, wenn die eigene Position nicht mehr sicher bestimmt werden kann.

Mysterium und Überleben

Überhaupt lebt der Roman für mich stark von seiner Atmosphäre. Immer wieder gibt es Situationen, bei denen man als Leser genauso wenig weiß wie die Figuren. Das Geisterschiff ist dafür das beste Beispiel, aber auch die fehlende Verbindung zur Außenwelt und die ungewöhnlichen Ereignisse rund um die Atlantica sorgen dafür, dass lange Zeit nicht klar ist, nach welchen Regeln diese Situation eigentlich funktioniert.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte nicht bei diesem Mystery-Aspekt stehen. Denn während die Figuren versuchen herauszufinden, was überhaupt passiert, müssen sie sich ganz praktische Fragen stellen: Wie lange reichen die Vorräte? Wie hält man die Menschen an Bord unter Kontrolle bzw. kann man Panik verhindern? Und was passiert, wenn eine große Menge Menschen Angst bekommen und Instinkte Vernunft verdrängen?

Gerade diese Verbindung aus Rätsel und Überlebenskampf hat für mich gut funktioniert.

Jack und Nia

Sehr gut gefallen hat mir außerdem die Dynamik zwischen Jack Sullivan und Nia Evans. Jack bringt als Elitesoldat eine ganz andere Perspektive mit als die Offizierin Nia. Er ist darauf trainiert, in gefährlichen Situationen schnell Entscheidungen zu treffen und Bedrohungen einzuschätzen und zu entsprechend handeln, während Nia stärker aus der Perspektive der Schiffsführung und der Verantwortung für die Menschen an Bord handelt.

Dadurch entstehen unterschiedliche Herangehensweisen an dieselben Probleme. Gerade wenn die Situation eskaliert, wird deutlich, dass es einen Unterschied macht, ob man eine Situation primär als Gefahr, als militärisches Problem oder als Verantwortlicher für hunderte Menschen betrachtet.

Ich mochte deshalb besonders, dass ihre Zusammenarbeit nicht einfach darauf hinausläuft, dass einer von beiden immer die richtige Lösung kennt. Stattdessen müssen sie sich in einer Situation zurechtfinden, in der es kaum verlässliche Informationen gibt.

Fazit

Das Schiff“ hat mir vor allem durch die Kombination aus Geisterschiff, Sci-Fi, Mystery, Navigation und Survival-Szenario gefallen. Besonders der Einstieg mit dem rätselhaften Schiff ist mir im Gedächtnis geblieben, weil daraus zunächst ein Rätsel entsteht, dessen Bedeutung sich erst später weiter erschließt.

Dazu kommen Jack und Nia als Figuren, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Situation schauen, sowie die zunehmende Eskalation innerhalb der Gruppe. Für mich entsteht dadurch ein Szenario, bei dem nicht nur die Frage „Was ist passiert?“ im Mittelpunkt steht, sondern genauso die Frage, was mit einer Gesellschaft passiert, wenn plötzlich niemand mehr weiß, wo er ist, warum er dort ist und ob Hilfe überhaupt noch kommt.

Das Zusammenspiel dieser Elemente hat für mich Das Schiff zu einem gelungenen Mystery-Survival-Thriller gemacht.

Buchdetails:

„Das Schiff“ von Timo Leibig
Lübbe Audio – 25.06.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 9:16 Std.


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Rezension: „Die letzte Arche“ von Joshua Tree

Rezension: "Die letzte Arche" von Joshua Tree - alienicious.de

Inhalt

Die klinische Psychologin Marlene Richter erhält eine Einladung von einem mysteriösen Milliardär: Sie und tausend weitere Experten verschiedenster Fachrichtungen werden an Bord eines Luxusliners gebeten. Dort angekommen, überschlagen sich die Ereignisse: Der Himmel verdunkelt sich, selbst die Sterne erlöschen – und der Gastgeber der Reise scheint es vorhergesehen zu haben. Während die Erde langsam zufriert, der Wind abebbt und die Wellen verschwinden, werden geheimnisvolle Koordinaten zur letzten Hoffnung der Passagiere. Doch das laut Seekarten leere Gebiet ist nicht das einzige Geheimnis an Bord: Wieso sind die untersten sieben Decks versperrt? Wieso hat jeder Passagier einen persönlichen Brief des Milliardärs erhalten, will aber nicht darüber sprechen? Und was werden sie bei den Koordinaten finden?
Quelle: Argon Verlag

Meine Meinung

Eine Einladung zu einer exklusiven Kreuzfahrt. Tausend Passagiere. Ein milliardenschwerer Gastgeber. Und schon früh das Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Genau dieses Gefühl macht für mich einen großen Teil der Faszination von Die letzte Arche aus. Das Buch beginnt wie ein Rätsel. Warum wurden diese Menschen ausgewählt? Was verfolgt Marcus Chen wirklich? Und warum scheint niemand genau zu wissen, worauf er sich hier eigentlich eingelassen hat?

Besonders mulmig wurde es für mich in dem Moment, als klar wird, dass sich auf dem Schiff nicht einfach wohlhabende Kreuzfahrtgäste befinden, sondern Wissenschaftler:innen, Psycholog:innen, Ingenieur:innen und Expert:innen unterschiedlichster Fachrichtungen. Plötzlich wirkt die Reise nicht mehr wie ein luxuriöser Ausflug, sondern wie ein sorgfältig zusammengestelltes Projekt. Gleichzeitig stellte ich mir immer wieder die Frage, wie realistisch es eigentlich ist, dass so viele hochkarätige Spezialist:innen einer Einladung eines Milliardärs folgen würden.

Die Arche

Das Schiff wirkt wie ein eigenes kleines dystopisches Biotop. Es gibt die oberen Decks und die unteren Decks, zwei Welten, die kaum Berührungspunkte haben und teilweise sogar gegeneinander arbeiten. Jeder scheint Informationen zurückzuhalten, verschiedene Gruppen verfolgen ihre eigenen Interessen und als Leser versucht man ständig herauszufinden, wer eigentlich was weiß.

Dunkelheit

Einer der stärksten Aspekte des Romans ist für mich die Dunkelheit. Nicht als Kulisse, sondern als Bedrohung. Als Sonne, Sterne und Orientierungspunkte verschwinden, wird einem plötzlich bewusst, wie verloren Menschen auf dem offenen Ozean eigentlich sind. Erst in dieser Situation wird greifbar, wie viel Oberfläche der Erde von Wasser bedeckt ist und wie abhängig wir von Licht, Navigation und vertrauten Bezugspunkten sind. Die Dunkelheit wirkt dabei nicht nur äußerlich. Sie kriecht in die Gemüter der Passagiere erst als mulmiges Gefühl, später buchstäblich in Form von Kälte. Viele kennen das Gefühl, im Winter müde oder antriebslos zu werden. Das Buch nimmt diesen Gedanken und steigert ihn ins Extreme: keine Sterne, kein Horizont, keine Aussicht auf Besserung, keine Hoffnung.

Gleichzeitig hat mich der Roman stellenweise auch frustriert. Es werden sehr viele Fragen aufgeworfen, aber nur wenige beantwortet. Was genau ist passiert? Warum verhalten sich die Naturgesetze plötzlich anders? Was steckt hinter Chens Plan? Und warum erreicht – bei all der akribischen Vorbereitung der Arche – ausgerechnet seine entscheidende Nachricht nicht die Menschen? War das Absicht? Manche dieser offenen Punkte haben meine Neugier geweckt, andere fühlten sich eher wie bewusst zurückgehaltene Informationen an.

Science Fiction

Interessant fand ich auch meinen Gedanken zur Einordnung als Science-Fiction-Roman. Gefühlt liest sich das Buch wie Science Fiction, tatsächlich gibt es im ersten Band aber erstaunlich wenige klassische Science-Fiction-Elemente. Die Arche selbst ist zwar gewaltig und erinnert an ein Generationenschiff oder einen futuristischen Bunker zum Erhalt der Menschheit, technologisch bewegt sich vieles jedoch noch in einem Bereich, der nicht weit von unserer Gegenwart entfernt ist.

Die eigentlichen Science-Fiction-Fragen entstehen eher im Hintergrund. Was ist mit Sonne und Sternen passiert? Warum scheinen physikalische Gesetzmäßigkeiten nicht mehr zu funktionieren? Gibt es eine künstliche Ursache? Oder steckt etwas völlig anderes dahinter? Das Buch liefert darauf noch keine Antworten, legt aber die Grundlagen für größere Ideen.

Fazit

Am Ende fühlt sich Die letzte Arche deshalb weniger wie ein abgeschlossener Roman an, sondern wie der sehr groß angelegte Auftakt einer Trilogie. Die Reise der Figuren beginnt gerade erst und die eigentlichen Geheimnisse liegen noch vor ihnen.

Das ist gleichzeitig meine größte Kritik und der Grund, warum ich weiterlesen möchte. Die vielen offenen Fragen, die verschiedenen Lager auf der Arche und die zahlreichen Figuren mit ihren eigenen Plänen und Absichten können durchaus verwirrend sein. Trotzdem hat mich das Buch neugierig gemacht. Ich möchte wissen, was hinter der Dunkelheit steckt. Ich möchte wissen, was Marcus Chen wirklich geplant hat. Und ich möchte herausfinden, ob die Reihe für all die Fragen, die sie hier aufwirft, auch überzeugende Antworten liefern kann.

Buchdetails:

„Die letzte Arche“ von Joshua Tree (Band 1)
Argon Verlag – 10.11.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 9:49 Std.


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Rezension: „Extinction“ von Douglas Preston

Rezension: „Extinction“ von Douglas Preston - alienicious.de

Inhalt

Tief in den Rocky Mountains liegt das gigantische Ferienresort Erebus. Dank modernster Gentechnik können die betuchten Gäste wie vor Jahrtausenden wollige Mammuts, gewaltige Riesenhirsche und meterhohe Riesenfaultiere in ihrem natürlichen Habitat erleben.

Als ein Millionärssohn und seine Frau entführt und im Hinterland tot aufgefunden werden, gerät eine Gruppe von gewaltbereiten Öko-Terroristen in Verdacht. FBI-Agentin Frances Cash und Sheriff James Colcord sollen den Fall schleunigst aufklären. Doch dann häufen sich die Morde, und der 400 Quadratkilometer umfassende Ferienort muss evakuiert werden.
Inmitten der prähistorischen Flora und Fauna werden Cash und Colcord mit etwas Bösem konfrontiert, dem es nicht ums Neubeleben, sondern ums Auslöschen geht …

Quelle: Argon Hörbuch Verlag

Meine Meinung

Mit Extinction greift Douglas Preston – diesmal solo unterwegs – mal wieder ein Thema auf, das perfekt zu ihm passt: Wissenschaft, Kontrollverlust und ein Szenario, das komplett eskaliert, sobald Menschen glauben, sie hätten die Natur im Griff. Der Autor ist vor allem durch seine Thriller – in Zusammenarbeit mit Lincoln Child – rund um FBI-Agent Aloysius Pendergast bekannt, aber auch Bücher wie Mount Dragon, Relic oder Old Bones zeigen genau diese Mischung aus Hightech, Forschung, Isolation und latentem Wahnsinn, die auch Extinction prägt.

Figuren aus anderen Romanen tauchen hier meines Wissens nach nicht direkt auf. Extinction funktioniert eher als eigenständiger Techno-Thriller und steht damit näher bei Büchern wie Mount Dragon als bei der Pendergast-Reihe. Man merkt aber trotzdem sofort, von wem das Buch ist. Diese typische Preston/Child-DNA steckt überall drin: abgelegene Orte, wissenschaftliche Grenzbereiche, Menschen mit zu viel Geld und zu wenig moralischer Bremse und natürlich eine Situation, die völlig außer Kontrolle gerät.

Die Jurassic Park Idee

Die Grundidee erinnert natürlich sofort an Jurassic Park. Das liegt auch komplett auf der Hand. Ein abgeschottetes Luxusresort, ausgestorbene Tiere, Gentechnik, zahlungskräftige Besucher und die große Frage, ob Menschen Dinge wiederbeleben sollten, nur weil sie es können. Der Vergleich ist aber gerade deshalb interessant, weil zwischen beiden Büchern über 30 Jahre liegen. Michael Crichtons Jurassic Park erschien 1990, also in einer Zeit, in der Gentechnik für viele noch fast futuristisch wirkte. Klonen und DNA-Manipulation hatten etwas Spekulatives, beinahe Science-Fiction-artiges.

Extinction erscheint dagegen in einer Zeit, in der Themen wie CRISPR, Genmanipulation und „De-Extinction“ längst reale Debatten sind. Die Diskussion wirkt dadurch deutlich näher an unserer Gegenwart. Während Jurassic Park noch stark von der Faszination über die technische Möglichkeit lebt, schwingt bei Extinction viel stärker diese moderne Tech-Bro-Mentalität mit: reiche Investoren, Erlebnisindustrie, Luxus für Superreiche und die völlige Selbstverständlichkeit, dass Wissenschaft kommerzialisiert wird. Das Buch fühlt sich dadurch weniger wie ferne Zukunft an und eher wie eine leicht überdrehte Version unserer Gegenwart.

Erwartungen

Und ja, die Geschichte ist schon ziemlich wild. Aber genau das erwarte ich mittlerweile auch von Prestons Büchern. Die Bücher waren selten subtil. Sie werfen oft mehrere Konflikte gleichzeitig in einen Topf: Wissenschaftsethik, Kapitalismus, Naturgewalt, Sicherheitswahn, menschliche Hybris und dann natürlich noch die Thriller-Ebene mit Ermittlungen, Toten und Eskalation. Das muss man mögen. Ich mag genau dieses Überzeichnete eigentlich ganz gern, solange es spannend bleibt — und das schafft Extinction ziemlich gut.

Die Protagonistin

Frances Cash mochte ich als Hauptfigur wirklich gern. Sie wirkt kompetent, direkt und angenehm bodenständig. Gerade weil um sie herum vieles immer absurder wird, funktioniert sie gut als Gegenpol. Immer wieder überraschen mich die weiblichen Protagonistinnen in Prestons (und Childs) Büchern positiv. Frances Cash hat genug Eigenständigkeit, dass sie nicht nur „die Ermittlerin“ bleibt. Die Dynamik mit Sheriff James Colcord funktioniert ebenfalls gut, ohne ständig in irgendwelche unnötigen Klischees abzurutschen.

Reread

Ich habe das Buch jetzt als Reread gelesen und musste dabei feststellen, dass erstaunlich wenig hängen geblieben war. Aber ehrlicherweise liegt das bei mir mittlerweile auch einfach an der Menge an Büchern, die ich lese. Beim erneuten Lesen kam vieles wieder zurück und ich hatte trotzdem Spaß daran. Das spricht für mich eigentlich eher dafür, dass das Buch zwar kein absoluter Meilenstein ist, aber genau das liefert, was ich von Prestons Büchern haben will: hohes Tempo, wissenschaftlicher Wahnsinn, eskalierende Situationen und ein Setting, das komplett außer Kontrolle gerät.

Fazit

Am Ende ist Extinction für mich kein Buch, das das Genre neu erfindet. Es versucht das aber auch gar nicht. Es steht ziemlich klar in der Tradition von Techno-Thrillern wie Jurassic Park, nur mit moderneren Debatten und einem deutlich aktuelleren Blick auf Wissenschaft, Kapital und Entertainment. Wer Preston und Child mag, bekommt hier eigentlich genau das, was man erwartet — und in meinem Fall ist das absolut positiv gemeint.

Buchdetails:

„Extinction. Wenn das Böse erwacht“ von Douglas Preston
Argon Hörbuch – 02.04.2024 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 11:11 Std.


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Rezension: „She’s Not Sorry“ von Mary Kubica

Rezension: "She’s Not Sorry" von Mary Kubica - alienicious.de

Inhalt

Ein schrecklicher Unfall.
Eine schockierende Entdeckung.
Niemand ist sicher.

Als Intensivkrankenschwester hat Meghan mit schockierenden Schicksalen zu tun. Als die Komapatientin Caitlin eingeliefert wird, ist sie zutiefst erschüttert: Caitlin soll von einer Brücke gesprungen sein. Meghan fragt sich, was die junge Frau zu dieser Verzweiflungstat getrieben haben könnte. Als ein Zeuge berichtet, Caitlin sei gar nicht selbst gesprungen, sondern wurde von der Brücke gestoßen, wird es für Meghan gefährlich. Viel zu spät begreift sie, dass sie und ihre Tochter die Nächsten sein könnten. 

Quelle: Aufbau Audio

Meine Meinung

She’s Not Sorry beginnt mit einer starken Grundidee: Meghan Michaels arbeitet als Intensivkrankenschwester und betreut eine Patientin, die nach einem Sturz von einer Brücke im Koma liegt. Relativ schnell entsteht dabei das Gefühl, dass hinter dem angeblichen Unfall möglicherweise ein Verbrechen steckt. Gleichzeitig gerät Meghans eigenes Leben immer weiter aus dem Gleichgewicht und besonders die Begegnung mit der mysteriösen Nat sorgt dafür, dass die Stimmung zunehmend bedrückend und misstrauisch wird. Dieses permanente Gefühl von Paranoia, Misstrauen und Bedrückung, fand ich beim Lesen sehr gelungen.

Besonders gut funktioniert dabei der Aufbau mit den verschiedenen Zeitebenen. Mary Kubica verwebt die Handlung so geschickt, dass mir der eigentliche Twist lange nicht aufgefallen ist. Rückblickend ergeben viele Szenen plötzlich mehr Sinn und genau dieser Effekt macht den Thriller stellenweise wirklich spannend.

Trotzdem hatte ich insgesamt große Probleme mit der eigentlichen Handlung. Der Plot wirkt irgendwann extrem konstruiert und überladen. Vor allem die zusätzliche Geschichte rund um Luke und die Angriffe auf Frauen fühlte sich für mich komplett unnötig an. Ein Nebenschauplatz, den man als eigenen Thriller hätte erzählen können. Statt die psychologische Spannung zu verstärken, macht das die Geschichte eher chaotisch.

Mein größter Kritikpunkt ist allerdings Meghan selbst. Sie handelt stellenweise so irrational und leichtsinnig, dass es nicht mehr glaubwürdig wirkt. Dass sie einer nahezu fremden Person innerhalb kürzester Zeit ihre größten und gefährlichsten Geheimnisse anvertraut, sie in ihr Leben und sogar in ihre eigene Wohnung lässt, in der sie mit ihrem Kind wohnt, fühlt sich nicht authentisch an, sondern wie ein reines Plot Device, damit die Geschichte überhaupt funktionieren kann. Viele zentrale Ereignisse passieren nur, weil Meghan sich künstlich irrational verhält — und das hat mich beim Lesen irgendwann mehr frustriert als mitfiebern lassen.

Fazit

Am Ende bleibt für mich deshalb ein Thriller mit einer starken, unangenehmen Atmosphäre, einer Hauptfigur die keine Heldin ist und einem clever eingebauten Stilmittel, dessen eigentliche Handlung aber zu konstruiert wirkt, um mich wirklich zu überzeugen.

Buchdetails:

„She’s Not Sorry – Du könntest die Nächste sein“ von Mary Kubica
Aufbau Audio – 15.07.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – ab 14,99 €


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮