Schlagwort: Rezension

Rezension: „Das Haus nebenan“ von Lynda Renham

alienicious.de
Rezension: "Das Haus nebenan" von Lynda Renham

Inhalt

Unsere neue Nachbarin wirkte anfangs freundlich, vielleicht ein wenig zu interessiert.
Doch inzwischen kennt sie Dinge, die sie unmöglich wissen kann.
Alle halten mich für paranoid – aber ich weiß, was sie wirklich will: mein Leben.
Und sie weiß genau, wie sie es bekommt.

Clare führt ein scheinbar perfektes Leben mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn. Doch als die neue Nachbarin, Sharni, einzieht, beginnt ihre Realität zu bröckeln. Kleine Gedächtnislücken werden zu beängstigenden Aussetzern, und hinter der anfänglichen Freundlichkeit von Sharni scheint eine dunkles Geheimnis zu stecken. Clare spürt, dass etwas nicht stimmt.

Warum sieht Sharnis Haus fast exakt so aus wie ihres? Woher weiß sie von ihren Medikamenten? Und warum interessiert sie sich so sehr für ihren Sohn?

Was als leises Unbehagen beginnt, wächst zu einem alles durchdringenden Misstrauen. Doch während Clare versucht, die Wahrheit hinter Sharnis Fassade zu entlarven, zweifeln alle um sie herum an ihrem Verstand. Ist Clare wirklich auf dem Weg in den Wahnsinn – oder ist Sharni genau das, wovor sie sich fürchtet?

(Quelle: Digital Publishers)

Meine Meinung

Das Haus von nebenan“ von Lynda Renham ist ein unangenehmer, psychologischer Thriller, der seine Spannung nicht aus großen Actionszenen zieht, sondern aus Zweifel, Misstrauen und dem schleichenden Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt.

Im Mittelpunkt steht Clare, deren scheinbar perfektes Leben langsam auseinanderbricht, nachdem ihre neue Nachbarin Sharni auftaucht. Anfangs wird man als Leser sehr stark auf Clares Seite gezogen. Ihre Sorgen wirken nachvollziehbar, die kleinen Merkwürdigkeiten rund um Sharni beunruhigend. Man will den Ehemann rütteln und ihm sagen „Mach die Augen auf“, wenn er wieder einmal an Clare zweifelt. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto häufiger beginnt man an Clare selbst zu zweifeln – an ihrer Wahrnehmung, ihren Erinnerungen und daran, ob die Geschehnisse wirklich so passieren, wie sie sie erlebt.

Unzuverlässige Erzählerin

Gerade diese unzuverlässige Erzählweise fand ich unglaublich gelungen. Das Buch spielt permanent mit der Wahrnehmung der Leser. Man schwankt ständig zwischen „Sie hat absolut recht“ und „Vielleicht bildet sie sich das wirklich ein“. Dadurch entsteht eine starke psychologische Spannung und eine immer bedrückendere Atmosphäre. Die Paranoia wächst schleichend und sorgt dafür, dass man sich beim Lesen zunehmend unwohl fühlt.

Die Dynamik zwischen den Charakteren

Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Clare, ihrem Mann und Sharni. Während Clare zunehmend verunsichert und misstrauisch wird, reagieren die Menschen um sie herum oft distanziert oder abweisend auf ihre Sorgen. Gerade ihr Mann wirkt über weite Strecken emotional abwesend und nimmt ihre Ängste kaum ernst, wodurch man als Leser irgendwann selbst beginnt zu hinterfragen, ob Clare tatsächlich reale Warnsignale erkennt oder sich immer weiter in ihre Gedanken hineinsteigert.

Sharni wiederum bewegt sich ständig zwischen freundlicher Nachbarin und unterschwelliger Bedrohung. Viele ihrer Handlungen wirken seltsam intim oder übergriffig, sind aber oft gerade noch plausibel genug, dass man sie nicht eindeutig einordnen kann. Genau daraus entsteht dieser unangenehme psychologische Effekt: Clare fühlt sich zunehmend isoliert mit ihren Ängsten, während ihr Umfeld ihre Wahrnehmung eher abschwächt als bestätigt.

Dadurch greift das Buch auch Themen wie Gaslighting und mangelnde Kommunikation auf. Nach außen wirkt vieles geordnet und normal, doch unter dieser perfekten Vorstadtfassade liegen Misstrauen, Unsicherheit und das Gefühl, emotional nicht ernst genommen zu werden.

Fazit

„Das Haus von nebenan“ lebt von seinem psychologischen Effekt auf die Leser. Dieses ständige Zweifeln, Hinterfragen und Miträtseln hat für mich extrem gut funktioniert und das Buch zu einem sehr spannenden Domestic Thriller gemacht.

Buchdetails:

„Das Haus von Nebenan“ von Lynda Renham
Digital Publishers – 02.12.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 8:55 Std. – 18,95 €


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Love and Hockey – Dax & Lucy“ von Saskia Louis

Love and Hockey 1 – Dax & Lucy ist unterhaltsam, charmant und emotional – und genau darum habe ich Lust gehabt, meine Eindrücke mit euch zu teilen.

Rezension: "Love and Hockey - Dax & Lucy" von Saskia Louis

Inhalt

Wenn ein Eishockey-Star am Rad dreht … braucht er eine kompetente Babysitterin, die ihm mit großer Freude den Spaß verdirbt
Die Enemies to Lovers Sports Romance von Bestseller-Autorin Saskia Louis jetzt auch als Hörbuch!

Lucy James hasst nichts mehr als arrogante Männer. Leider begegnet sie als PR-Managerin der L.A Hawks einer Menge davon. Ihr Anführer: Dax Temple. Der lästig attraktive Eishockeyspieler beschwört einen Skandal nach dem anderen herauf und macht ihr somit das Leben zur Hölle. Sie hat absolut keine Lust, seine Babysitterin zu spielen, nur weil das Management es für eine gute Idee hält. Denn plötzlich verbringt sie viel zu viel Zeit mit ihm auf engem Raum … und wenn sie nicht aufpasst, wird sie selbst sein nächster Skandal!

Dax Temple hasst nichts mehr als zu verlieren. Ach ja, und Lucy. Die unendlich neugierige Rothaarige bringt ihn viel zu oft auf dreckige, aber noch öfter auf tödlich endende Fantasien. Sie geht ihm direkt unter die Haut – wo sie absolut nichts verloren hat! Da kann er es gar nicht gebrauchen, dass auch noch sein ärgster Konkurrent Jack West zu den Hawks wechselt. Denn der Verräter kennt sein größtes Geheimnis und flirtet auffällig gern mit Lucy. Aber Dax will auf jeden Fall gewinnen. Ihm ist nur nicht klar, ob Lucy überhaupt weiß, dass sie ein Spiel spielen …

Quelle: Digital Publishers

Meine Meinung

Love and Hockey startet mit Lucy James, die neu im Marketingteam der LA Hawks beginnt. Ihr erster Arbeitstag ist direkt – sagen wir – intensiv: neue Umgebung, eine strenge, aber kompetente Chefin und als erste Aufgabe – und Prüfung – gleich der Auftrag, den berüchtigten Dax Temple für eine Pressekonferenz vorzubereiten. Dax ist nicht nur Star-Stürmer, sondern auch launisch, provokant und alles andere als pflegeleicht. Man könnte fast sagen Geld und Fame haben ihn verkorkst.

Lucy bemüht sich, professionell zu bleiben, obwohl Dax sie absolut respektlos behandelt. Er macht sich über ihr Aussehen lustig, nennt sie Praktikantin und versucht permanent, sie aus dem Konzept zu bringen. Doch Lucy bleibt dran – und lässt sich nicht einschüchtern. Das hat mir direkt imponiert.

Dax – Bad Boy, aber nicht eindimensional

Dax wirkt anfangs wie der typische Bad Boy mit großer Klappe und einem Hang zum Chaos. Doch mit der Zeit zeigt sich, dass mehr hinter der Fassade des Bad-Boy-Hockeystars steckt: eine schwierige Familiengeschichte, eine starke Bindung zu seiner Schwester und ein Zuhause, das nicht ins Klischee passt. Saskia Louis verleiht Dax Tiefe, ohne ihn übermäßig zu dramatisieren. Auch entlarvt sie seine Starallüren als das was sie sind: Mehr Schein als Sein.

Lucy – ehrgeizig, emotional, echt

Lucy bewegt sich in einem männerdominierten Umfeld und muss sich doppelt beweisen. Sie nimmt ihren Job ernst, zeigt Rückgrat und lässt sich von Sprüchen und Vorurteilen nicht aus der Ruhe bringen. Gleichzeitig hat sie ihre eigenen Sorgen, vor allem um ihren Vater, der nach dem Tod ihrer Mutter in eine Depression gefallen ist. Was ich besonders mochte: Lucy hat Biss, aber sie ist keine unnahbare Karrierefrau – eine gute Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit.

Zwischen Sticheleien und echten Gefühlen

Als Lucy und Dax sich treffen ist es nicht Liebe auf den ersten Blick. Aber dennoch ist da der Funken der überspringt. Beide sind es gewohnt, Distanz zu wahren: Lucy, weil sie sich im Job behaupten muss und ihr Privatleben streng von der Arbeit trennt; Dax, weil er hinter seiner provokanten Art vieles versteckt, was er niemandem zeigen will. Im Laufe der Geschichte geraten sie immer wieder aneinander, aber genau darin liegt auch eine gewisse Anziehung und Leidenschaft. Zusammen gehen sie ihren Gefühlen auf den Grund und lernen, dass es nicht immer Distanz sein muss. Eine wirklich süße und stürmische Liebesgeschichte.

Das Teamgefühl ist ein echtes Plus

Neben der Liebesgeschichte überzeugt auch das Umfeld der LA Hawks. Die Teamdynamik wirkt lebendig und wie eine eingeschworene, etwas überdrehte Truppe, die zwischen sportlichem Ehrgeiz und kindischem Humor pendelt. Gerade die Reaktionen der Spieler auf jede noch so kleine Annäherung zwischen Lucy und Dax bringen Leichtigkeit und Humor in die Geschichte.

Der Sport dient dabei mehr als Kulisse denn als zentrales Thema – bietet aber einen passenden Rahmen für große Egos, öffentliche Auftritte, Krisenmanagement und das eine oder andere Drama. Saskia Louis nutzt das Setting um Raum für Dynamik, Konflikte und Nähe zu schaffen, ohne sich in Fachsimpeleien zu verlieren.

Fazit

Love and Hockey 1 – Dax & Lucy“ ist kein tiefschürfender Roman mit gesellschaftlicher Botschaft – aber er ist süß, unterhaltsam und genau richtig, wenn man eine romantische Geschichte mit sympathischen Figuren sucht. Die Handlung folgt zwar einer bekannten Struktur, aber das ist in diesem Fall absolut in Ordnung, weil das Gesamtpaket stimmt. Ich mochte das Setting, den Ton, die Figuren – und ja, ich möchte definitiv weiterlesen.

Für alle, die Lust auf eine sportliche Romance mit starken Dialogen, Herz und einem echten Teamgefühl haben. Ich bin positiv überrascht und freue mich schon auf den nächsten Band.

Buchdetails:

„Love and Hockey – Dax & Lucy“ von Saskia Louis (Band 1)
dp audiobooks – 16.03.2023
Hörbuch ab 4,95€ , 9:22h
Verlag: dp audiobooks→


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von Digital Publishers zur Verfügung gestellt.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens

Wow! Es ist erst Anfang Januar und ich habe bereits ein Buch gelesen, das mir wirklich unter die Haut gegangen ist und mich so schnell nicht mehr loslassen wird. Erfahrt in meiner Rezension zu „Der Gesang der Flusskrebse“ warum dieses Buch schon jetzt einen besonderen Platz in meinem Regal verdient hat.

Rezension: "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens

Inhalt

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.
Quelle: Hanser Literaturverlage

Meine Meinung

Möglicherweise bin ich bei diesem Buch etwas zu unkritisch, denn ich habe es von vorne bis hinten verschlungen und mein Herz an dieses Buch verloren!

Kya wächst in einem Elternhaus, voller Gewalt und Trauma auf. Ein Vater der Alkoholiker ist und gewalttätig wird, insbesondere der Mutter gegenüber. Eine Mutter die in dieser Situation zerbricht und die Familie eines Tages verlässt und damit den übrigen Familienzusammenhalt mit sich nimmt. Einer nach dem anderen wird sie von ihren Geschwistern verlassen und bleibt schließlich mit ihrem Vater in der Hütte im Marschland zurück.

Einsamkeit

Es wird so viel Traurigkeit, Verzweiflung und Einsamkeit deutlich in diesem jungen Mädchen. Einige Zeit später verschwindet auch ihr Vater von der Bildfläche und als junges Mädchen bleibt Kya völlig alleine in dieser Welt zurück. Sie ist eine Außenseiterin, geächtet und ausgegrenzt von den Stadtbewohnern fristet sie ihr Leben im Marschland. Die Kinder in der Schule mobben sie, und so verbringt Kya in ihrem Leben nur einen einzigen Tag in der Schule.

Kya entwickelt sich von einem verzweifelten, einsamen Kind in eine Jugendliche und junge Erwachsene die gelernt hat auf eigenen Beinen zu stehen und sich durchzuschlagen. Die Einsamkeit ist überwältigend, aber sie flüchtet sich in ihre Begeisterung für die Natur und alle Tiere, Pflanzen und Pilze die darin Leben.

Zwei Männer in Kyas Leben

Als Kya älter wird spielen zwei Männer in ihrem Leben eine Rolle. Ihr Kindheitsfreund Tate, der sie immer akzeptiert hat wie sie ist. Der ihr Lesen und Schreiben beibringt und der sie doch verlässt als er aufs College geht. Später dann Chase, ein Aufreißer aus der Stadt, der eine sehr zwiegespaltene Verbindung zu Kya hat. Auf der einen Seite ist es für ihn ein Abenteuer – ein Spiel – sich dem wilden Mädchen aus dem Marsch zu nähern, die sonst niemanden an sich heran lässt. Er prallt grade zu mit seiner Eroberung. Er möchte nicht dass Kya Teil seines Lebens außerhalb des Marschlandes, in der normalen Gesellschaft ist. Auf der anderen Seite hat er auch eine gewisse Besessenheit für Kya übrig, die ihn nicht los lässt. Aber auch von ihm wird sie verraten und verlassen.

Kyas Leben ist eine Gradwanderung zwischen Einsamkeit erst unfreiwillig, dann aber auch als Schutz vor Verletzung durch andere Menschen. Auf der Anderen Seite ist ihre stoische Art das Leben zu nehmen wie es kommt und das Beste daraus zu machen bewundernswert.

Ich finde die Art und Weise wie Kya die Welt sieht ist so unschuldig wie authentisch, wenig gefärbt von Konventionen, rein und nah an der Natur. Sie ist eine wahnsinnig starke Persönlichkeit und ein außergewöhnlicher Charakter. Sie ist facettenreich, sie steckt Dinge nicht einfach weg, sie hat gelernt nachtragend und vorsichtig zu sein, aber sie kann sich auch öffnen und liebt die kleinen Dinge in ihrem Leben.

Verbundenheit zur Natur

Die Verbundenheit zur Natur ist ein ganz großer Punkt in diesem Roman. Kyas Verbindung zu Natur, ihr Interesse alles über jeden Vogel, jedes Insekt und jede Pflanze zu wissen und zu erforschen wird eindrücklich geschildert. Sie ist die geborene Biologin ohne jede Art der akademischen Bildung. Kyas Kindheit spielt in den 50er Jahren und sie fällt völlig aus dem damaligen Rollenbild und geht ihren eigenen unkonventionellen und auch lange unfreiwilligen Weg, der zu etwas wunderbarem erwachsen wird.

Doch Kya ist auch wehrhaft, ihre Verbindung zum Marschland ermöglicht es ihr sich in ihm wie ein Schatten zu bewegen, sich zu tarnen wie die Tiere und jedem Verfolger zu entkommen. Sie hat immer außerhalb der Gesellschaft gelebt und genauso ist auch ihre Art Probleme zu lösen, was in dem Buch zu einem sehr interessanten und bedrückenden Fall führt.

Owens schildert so eindrücklich Kyas Erfahrungen. Im Grunde ist es eine sehr traurige Geschichte von einem verlassenen und verzweifelten Kind, dass nie den Absprung von ihren Wurzeln in ein neues Leben geschafft hat. Aber sie erzählt auch die Geschichte von einem Kind, dass trotz aller Widrigkeiten, trotz einem furchtbaren Start in dieses Leben, so viel Stärke beweist, nie aufgegeben hat und innerhalb ihrer Grenzen einen eigenen Weg findet Liebe zu finden und zu Leben.

Fazit

Mein Herz ist bei diesem Buch übergequollen vor Emotionen. Das Gefühl Verlassen zu werden, die überwältigende Einsamkeit der Protagonistin. Das Leid, aber auch die Freude an der Natur. Die Begeisterung als sie ihre Lage angenommen und sich einen ganz eigenen Lebensstil geschaffen hat, die Liebe und Zuneigung zwischen den Charakteren und die außergewöhnliche Geschichte an sich machen das Buch für mich schon jetzt zu einem Highlight in diesem Jahr. So fern Kyas Realität ist, kann man sich dennoch auf Grund des einfühlsamen Erzählstils in sie hineinversetzen. Absolute Leseempfehlung!

Buchdetails:

„Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens
Hanser Literaturverlage – 22.07.2019
Hardcover 22,00 € – 464 Seiten
Mehr Infos auf der Homepage der Autorin


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Im Bann des Wikingers – Begehren des Kriegers“ von Mariah Stone

In meiner Rezension zu „Im Bann des Wikingers – Begehren des Kriegers“ erfahrt ihr warum es deutliche Ähnlichkeiten zum Bestseller „Outlander“ von Diana Gabaldon gibt, aber auch vieles was sich davon abhebt. Taucht ein in die Leidenschaftliche Welt von Cathy und Andor.

"Im Bann des Wikingers - Begehren des Kriegers" von Mariah Stone

Inhalt

Verzehrendes Verlangen, schmerzhafte Erinnerungen – und die Hoffnung auf eine zweite Chance
USA, 2019. Seit einem Jahr kämpft die vegane Yogalehrerin Cathy darum, dass ihr Verlobter aus dem Koma erwacht. Nun sollen die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet werden. Sie möchte es verhindern, gerät jedoch in einen Strudel der Zeit und kommt im Mittelalter zu sich. Inmitten einer Schlacht. Unvermittelt steht sie einem wortkargen Krieger gegenüber – einem Wikinger, der ihrem Verlobten verblüffend gleicht. Er entfacht in ihr eine brennende Leidenschaft, und Cathy muss sich entscheiden, für wen ihr Herz schlägt.
Königreich Wessex, 878. Andor Thornsson quälen schwere Schuldgefühle. Er flieht vor seiner Vergangenheit, indem er sein Leben ständig aufs Spiel setzt. Während eines verhängnisvollen Gefechts rettet eine kurvige Unbekannte sein Leben. Sie behauptet, aus der Zukunft und seine Verlobte zu sein. Andor zweifelt an ihrem Verstand. Und an seinem.
Denn wie sonst ist es möglich, dass er zustimmt, der viel zu redseligen und viel zu verführerischen Cathy bei der Rückkehr in ihre Zeit zu helfen?
Quelle: Mariah Stone →

Meine Meinung

„Begehren des Kriegers“ von Mariah Stone bietet eine spannende Mischung aus Zeitreise-Romantik und Wikinger-Setting. Die Handlung erinnert ein wenig an „Outlander“: Cathy, die Protagonistin, reist durch die Zeit und begegnet einem Krieger, der ihrem Partner aus der Zukunft verblüffend ähnlich sieht. Während sie in die Vergangenheit katapultiert wird, ist sie hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, zu ihrem Mann in der Zukunft zurückzukehren, und den aufkeimenden Gefühlen für Andor, den Mann aus der Vergangenheit.

Vergleich zu „Outlander“

Wie in „Outlander“ nutzt Cathy ihr modernes Wissen, um sich in der fremden Welt zu behaupten und sich einen Platz zu erkämpfen. Dabei übernimmt sie die Rolle der „Retterin“, indem sie den verletzten Krieger Andor pflegt und sich dadurch bei den Wikingern Respekt verschafft. Doch während die Grundzüge der Geschichte ähnlich erscheinen, gibt es auch Unterschiede. Die Zeit, in die Cathy reist, ist viel weiter zurück als bei „Outlander“ – in das England der Wikingerzeit, etwa vor 1000 Jahren. Zudem ist die Beziehung zu ihrem Partner in der Zukunft weniger konkret: Er liegt im Koma, und es ist unklar, ob es überhaupt eine Zukunft mit ihm gibt.

Charaktere und Beziehungen

Cathy ist eine moderne, selbstbewusste Frau, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Ihre physische Stärke spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie ist größer und muskulöser als das heutige Schönheitsideal vorgibt. Andor hingegen, ein Wikingerkrieger, bewundert genau diese Stärke. Für ihn passt Cathy perfekt in seine Welt, denn in einer Zeit, in der Stärke und Kampfgeist hochgeschätzt werden, ist sie nicht nur attraktiv, sondern eine gleichwertige Partnerin. Diese Idee, dass körperliche Stärke und Schönheit zusammengehören, war damals relevant und ist auch heute wieder ein Thema – man denke nur an die aktuellen Trends im Sport, wo starke, athletische Frauen, wie Bodybuilderinnen und Sportlerinnen, das Ideal von Schönheit und Leistung verkörpern.

Das Zusammenspiel von Cathy und Andor

Cathy und Andor durchleben jedoch viele Konflikte, die vor allem durch mangelnde Aufrichtigkeit und Kommunikationsprobleme verstärkt werden. Cathy möchte ständig über ihre Gefühle sprechen, was einerseits bewundernswert ist, weil sie ihre Emotionen ernst nimmt und für ihre Bedürfnisse einsteht. Andererseits wirkt es manchmal etwas penetrant, vor allem, da Andor nicht der Typ ist, der über seine Gefühle reden möchte. Auch er verhält sich widersprüchlich: Obwohl er Cathy begehrt und immer wieder Nähe sucht, bleibt er emotional auf Distanz. Dieses Muster zieht sich durch viele Kapitel, was auf Dauer ermüdend sein kann.

Die Dynamik zwischen Cathy und Andor wirkt wie ein Abbild moderner Beziehungsprobleme: Sie möchte Klarheit und Beständigkeit, er meidet ernste Gespräche und genießt die körperliche Anziehung. Beide Figuren zeigen klassische Klischees, die die Entwicklung der Geschichte zwar verständlich, aber auch vorhersehbar machen. Dennoch gibt es emotionale Momente, in denen die Anziehung und das Verlangen zwischen den beiden deutlich spürbar sind.

Kritikpunkte und Stärken

Einer der Schwachpunkte des Buches ist, dass die Geschichte oft auf den inneren Monologen und Emotionen der Charaktere basiert, während die Handlung in den Hintergrund tritt. Zudem sind einige Details – wie beispielsweise der Umgang mit Asphalt in der Wikingerzeit – ein wenig irritierend und könnten für Leser, die historisch akkurate Romane bevorzugen, störend wirken.

Dennoch bietet „Begehren des Kriegers“ eine emotionale Liebesgeschichte, die durchaus berührt, wenn man über einige Klischees hinwegsehen kann. Die innere Stärke von Cathy und ihr Wille, sich in dieser neuen Welt zu behaupten, passen wunderbar in die Zeit der Krieger. Ihre körperliche Stärke, die in der modernen Zeit vielleicht nicht als typisches Schönheitsideal angesehen wird, ist in der Wikingerzeit ein klarer Vorteil – und diese Sichtweise wird auch heute wieder stärker betont, wenn man sich aktuelle Trends in der Fitnesswelt ansieht.

Fazit

„Begehren des Kriegers“ ist ein unterhaltsamer Zeitreise-Roman, der vor allem Fans von romantischen Geschichten ansprechen wird. Die emotionale Entwicklung zwischen Cathy und Andor steht im Mittelpunkt, während die äußere Handlung eher eine untergeordnete Rolle spielt. Trotz einiger Klischees und vorhersehbarer Momente bekommt man hier eine gefühlvolle Liebesgeschichte geboten. Besonders positiv fällt auf, wie Cathys Stärke und Selbstbewusstsein in einer historisch passenden Weise dargestellt werden, was eine schöne Botschaft über Körperideale und den Wert von Stärke vermittelt. Wer über einige historische Ungenauigkeiten hinwegsehen kann, wird an diesem Buch sicher Freude haben.

Buchdetails:

„Im Bann des Wikingers – Begehren des Kriegers“ von Mariah Stone (Band 2 – Reihe: „Im Bann des Wikingers“)
Stone Publishing – 07.11.2022
eBook ab 4,99 € – 274 Seiten
Mehr Infos auf der Homepage der Autorin


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2024

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮