Schlagwort: Psychothriller

Rezension: „She’s Not Sorry“ von Mary Kubica

Rezension: "She’s Not Sorry" von Mary Kubica - alienicious.de

Inhalt

Ein schrecklicher Unfall.
Eine schockierende Entdeckung.
Niemand ist sicher.

Als Intensivkrankenschwester hat Meghan mit schockierenden Schicksalen zu tun. Als die Komapatientin Caitlin eingeliefert wird, ist sie zutiefst erschüttert: Caitlin soll von einer Brücke gesprungen sein. Meghan fragt sich, was die junge Frau zu dieser Verzweiflungstat getrieben haben könnte. Als ein Zeuge berichtet, Caitlin sei gar nicht selbst gesprungen, sondern wurde von der Brücke gestoßen, wird es für Meghan gefährlich. Viel zu spät begreift sie, dass sie und ihre Tochter die Nächsten sein könnten. 

Quelle: Aufbau Audio

Meine Meinung

She’s Not Sorry beginnt mit einer starken Grundidee: Meghan Michaels arbeitet als Intensivkrankenschwester und betreut eine Patientin, die nach einem Sturz von einer Brücke im Koma liegt. Relativ schnell entsteht dabei das Gefühl, dass hinter dem angeblichen Unfall möglicherweise ein Verbrechen steckt. Gleichzeitig gerät Meghans eigenes Leben immer weiter aus dem Gleichgewicht und besonders die Begegnung mit der mysteriösen Nat sorgt dafür, dass die Stimmung zunehmend bedrückend und misstrauisch wird. Dieses permanente Gefühl von Paranoia, Misstrauen und Bedrückung, fand ich beim Lesen sehr gelungen.

Besonders gut funktioniert dabei der Aufbau mit den verschiedenen Zeitebenen. Mary Kubica verwebt die Handlung so geschickt, dass mir der eigentliche Twist lange nicht aufgefallen ist. Rückblickend ergeben viele Szenen plötzlich mehr Sinn und genau dieser Effekt macht den Thriller stellenweise wirklich spannend.

Trotzdem hatte ich insgesamt große Probleme mit der eigentlichen Handlung. Der Plot wirkt irgendwann extrem konstruiert und überladen. Vor allem die zusätzliche Geschichte rund um Luke und die Angriffe auf Frauen fühlte sich für mich komplett unnötig an. Ein Nebenschauplatz, den man als eigenen Thriller hätte erzählen können. Statt die psychologische Spannung zu verstärken, macht das die Geschichte eher chaotisch.

Mein größter Kritikpunkt ist allerdings Meghan selbst. Sie handelt stellenweise so irrational und leichtsinnig, dass es nicht mehr glaubwürdig wirkt. Dass sie einer nahezu fremden Person innerhalb kürzester Zeit ihre größten und gefährlichsten Geheimnisse anvertraut, sie in ihr Leben und sogar in ihre eigene Wohnung lässt, in der sie mit ihrem Kind wohnt, fühlt sich nicht authentisch an, sondern wie ein reines Plot Device, damit die Geschichte überhaupt funktionieren kann. Viele zentrale Ereignisse passieren nur, weil Meghan sich künstlich irrational verhält — und das hat mich beim Lesen irgendwann mehr frustriert als mitfiebern lassen.

Fazit

Am Ende bleibt für mich deshalb ein Thriller mit einer starken, unangenehmen Atmosphäre, einer Hauptfigur die keine Heldin ist und einem clever eingebauten Stilmittel, dessen eigentliche Handlung aber zu konstruiert wirkt, um mich wirklich zu überzeugen.

Buchdetails:

„She’s Not Sorry – Du könntest die Nächste sein“ von Mary Kubica
Aufbau Audio – 15.07.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – ab 14,99 €


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Das Haus nebenan“ von Lynda Renham

alienicious.de
Rezension: "Das Haus nebenan" von Lynda Renham

Inhalt

Unsere neue Nachbarin wirkte anfangs freundlich, vielleicht ein wenig zu interessiert.
Doch inzwischen kennt sie Dinge, die sie unmöglich wissen kann.
Alle halten mich für paranoid – aber ich weiß, was sie wirklich will: mein Leben.
Und sie weiß genau, wie sie es bekommt.

Clare führt ein scheinbar perfektes Leben mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn. Doch als die neue Nachbarin, Sharni, einzieht, beginnt ihre Realität zu bröckeln. Kleine Gedächtnislücken werden zu beängstigenden Aussetzern, und hinter der anfänglichen Freundlichkeit von Sharni scheint eine dunkles Geheimnis zu stecken. Clare spürt, dass etwas nicht stimmt.

Warum sieht Sharnis Haus fast exakt so aus wie ihres? Woher weiß sie von ihren Medikamenten? Und warum interessiert sie sich so sehr für ihren Sohn?

Was als leises Unbehagen beginnt, wächst zu einem alles durchdringenden Misstrauen. Doch während Clare versucht, die Wahrheit hinter Sharnis Fassade zu entlarven, zweifeln alle um sie herum an ihrem Verstand. Ist Clare wirklich auf dem Weg in den Wahnsinn – oder ist Sharni genau das, wovor sie sich fürchtet?

(Quelle: Digital Publishers)

Meine Meinung

Das Haus von nebenan“ von Lynda Renham ist ein unangenehmer, psychologischer Thriller, der seine Spannung nicht aus großen Actionszenen zieht, sondern aus Zweifel, Misstrauen und dem schleichenden Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt.

Im Mittelpunkt steht Clare, deren scheinbar perfektes Leben langsam auseinanderbricht, nachdem ihre neue Nachbarin Sharni auftaucht. Anfangs wird man als Leser sehr stark auf Clares Seite gezogen. Ihre Sorgen wirken nachvollziehbar, die kleinen Merkwürdigkeiten rund um Sharni beunruhigend. Man will den Ehemann rütteln und ihm sagen „Mach die Augen auf“, wenn er wieder einmal an Clare zweifelt. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto häufiger beginnt man an Clare selbst zu zweifeln – an ihrer Wahrnehmung, ihren Erinnerungen und daran, ob die Geschehnisse wirklich so passieren, wie sie sie erlebt.

Unzuverlässige Erzählerin

Gerade diese unzuverlässige Erzählweise fand ich unglaublich gelungen. Das Buch spielt permanent mit der Wahrnehmung der Leser. Man schwankt ständig zwischen „Sie hat absolut recht“ und „Vielleicht bildet sie sich das wirklich ein“. Dadurch entsteht eine starke psychologische Spannung und eine immer bedrückendere Atmosphäre. Die Paranoia wächst schleichend und sorgt dafür, dass man sich beim Lesen zunehmend unwohl fühlt.

Die Dynamik zwischen den Charakteren

Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Clare, ihrem Mann und Sharni. Während Clare zunehmend verunsichert und misstrauisch wird, reagieren die Menschen um sie herum oft distanziert oder abweisend auf ihre Sorgen. Gerade ihr Mann wirkt über weite Strecken emotional abwesend und nimmt ihre Ängste kaum ernst, wodurch man als Leser irgendwann selbst beginnt zu hinterfragen, ob Clare tatsächlich reale Warnsignale erkennt oder sich immer weiter in ihre Gedanken hineinsteigert.

Sharni wiederum bewegt sich ständig zwischen freundlicher Nachbarin und unterschwelliger Bedrohung. Viele ihrer Handlungen wirken seltsam intim oder übergriffig, sind aber oft gerade noch plausibel genug, dass man sie nicht eindeutig einordnen kann. Genau daraus entsteht dieser unangenehme psychologische Effekt: Clare fühlt sich zunehmend isoliert mit ihren Ängsten, während ihr Umfeld ihre Wahrnehmung eher abschwächt als bestätigt.

Dadurch greift das Buch auch Themen wie Gaslighting und mangelnde Kommunikation auf. Nach außen wirkt vieles geordnet und normal, doch unter dieser perfekten Vorstadtfassade liegen Misstrauen, Unsicherheit und das Gefühl, emotional nicht ernst genommen zu werden.

Fazit

„Das Haus von nebenan“ lebt von seinem psychologischen Effekt auf die Leser. Dieses ständige Zweifeln, Hinterfragen und Miträtseln hat für mich extrem gut funktioniert und das Buch zu einem sehr spannenden Domestic Thriller gemacht.

Buchdetails:

„Das Haus von Nebenan“ von Lynda Renham
Digital Publishers – 02.12.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 8:55 Std. – 18,95 €


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Nachbarskind“ von Anita Waller

In meiner Rezension zu Nachbarskind von Anita Waller erzähle ich euch, warum mich der Auftakt rund um Jeanette Gregson packen konnte, die Geschichte mit Martha aber für mich zunehmend an Glaubwürdigkeit verlor.

Rezension: "Nachbarskind" von Anita Waller

Inhalt

Ein Blick durchs Schlüsselloch – in ein Haus, in dem nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Dunkel, intensiv und fesselnd: Der nervenaufreibende Psychothriller von Bestsellerautorin Anita Waller.

Janette Gregson hat sich in die einsame Sicherheit ihres Hauses zurückgezogen. Als sie einem unerwarteten Besucher die Tür öffnet, stürzt ihre Welt brutal in sich zusammen. Monate später bringt sie ein Kind zur Welt. Im Keller, ganz allein – das Erbe eines Verbrechens, das nie ans Licht kommen darf. Janette wird zur Gefangenen ihrer Vergangenheit und ihrer eigenen Ängste. Doch was passiert, wenn das Kind zum Mittelpunkt eines neuen, verstörenden Spiels wird? Denn irgendwann kommt jedes Geheimnis ans Licht …
Quelle: Digital Publishers

Meine Meinung

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die wiederum „Bücher“ genannt werden. Der erste Teil, der sich mit Jeanette Gregson beschäftigt, hat mir mit Abstand am besten gefallen. Jeanette ist eine absolute Einsiedlerin, deren Leben von schweren Traumata und psychischen Auffälligkeiten geprägt ist. Sie hat sich eine eigene Welt geschaffen in der sie, geformt von einer schwierigen Kindheit, zurecht kommt. Sie betreibt eine Hundepension und es wird schnell klar, dass sie für die Hunde in ihrer Obhut wesentlich mehr Zuneigung und Verbindung empfindet als für Menschen im Allgemeinen. Ihr einziger Freund ist ihr Hund. Aus ihrer Perspektive zu lesen war für mich etwas Neues und Spannendes – gerade weil vieles in ihrem Verhalten zwanghaft und auf den ersten Blick wenig nachvollziehbar erscheint. Das hat den Abschnitt für mich intensiv, beklemmend und auf eine verstörende Weise faszinierend gemacht.

Mit dem Auftreten des Kindes Martha verlagert sich der Fokus – und damit verlor das Buch für mich an Stärke. Anfangs fand ich es noch interessant, Marthas Entwicklung zu begleiten. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger nachvollziehbar wurde ihr Verhalten. Ihre Gemütszustände schwanken ständig: mal von dem schwer traumatisiert und gestörten Mädchen, der die Welt fremd ist. Mal zu einem fast normal wirkenden Mädchen, das freundlich und ausgeglichen ist und dazu hochbegabt. Später folgt ein plötzlicher Bruch in der Geschichte bei dem sie fast „böse“ erscheint. Dieser Bruch war aus Storytelling Sicht fast zwangsläufig notwendig und voraussehbar. Auf der anderen Seite wurde er fast wieder zurückgenommen oder negiert in dem Martha wieder in die Rolle der freundlichen und netten Adoptivschwester zurückfällt. Es ist nicht eindeutig, ob sie all ihr Verhalten spielt als Mittel zum Zweck, oder sie eine psychisch traumatisierte, zwiespältige Figur darstellen soll. Diese Inkonsequenz hat mir den roten Faden genommen und ließ die Figuren unausgereift wirken.

Auch der Ausgang der Geschichte konnte mich nicht so recht überzeugen. Die Entwicklungen und Verbindungen, die zu dem Ende des Buches geführt haben – welches ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte – waren für mich nicht derart ausgeprägt um das Ende zu erklären. Vieles wirkte zu konstruiert und unglaubwürdig. Die Emotionen blieben – vor allem ab dem zweiten Teil – für mich oft blass und nicht nachvollziehbar. Ich denke, die Geschichte hätte davon profitiert, wenn sich die Autorin stärker auf eine der beiden Figuren und deren Erzählstrang konzentriert hätte.

Einige Elemente fand ich allerdings durchaus gelungen. Die Idee mit den Tagebüchern in Bilderform war ein originelles Detail. Auch die thematischen Schwerpunkte – Familiendrama, Adoption, psychologische Folgen von Traumata, die Arbeit von Sozialarbeitern und Psychologen sowie die Frage, wie nah man Menschen wirklich kommt – hatten Potenzial. Das Buch lebt von der Idee „Man kann Menschen nur vor den Kopf schauen“, niemand weiß mit Gewissheit was sich hinter der Fassade abspielt und niemand weiß welche Schicksale sich hinter verschlossener Tür zutragen. Leider wurde dieses nicht konsequent genutzt. Die Chemie zwischen Martha und ihrer Adoptivschwester wirkte für mich sehr merkwürdig und hat stark geschwankt.

Am Ende bleibt der Eindruck eines Buches, das sehr stark beginnt, dann aber an Stringenz und Glaubwürdigkeit verliert. Die Botschaft „Man kann Menschen nur vor den Kopf schauen“ ist wichtig und treffend, doch die Umsetzung konnte mich nicht durchgehend überzeugen.

Fazit

Ein Psychothriller mit intensivem und interessantem Start und spannender Grundidee, der aber je weiter die Geschichte voranschreitet immer konstruierter wirkt und seine Figuren nicht stringent entwickelt.

Buchdetails

„Nachbarskind“ von Anita Waller
dp audiobooks – 17.07.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 09:06h – ab 4,95 €


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von Digital Publishers zur Verfügung gestellt.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Das Patenkind“ von Jane E. James

In meiner Rezension zu „Das Patenkind“ von Jane E. James gehe ich auf die düstere Atmosphäre und die tiefgreifenden Geheimnisse einer toxischen Freundschaft ein. Wenn ihr Psychothriller liebt, die sich um zerstörerische Beziehungen und überraschende Wendungen drehen, seid ihr hier genau richtig. Lest weiter und erfahrt, warum diese Geschichte so fesselnd ist.

Rezension zu „Das Patenkind“ von Jane E. James

Inhalt

Eine einzige dunkle Nacht kann das Leben von drei Menschen zerstören 
Ein schockierender Psychothriller mit packenden Plot Twists

Ich: Gerade habe ich meinen vierzigsten Geburtstag gefeiert, doch statt Glück fühle ich nur Leere. Mein Ex hat mich vor einem Jahr verlassen, und ich komme einfach nicht über ihn hinweg.

Sie: Meine beste Freundin Maddie hat alles, was ich mir jemals erträumt habe. Einen erfolgreichen, gutaussehenden Ehemann. Ein Designer-Haus am Fluss. Eine Luxusküche, die das Dreifache meines Gehalts kostet. Und Joe, ihren sechzehnjährigen Sohn.

Er: Joe, mein gutmütiger Patensohn, sagt, ich sei wie seine zweite Mutter für ihn. Und manchmal habe selbst ich das Gefühl, ich stehe ihm näher als seine richtige Mutter.

Dann, eines Nachts, klopft es heftig an der Tür. Es ist Joe. Er ist sichtlich aufgebracht und wütend. Er stürmt an mir vorbei, bevor ich überhaupt die Chance habe, ihn hereinzubitten. Was er mir erzählt – und was als nächstes passiert – wird ALLES zerstören.
Quelle: digital publishers

Meine Meinung

Manchmal reicht ein einziger Moment, um das Leben von mehreren Menschen für immer zu verändern. In „Das Patenkind“ entfaltet sich dieser Moment mit einer schockierenden Handlung und zieht eine Flut dunkler Enthüllungen und psychologischer Abgründe nach sich.

Schon zu Beginn merkt man die Spannung zwischen den Freundinnen Zoe und Madeline. Ihre Beziehung wirkt nach außen hin stabil, doch hinter der Fassade verbergen sich Geheimnisse, die tief genug gehen, um das, was sie sich gemeinsam aufgebaut haben, zu zerstören. Jane E. James versteht es, diese brüchige Oberfläche nach und nach zu zerbröckeln zu lassen und zeigt, wie auch in scheinbar perfekten Leben dunkle Schatten lauern.

Die düstere Stimmung zieht sich wie ein drückender Nebel durch das gesamte Buch. Bereits nach wenigen Seiten war ich in die bedrückende Welt dieser Figuren hineingezogen, deren äußerlich perfektes Leben von Zerrissenheit und Geheimnissen geprägt ist.

Zoe und Madelin, unzertrennliche Freundinnen

Zoe und Madeline sind seit langem enge Freundinnen. Zoe ist die Patin von Madelines 16-jährigem Sohn. Zoe ist hin- und hergerissen in ihren Gefühlen für Madeline. Auf der einen Seite ist Madeline ihre beste und langjährige Freundin. Auf der anderen Seite merkt sie die Ungleichheit ihrer Leben auf ihr lasten. Sie single und kommt kaum über die Runden mit ihrem Gehalt als Fisörin/Stylistin, Madeline hingegen hat einen erfolgreichen Mann geheiratet, lebt in Wohlstand und trägt ihre perfekte Familie zur Schau. Madeline wiederum versucht, sich hinter dieser Fassade aus Wohlstand und Perfektion zu verstecken – doch die Risse darin sind unübersehbar.

Licht und Schatten

Beide Frauen sind in ihrem Verhalten sowohl anziehend als auch abstoßend. Jane E. James schafft es, diese inneren Konflikte so intensiv darzustellen, dass ich mich selbst zwischen widersprüchlichen Gefühlen wiederfand. Man spürt ihren Konflikt zwischen dem was sie Vorgeben zu sein und zu fühlen und den Problemen die hinter der Fassade stecken: In Zoes Fall Einsamkeit, Verlust der der Beziehung und Alkoholsucht.
In Madelines Fall, dass ihr perfekter Sohn nicht ganz so perfekt ist wie sie es sich wünscht und auch die ach so heile Beziehung zu ihrem erfolgreichen Mann, dem Chirurgen, ist nicht was sie zu sein scheint.

Die beiden Frauen sind in tiefer Freundschaft verbunden, das glauben sie zumindest. Dennoch gehen sie auf eine fast grausame Art miteinander um. Beide Frauen haben böse, dunkle Eigenschaften, aber auf der anderen Seite auch immer wieder Momente in denen sie ehrlich besorgt um die andere zu sein scheinen.

Es ist ein Wechselspiel aus Nähe und Distanz, Vertrauen und Verrat und endet in einem gefährlichen Tanz aus Eifersucht, Schuld und Täuschung.
Es wird auch die Frage aufgeworfen, wie viel man sich von einer Freundschaft wirklich erhoffen kann: Wann wird aus Nähe Abhängigkeit? Die Antworten, die die Geschichte liefert, sind nicht schön.

Wendungen und Spannung

Nachdem Joe, Madelines Sohn, eines Nachts aufgebracht an Zoes Tür klopft gerät die Welt aus den Fugen. Nach den Geschehnissen dieser Nacht überschlagen sich die Ereignisse.
Die unerwarteten Wendungen sind das Herzstück dieses Psychothrillers. Immer wenn man glaubt, die Geschichte verstanden zu haben, überrascht Jane E. James mit einem neuen Twist. Gerade wenn man denkt, Schlimmer kann es nicht kommen, bringt eine weitere Enthüllung alles wieder ins Wanken.

Fazit

„Das Patenkind“ ist ein intensiver, düsterer Psychothriller. Die beiden Protagonistinnen sind jeweils geprägt von Licht- und Schattenseiten. Die Wendungen sind unerwartet und die Geschehnisse dramatisch.
Wenn man sich auf die überzeichneten Züge der Figuren und die extremen Entwicklungen einlassen kann, erwartet einen eine fesselnde Geschichte, die sich mit den dunklen Seiten menschlicher Beziehungen auseinandersetzt. Hinter der glatten Fassade lauern tiefe Abgründe, die Jane E. James in einer packenden Erzählung verstrickt.

Buchdetails:

Rezension zu „Das Patenkind“ von Jane E. James
Joffe by dp – 03.10.2024
eBook ab 0,99€, ca. 386 Seiten
Verlag: dp audiobooks


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2024

Das rezensierte eBook wurde mir als Rezensionsexemplar von Digital Publishers zur Verfügung gestellt.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮