In meinem Lesetagebuch möchte ich einfach in wenigen Sätzen meine Eindrücke zusammenfassen, die ich bei meinen aktuellen Büchern habe. Wie eigentlich bei all meinen Einträgen: Achtung Spoiler 🙂

In den letzten Tagen habe ich zwei neue Bücher begonnen: Von Mark “Leben und Fälle des Rechtsmediziners Otto Prokop”, sowie “The Chemist” von Stephenie Meyer als Hörbuch.

“Leben und Fälle des Rechtsmediziners Otto Prokop” von Mark Benecke – Seite 0-37 (von 281)

Mein erster Eindruck ist, dass dieser Mensch Otto Prokop ein sehr schwer einzuschätzen ist und sich offensichtlich ein etwas düsteres Geheimnis um ihn rankt. Die Einleitung lässt dies auf jeden Fall vermuten. Das erste Kapitel dann beschäftigt sich mit Prokops jungen Jahren in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg und der Hitler Jugend. Ich bin auf jeden Fall neugierig geworden, was noch hinter der Figur des legendären Rechtsmediziners steckt. Beneckes Stil ist wie immer sehr angenehm zu lesen, nur die vielen eingestreuten Zitate von Prokop selbst machen es, durch ihren doch etwas umständlichen Stil (aus einer anderen Zeit?), etwas holprig zu lesen, aber auch deutlich authentisch.

“The Chemist – die Spezialistin” von Stephenie Meyer – Kapitel 0-142 (von 279)

Vorab finde ich den Titel etwas doppelt gemoppelt, das liegt aber vermutlich nur an der Deutschen Version des Titels. In den ersten Kapiteln des Buches lernen wir die Protagonistin als gehetzte, zurecht paranoide, sehr intelligente Frau kennen. Ihr Name ist mal Alex, aber der ist natürlich nur gekauft. Alex hat mit ihrem Hintergrund in der Medizin und Chemie als Verhörspezialistin für eine Art paramilitärische Organisation gearbeitet, das Dezernat. Verhört hat sie potenzielle Terroristen und Landesverräter. Und dies nicht gerade auf die sanfte, sondern viel mehr auf die perfide Art. Seit sie jedoch aus dem Dezernat geschmissen wurde / geflohen ist, lebt sie permanent mit der Gefahr, dass jemand sie umbringen könnte.

Sie wirkt wie eine sehr starke Figur, die sich mit ihrer Situation abgefunden hat. Die sich mit ihrer Einsamkeit arrangiert hat und ihre Intelligenz und Auffassungsvermögen retten ihr die Haut.

Die ersten Kapitel erlebe ich Alex in ihrer Standard-Flucht Routine. Papiere, Aussehen und Wohnorte wechselt sie wie ihre Ungerbutzen. Ich fand es zu beginn sehr spannend, die ersten Kapitel haben sich dann aber doch solange erstreckt und waren dermaßen mit Details zur Flucht und viel zu ausgeklügelten Sicherheitsmaßnahmen gesprickt, dass ich mich fast gefragt habe, wo die Geschichte hingehen soll. Die detailierte Beschreibung führt den Charakter Alex als sehr Detailversessen, pedantisch und intelligent ein, ist aber in dieser Form nicht nötig gewesen und macht es etwas unglaubwürdig und wenig identifizierbar.

Der erste Wendepunkt in der Geschichte tritt auf, als Alex von ihrem ehemaligen Chef kontaktiert wird und ihr ein vorgeblicher Terrorist präsentiert wird, der mit einer biologischen Waffe Tausende bis Millionen Menschen umbringen wird, wenn nur sie, Alex, dem Dezernat nicht hilft! Natürlich ist dies viel zu schön um wahr zu sein, doch als Alex sich mit dem angeblichen Terrorist beschäftigt, kann sie nicht anders als auf eigene Faust die benötigten Informationen zu besorgen um zig Menschenleben zu retten.

Ihr Plan geht deutlich schief als sie, nach der Entführung und Verhör des Verdächtigen, rausfindet, dass alles nur ein Plan ihres Chefs war Alex umzubringen. Denn, wer hätte es gedacht, der Zwilling des Verdächtigen taucht auf und heizt Alex ordentlich ein, da sie gerade seinen Bruder gefoltert hat.

Bis zu diesem Zeitpunkt finde ich das Buch spannend geschrieben, es gibt unvorhergesehene Wendungen (auch wenn das mit dem Zwilling schon etwas klischeehaft ist!). Doch dann passiert in der Geschichte eine Sache, die ich etwas zu lazy finde: Der unschuldige Bruder ist nämlich vor seiner Entführung durch Alex, schon absolut angetan von ihr. Läd sie sogar zum Essen ein bevor Alex Gefügigkeits-Droge ihn willenlos macht. Nun nach ein paar Runden Schmerzen, Qualen und Verhör jedoch ist er direkt völlig entspannt. Hey Alex, kein Problem! Anstatt vor Alex Fähigkeiten andere Menschen furchtbar zu foltern abgeschreckt und beunruhigt zu sein, vielleicht sogar traumatisiert, ist er ihr direkt wieder zugetan und empfindet anscheinend sogar Zuneigung und romantische Gefühle für sie.

Diese Wendung der Ereignisse habe ich als viel zu plötzlich und unglaubwürdig empfunden. Klar Alex wurde hinters Licht geführt, aber das Ändert nichts daran was sie mit Daniel – der normale Zwiling – angestellt hat und locker mal jedem ein gepflegtes Trauma bescheren kann.

Kevin, der militärische Zwilling, ist quasi Alex Gegenstück. Er hat eine Militärische Ausbildung, hat jahrelange Erfahrung im Bereich der Geheimdienstlichen Arbeit und stürmt natürlich als von Kopf bis Fuß durchtranierter, stahlharter und bis an die Zähne bewaffnete Kampfmaschine herbei um seinen Bruder zu retten.

Auch Kevin ist als Charakter überzeichnet. Wie Alex selber im Verlauf der Geschichte sagt, ist er “Batman” nur mit sehr vielen Waffen. Nachdem die Falle aufgedeckt ist und Alex, Kevin und Daniel sich verbünden gegen den gemeinsamen Feind, das Dezernat, die CIA, man weiß es noch nicht so genau, suchen die drei in Kevins Anwesen, als weniger kann man es wirklich nicht bezeichnen, unterschlupf. Auf die genauen Pläne möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, was sich nun aber entspinnt ist eine Romanze zwischen Daniel und Alex.

Und hier wird die Geschichte plötzlich viel viel langsamer, war vorher Alex Leben unfassbar hektisch, kehrt in diesen Tagen Ruhe ein und es findet sich sogar die Zeit das Abendessen in aller Ruhe nachzuholen.

Ich bin wirklich noch nicht überzeugt von dieser Romanze und ich hoffe, dass die Romanze nicht den Hauptteil der Handlung ausmachen wird, denn dann ist das Buch für mich eine Mogelpackung.

Zuletzt möchte ich noch meinen Verdacht gegenüber Daniel aussprechen. Mein erster Gedanke war wie gesagt, dass ich sein Verhalten Alex gegenüber unglaubwürdig finde. Weiterhin nähert er sich Alex so unbeirrbar an, dass es etwas von einem Spion hat, der sein Opfer umgarnt und zu guter Letzt hab es einen Abschnitt, in dem Daniel einfach mal vom Anwesen in die nächste Stadt gefahre ist und niemandem auch nur ein Wort gesagt hat. Die anderen haben sich wohl auch nicht großartig gewundert. Tolle sicherheitsmaßnahmen. War er vielleicht auf einem geheimen Treffen mit der CIA oder dem Dezernat? Ich werde es herausfinden…

So genug von meinem Lesetagebuch… so viel zu ein paar wenige Sätze. 🙂 Bis zum nächsten Mal.

1 Comment on Lesetagebuch 11.08.2021

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