Kategorie: Rezension

Rezension: „To Tempt a God“ von Anna Benning

Rezension: "To Tempt a God" von Anna Benning

Inhalt

»Es heißt, nur diejenigen können unter den Göttern überleben, die ihr Herz zu Stein verwandeln. Doch diese Fähigkeit hast du mir genommen. Mein Herz schlägt für dich, und ich will dich deshalb hassen – aber ich kann es nicht.«
 
In Silver City herrschen die Götter. Menschen dürfen in der Stadt des Lichts zwar leben, aber schon ein falscher Schritt kann für sie den Tod bedeuten. Als Aurora an den Hof der Götter berufen wird, muss sie sich plötzlich in einer Welt voller Grausamkeiten und Machtspiele behaupten. Denn ausgerechnet Colden, der Sohn des gefürchteten Herrschergotts, bindet sie als seine Dienerin für immer an sich. Doch anders als die anderen Götter will Colden Aurora nicht besitzen und verabscheut die barbarischen Regeln, die den Menschen auferlegt werden. Gefangen zwischen Misstrauen, unausgesprochenen Gefühlen und einer verbotenen Anziehung kommen sich Aurora und Colden näher – während die Welt der Götter auf einen Krieg zusteuert, der die fragile Ordnung Silver Citys ein für alle Mal in Stücke reißen könnte …

Quelle: Fischer Sauerländer

Meine Meinung

To Tempt a God“ ist der Auftakt der Götterlicht-Saga von Anna Benning. Ich bin über das Buch gestolpert, nachdem ich „The Games Gods Play“ gelesen habe und völlig im Mythologie-Fieber war. Entsprechend hoch war meine Lust auf Themen wie Götter, Machtspiele und dramatische Gefühle – und genau das bekommt man hier auch.

Benning entführt uns in eine mythologische, dystopische Welt, in der Licht wortwörtlich das Lebenselixier ist. Während die oberen Schichten der riesigen Städte im Glanz leben, existieren die unteren Ebenen nahezu vollständig in Dunkelheit. Silver City wird von den Göttern beherrscht, die über alles und jeden bestimmen. Menschen sind in diesem Gefüge kaum mehr als Untergebene oder Leibeigene – unfrei und den Launen der Götter ausgeliefert.

Aurora wird als Dienerin – eine sogenannte Valet – auserwählt und auf Lebenszeit an Colden gebunden – den Sohn des herrschenden Gottes. Damit taucht sie mitten hinein in eine Welt aus Intrigen, Machtspielen und Grausamkeiten, in der sie nicht nur überleben, sondern auch ihren Bruder retten muss.

Besonders spannend fand ich dabei die Dynamik zwischen Aurora und Colden: Während Aurora die Götter und ihre grausame Welt zutiefst verabscheut, merkt sie nach und nach, dass Colden nicht so ist wie die anderen Götter. Er hinterfragt viele der barbarischen Traditionen selbst und steht zunehmend zwischen den Erwartungen seiner Welt und seinen eigenen Überzeugungen. Dadurch gerät Aurora immer stärker in einen inneren Konflikt zwischen Misstrauen, Wut und ihren aufkommenden Gefühlen für ihn.

Die Geschichte verbindet dabei klassische Romantasy-Elemente mit einer gesellschaftlichen Dystopie, die die Spaltung zwischen Arm und Reich extrem zuspitzt. Gerade die Bildsprache mit Licht und Dunkelheit ist sehr klar.

Aurora mochte ich als Protagonistin sehr. Sie ist eine klassische starke Heldin, aber nicht unangreifbar. Sie vereint Wut, Mut und den Drang etwas verändern zu wollen mit Ängsten, Verletzlichkeit und emotionalen Konflikten. Dadurch wirkte sie für mich nachvollziehbar und sympathisch.

Die mythologische Welt orientiert sich nicht streng an einer bestehenden Mythologie, bedient sich aber vieler bekannter Bilder und Konzepte rund um Götterdynastien, göttliche Macht und sterbliche Diener. Dadurch fühlt sich die Welt vertraut und gleichzeitig eigenständig an.

Fazit

Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehrt gut gefallen. Für mich war es ein echter Page Turner mit einer spannenden Welt, viel emotionaler Spannung und genau der richtigen Mischung aus Dystopie, Mythologie und Abenteuer. Ich habe auf jeden Fall große Lust auf Band 2!

Buchdetails:

„To Tempt a God“ von Anna Benning
Fischer Sauerländer – 28.05.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Gebundene Ausgabe – 544 Seiten – 21,99€
Hörbuch – 13:04 Std. ab 9,99€


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Nachbarskind“ von Anita Waller

In meiner Rezension zu Nachbarskind von Anita Waller erzähle ich euch, warum mich der Auftakt rund um Jeanette Gregson packen konnte, die Geschichte mit Martha aber für mich zunehmend an Glaubwürdigkeit verlor.

Rezension: "Nachbarskind" von Anita Waller

Inhalt

Ein Blick durchs Schlüsselloch – in ein Haus, in dem nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Dunkel, intensiv und fesselnd: Der nervenaufreibende Psychothriller von Bestsellerautorin Anita Waller.

Janette Gregson hat sich in die einsame Sicherheit ihres Hauses zurückgezogen. Als sie einem unerwarteten Besucher die Tür öffnet, stürzt ihre Welt brutal in sich zusammen. Monate später bringt sie ein Kind zur Welt. Im Keller, ganz allein – das Erbe eines Verbrechens, das nie ans Licht kommen darf. Janette wird zur Gefangenen ihrer Vergangenheit und ihrer eigenen Ängste. Doch was passiert, wenn das Kind zum Mittelpunkt eines neuen, verstörenden Spiels wird? Denn irgendwann kommt jedes Geheimnis ans Licht …
Quelle: Digital Publishers

Meine Meinung

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die wiederum „Bücher“ genannt werden. Der erste Teil, der sich mit Jeanette Gregson beschäftigt, hat mir mit Abstand am besten gefallen. Jeanette ist eine absolute Einsiedlerin, deren Leben von schweren Traumata und psychischen Auffälligkeiten geprägt ist. Sie hat sich eine eigene Welt geschaffen in der sie, geformt von einer schwierigen Kindheit, zurecht kommt. Sie betreibt eine Hundepension und es wird schnell klar, dass sie für die Hunde in ihrer Obhut wesentlich mehr Zuneigung und Verbindung empfindet als für Menschen im Allgemeinen. Ihr einziger Freund ist ihr Hund. Aus ihrer Perspektive zu lesen war für mich etwas Neues und Spannendes – gerade weil vieles in ihrem Verhalten zwanghaft und auf den ersten Blick wenig nachvollziehbar erscheint. Das hat den Abschnitt für mich intensiv, beklemmend und auf eine verstörende Weise faszinierend gemacht.

Mit dem Auftreten des Kindes Martha verlagert sich der Fokus – und damit verlor das Buch für mich an Stärke. Anfangs fand ich es noch interessant, Marthas Entwicklung zu begleiten. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger nachvollziehbar wurde ihr Verhalten. Ihre Gemütszustände schwanken ständig: mal von dem schwer traumatisiert und gestörten Mädchen, der die Welt fremd ist. Mal zu einem fast normal wirkenden Mädchen, das freundlich und ausgeglichen ist und dazu hochbegabt. Später folgt ein plötzlicher Bruch in der Geschichte bei dem sie fast „böse“ erscheint. Dieser Bruch war aus Storytelling Sicht fast zwangsläufig notwendig und voraussehbar. Auf der anderen Seite wurde er fast wieder zurückgenommen oder negiert in dem Martha wieder in die Rolle der freundlichen und netten Adoptivschwester zurückfällt. Es ist nicht eindeutig, ob sie all ihr Verhalten spielt als Mittel zum Zweck, oder sie eine psychisch traumatisierte, zwiespältige Figur darstellen soll. Diese Inkonsequenz hat mir den roten Faden genommen und ließ die Figuren unausgereift wirken.

Auch der Ausgang der Geschichte konnte mich nicht so recht überzeugen. Die Entwicklungen und Verbindungen, die zu dem Ende des Buches geführt haben – welches ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte – waren für mich nicht derart ausgeprägt um das Ende zu erklären. Vieles wirkte zu konstruiert und unglaubwürdig. Die Emotionen blieben – vor allem ab dem zweiten Teil – für mich oft blass und nicht nachvollziehbar. Ich denke, die Geschichte hätte davon profitiert, wenn sich die Autorin stärker auf eine der beiden Figuren und deren Erzählstrang konzentriert hätte.

Einige Elemente fand ich allerdings durchaus gelungen. Die Idee mit den Tagebüchern in Bilderform war ein originelles Detail. Auch die thematischen Schwerpunkte – Familiendrama, Adoption, psychologische Folgen von Traumata, die Arbeit von Sozialarbeitern und Psychologen sowie die Frage, wie nah man Menschen wirklich kommt – hatten Potenzial. Das Buch lebt von der Idee „Man kann Menschen nur vor den Kopf schauen“, niemand weiß mit Gewissheit was sich hinter der Fassade abspielt und niemand weiß welche Schicksale sich hinter verschlossener Tür zutragen. Leider wurde dieses nicht konsequent genutzt. Die Chemie zwischen Martha und ihrer Adoptivschwester wirkte für mich sehr merkwürdig und hat stark geschwankt.

Am Ende bleibt der Eindruck eines Buches, das sehr stark beginnt, dann aber an Stringenz und Glaubwürdigkeit verliert. Die Botschaft „Man kann Menschen nur vor den Kopf schauen“ ist wichtig und treffend, doch die Umsetzung konnte mich nicht durchgehend überzeugen.

Fazit

Ein Psychothriller mit intensivem und interessantem Start und spannender Grundidee, der aber je weiter die Geschichte voranschreitet immer konstruierter wirkt und seine Figuren nicht stringent entwickelt.

Buchdetails

„Nachbarskind“ von Anita Waller
dp audiobooks – 17.07.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 09:06h – ab 4,95 €


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von Digital Publishers zur Verfügung gestellt.

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Rezension: „Nightbitch“ von Rachel Yoder

Erfahrt in meiner Rezension zu „Nightbitch“ warum dieses Buch definitiv mal etwas ganz anderes ist! 😀

Rezension: "Nightbitch" von Rachel Yoder

Inhalt

Eine junge Mutter legt ihre eigene Karriere auf Eis, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Ein Knochenjob zwischen Holzeisenbahn und Lätzchen. Doch als sie körperliche Veränderungen feststellt – geschärfte Eckzähne und Haare, die sich wie Fellbüschel anfühlen – entdeckt sie eine unbekannte, animalische Seite an sich. Je stärker sich die rationale Künstlerin auf ihre Verwandlung einlässt, desto natürlicher gestaltet sich die Beziehung zu ihrem Kind. Doch wie soll sie es ihrem Mann erklären, dass der Sohn neuerdings im Hundekorb schläft und statt Joghurt und Cornflakes lieber rohes Fleisch frühstücken möchte?

Quelle: Argon Verlag

Meine Meinung

Mutterschaft, Wahnsinn und der Wunsch nach Selbstbestimmung

Ein Buch, das aus dem Rahmen fällt

Nightbitch“ ist kein nullachtfünfzehn Roman, den man mal eben nebenbei liest. Schon nach wenigen Seiten war mir klar: Diese Geschichte hat ein ganz eigenes Feeling. Rachel Yoder wirft ihre Leser:innen mitten hinein in den Kopf einer Frau, die Mutter geworden ist – und sich selbst dabei immer mehr verliert. Sie glaubt, sich in eine Hündin zu verwandeln. Und das ist nicht nur provokant, sondern auch tief symbolisch.

Was mich dabei besonders fasziniert hat: Das Buch bleibt absichtlich vage. Die Protagonistin berichtet nach und nach wie sie Veränderungen an sich feststellt, sowohl im Verhalten, in ihrer Wahrnehmung, aber auch konkret körperlich. Die tiefgreifenden Gefühle der Veränderung in ihrer Rolle und Selbstbestimmung, die Müdigkeit, das Ausbrechen aus Normen und gewisse Aggressionen sind gekoppelt an diese animalische Veränderung. Aber gibt es diese Veränderung wirklich physisch? Handelt es sich um eine Art Werwolf-Geschichte? Oder ist es vielmehr eine metaphorische, eingebildete Veränderung. Eine Störung der eigenen Wahrnehmung der Protagonistin? Es gibt Anzeichen und Hinweise, aber es bleibt ungewiss! Und gerade das macht die Geschichte für mich so spannend.

Rollen, die auffressen – im wörtlichen Sinne?

Rachel Yoder gibt ihren Figuren keine Namen. Die Mutter ist „die Mutter“, ihr Mann ist „der Ehemann“, das Kind bleibt „der Junge“. Das wirkt distanziert, ist aber ein kluger Kunstgriff. Es geht nicht um individuelle Biografien, sondern um das System dahinter: um Rollenbilder, Erwartungen, Überforderung.

Zudem wird die Geschichte aus der Perspektive der Mutter erzählt. Es gibt keinen allwissenden Erzähler, der die Situation beschreibt, von daher sind die Bezeichnungen auch Ausdruck von Positionen in ihrem Leben.

Die Protagonistin war früher Künstlerin, voller Ideen, kreativ, intellektuell. Jetzt ist sie hauptsächlich eins: Mutter. Und sie spürt, dass sie langsam verschwindet. Zwischen Spielgruppen und Gesprächen über Kotze und Schlafphasen stellt sich die Frage: Was ist eigentlich noch von mir übrig? Die Verwandlung zur Nightbitch – aggressiv, tierisch, selbstbestimmt – wird zum Ausbruch aus diesen engen Grenzen. Oder zur Flucht?

Körperlichkeit, Kunst und Kontrollverlust

Ein zentrales Thema ist der Körper. Der weibliche Körper, der sich durch Schwangerschaft und Geburt verändert hat – und der plötzlich in ein ganz neues Licht gerückt wird. Die Vorstellung von Weiblichkeit und der Mutterschaft wird durch Erzählungen über rätselhafte Völker fast spirituell hervorgehoben.

Die Mutter entdeckt ihren Körper auf eine ganz neue Art und Weise. Sie beobachtet Veränderungen. Sie spürt ihren Körper ganz neu, sie entwickelt sich in ein neues Wesen. Als ein animalischeres Wesen, was ihr ermöglicht ihre Vorstellungen vom Leben wieder zu erleben.

Es wirkt so, als ob das animalische in ihr ganz ohne ihre Kontrolle hervorkommt. Vielleicht ist es eine Art Selbstschutz, weil sie glaubt diese Veränderungen nicht aus dem Mensch hervorbringen zu können der sie gerade ist. Es braucht mehr, es braucht ein animalisches, starkes und unkontrolliertes Wesen, dass diese Aufgabe für sie erfüllt.

Dabei spielt auch Kunst eine große Rolle. Die Mutter beginnt, sich selbst als Kunstprojekt zu inszenieren, ihre Erfahrungen zu dokumentieren, zu deuten. Ob sie dabei den Bezug zur Realität verliert oder endlich wieder Zugang zu sich selbst findet, bleibt offen. Beides ist möglich – und beides ist nachvollziehbar.

Zwischen Rebellion und Anpassung

Nightbitch“ ist kein feministisches Manifest im klassischen Sinne, aber es ist ein tief feministischer Text. Es geht um Sichtbarkeit, Selbstbestimmung, Wut und Wildheit. Um die Frage, was passiert, wenn Frauen sich entscheiden, nicht mehr angepasst zu sein – sondern instinktiv, roh, unbequem.

Auch die Beziehung zum Ehemann ist von Distanz geprägt. Er ist oft dienstlich abwesend. Er „hilft mit“, aber das ist auch schon alles. Er nimmt keine aktive Rolle in ihrem Leben ein – so das Gefühl. Die emotionale Last, die Verantwortung, die Isolation – all das bleibt an ihr hängen. Die Nightbitch wird zur Rebellion gegen ein Leben, das sie sich so nie vorgestellt hat. Doch je mehr sie sich in die Nightbitch verwandelt, je mehr sie aus einem Leben in Passivität ausbricht und ihrer wilden und freien Seite Platz einräumt, so aktiver wird auch ihre Beziehung zu ihrem Mann. Sie blüht auf, sie nimmt ihr Leben wieder aktiv in die eigene Hand.

Fazit

Nightbitch“ ist ein Buch, das herausfordert. Es ist wütend, absurd, körperlich – und gleichzeitig voll leiser Beobachtungen und kluger Gedanken. Rachel Yoder schreibt ohne Rücksicht auf Leser:innen, die eine einfache Antwort wollen. Stattdessen bleibt vieles im Raum stehen – und genau das wirkt nach.

Für mich ist es ein Buch über Kontrollverlust, aber auch über die Kraft, sich neu zu definieren. Über das Spannungsfeld zwischen Mutterschaft und Selbstverwirklichung. Und vor allem geht es der Frage nach wie sehr man sich von Rollenbildern einengen lassen muss. Wie sehr will man angepasst sein? Es erfordert Mut auszubrechen, aber man gewinnt Freiheit und Selbstbestimmung.

Ein herrlich außergewöhnlicher Roman, der einen nicht loslässt. Und vielleicht sogar ein bisschen in den eigenen Kopf kriecht.

Buchdetails:

„Nightbitch“ von Rachel Yoder
Argon Hörbücher – 16.09.2023 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 8:47Std. – ab 21,95€ (UVP)


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Rezension: „Love and Hockey – Dax & Lucy“ von Saskia Louis

Love and Hockey 1 – Dax & Lucy ist unterhaltsam, charmant und emotional – und genau darum habe ich Lust gehabt, meine Eindrücke mit euch zu teilen.

Rezension: "Love and Hockey - Dax & Lucy" von Saskia Louis

Inhalt

Wenn ein Eishockey-Star am Rad dreht … braucht er eine kompetente Babysitterin, die ihm mit großer Freude den Spaß verdirbt
Die Enemies to Lovers Sports Romance von Bestseller-Autorin Saskia Louis jetzt auch als Hörbuch!

Lucy James hasst nichts mehr als arrogante Männer. Leider begegnet sie als PR-Managerin der L.A Hawks einer Menge davon. Ihr Anführer: Dax Temple. Der lästig attraktive Eishockeyspieler beschwört einen Skandal nach dem anderen herauf und macht ihr somit das Leben zur Hölle. Sie hat absolut keine Lust, seine Babysitterin zu spielen, nur weil das Management es für eine gute Idee hält. Denn plötzlich verbringt sie viel zu viel Zeit mit ihm auf engem Raum … und wenn sie nicht aufpasst, wird sie selbst sein nächster Skandal!

Dax Temple hasst nichts mehr als zu verlieren. Ach ja, und Lucy. Die unendlich neugierige Rothaarige bringt ihn viel zu oft auf dreckige, aber noch öfter auf tödlich endende Fantasien. Sie geht ihm direkt unter die Haut – wo sie absolut nichts verloren hat! Da kann er es gar nicht gebrauchen, dass auch noch sein ärgster Konkurrent Jack West zu den Hawks wechselt. Denn der Verräter kennt sein größtes Geheimnis und flirtet auffällig gern mit Lucy. Aber Dax will auf jeden Fall gewinnen. Ihm ist nur nicht klar, ob Lucy überhaupt weiß, dass sie ein Spiel spielen …

Quelle: Digital Publishers

Meine Meinung

Love and Hockey startet mit Lucy James, die neu im Marketingteam der LA Hawks beginnt. Ihr erster Arbeitstag ist direkt – sagen wir – intensiv: neue Umgebung, eine strenge, aber kompetente Chefin und als erste Aufgabe – und Prüfung – gleich der Auftrag, den berüchtigten Dax Temple für eine Pressekonferenz vorzubereiten. Dax ist nicht nur Star-Stürmer, sondern auch launisch, provokant und alles andere als pflegeleicht. Man könnte fast sagen Geld und Fame haben ihn verkorkst.

Lucy bemüht sich, professionell zu bleiben, obwohl Dax sie absolut respektlos behandelt. Er macht sich über ihr Aussehen lustig, nennt sie Praktikantin und versucht permanent, sie aus dem Konzept zu bringen. Doch Lucy bleibt dran – und lässt sich nicht einschüchtern. Das hat mir direkt imponiert.

Dax – Bad Boy, aber nicht eindimensional

Dax wirkt anfangs wie der typische Bad Boy mit großer Klappe und einem Hang zum Chaos. Doch mit der Zeit zeigt sich, dass mehr hinter der Fassade des Bad-Boy-Hockeystars steckt: eine schwierige Familiengeschichte, eine starke Bindung zu seiner Schwester und ein Zuhause, das nicht ins Klischee passt. Saskia Louis verleiht Dax Tiefe, ohne ihn übermäßig zu dramatisieren. Auch entlarvt sie seine Starallüren als das was sie sind: Mehr Schein als Sein.

Lucy – ehrgeizig, emotional, echt

Lucy bewegt sich in einem männerdominierten Umfeld und muss sich doppelt beweisen. Sie nimmt ihren Job ernst, zeigt Rückgrat und lässt sich von Sprüchen und Vorurteilen nicht aus der Ruhe bringen. Gleichzeitig hat sie ihre eigenen Sorgen, vor allem um ihren Vater, der nach dem Tod ihrer Mutter in eine Depression gefallen ist. Was ich besonders mochte: Lucy hat Biss, aber sie ist keine unnahbare Karrierefrau – eine gute Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit.

Zwischen Sticheleien und echten Gefühlen

Als Lucy und Dax sich treffen ist es nicht Liebe auf den ersten Blick. Aber dennoch ist da der Funken der überspringt. Beide sind es gewohnt, Distanz zu wahren: Lucy, weil sie sich im Job behaupten muss und ihr Privatleben streng von der Arbeit trennt; Dax, weil er hinter seiner provokanten Art vieles versteckt, was er niemandem zeigen will. Im Laufe der Geschichte geraten sie immer wieder aneinander, aber genau darin liegt auch eine gewisse Anziehung und Leidenschaft. Zusammen gehen sie ihren Gefühlen auf den Grund und lernen, dass es nicht immer Distanz sein muss. Eine wirklich süße und stürmische Liebesgeschichte.

Das Teamgefühl ist ein echtes Plus

Neben der Liebesgeschichte überzeugt auch das Umfeld der LA Hawks. Die Teamdynamik wirkt lebendig und wie eine eingeschworene, etwas überdrehte Truppe, die zwischen sportlichem Ehrgeiz und kindischem Humor pendelt. Gerade die Reaktionen der Spieler auf jede noch so kleine Annäherung zwischen Lucy und Dax bringen Leichtigkeit und Humor in die Geschichte.

Der Sport dient dabei mehr als Kulisse denn als zentrales Thema – bietet aber einen passenden Rahmen für große Egos, öffentliche Auftritte, Krisenmanagement und das eine oder andere Drama. Saskia Louis nutzt das Setting um Raum für Dynamik, Konflikte und Nähe zu schaffen, ohne sich in Fachsimpeleien zu verlieren.

Fazit

Love and Hockey 1 – Dax & Lucy“ ist kein tiefschürfender Roman mit gesellschaftlicher Botschaft – aber er ist süß, unterhaltsam und genau richtig, wenn man eine romantische Geschichte mit sympathischen Figuren sucht. Die Handlung folgt zwar einer bekannten Struktur, aber das ist in diesem Fall absolut in Ordnung, weil das Gesamtpaket stimmt. Ich mochte das Setting, den Ton, die Figuren – und ja, ich möchte definitiv weiterlesen.

Für alle, die Lust auf eine sportliche Romance mit starken Dialogen, Herz und einem echten Teamgefühl haben. Ich bin positiv überrascht und freue mich schon auf den nächsten Band.

Buchdetails:

„Love and Hockey – Dax & Lucy“ von Saskia Louis (Band 1)
dp audiobooks – 16.03.2023
Hörbuch ab 4,95€ , 9:22h
Verlag: dp audiobooks→


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von Digital Publishers zur Verfügung gestellt.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮