Kategorie: Rezension

Rezension: „Das Haus nebenan“ von Lynda Renham

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Rezension: "Das Haus nebenan" von Lynda Renham

Inhalt

Unsere neue Nachbarin wirkte anfangs freundlich, vielleicht ein wenig zu interessiert.
Doch inzwischen kennt sie Dinge, die sie unmöglich wissen kann.
Alle halten mich für paranoid – aber ich weiß, was sie wirklich will: mein Leben.
Und sie weiß genau, wie sie es bekommt.

Clare führt ein scheinbar perfektes Leben mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn. Doch als die neue Nachbarin, Sharni, einzieht, beginnt ihre Realität zu bröckeln. Kleine Gedächtnislücken werden zu beängstigenden Aussetzern, und hinter der anfänglichen Freundlichkeit von Sharni scheint eine dunkles Geheimnis zu stecken. Clare spürt, dass etwas nicht stimmt.

Warum sieht Sharnis Haus fast exakt so aus wie ihres? Woher weiß sie von ihren Medikamenten? Und warum interessiert sie sich so sehr für ihren Sohn?

Was als leises Unbehagen beginnt, wächst zu einem alles durchdringenden Misstrauen. Doch während Clare versucht, die Wahrheit hinter Sharnis Fassade zu entlarven, zweifeln alle um sie herum an ihrem Verstand. Ist Clare wirklich auf dem Weg in den Wahnsinn – oder ist Sharni genau das, wovor sie sich fürchtet?

(Quelle: Digital Publishers)

Meine Meinung

Das Haus von nebenan“ von Lynda Renham ist ein unangenehmer, psychologischer Thriller, der seine Spannung nicht aus großen Actionszenen zieht, sondern aus Zweifel, Misstrauen und dem schleichenden Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt.

Im Mittelpunkt steht Clare, deren scheinbar perfektes Leben langsam auseinanderbricht, nachdem ihre neue Nachbarin Sharni auftaucht. Anfangs wird man als Leser sehr stark auf Clares Seite gezogen. Ihre Sorgen wirken nachvollziehbar, die kleinen Merkwürdigkeiten rund um Sharni beunruhigend. Man will den Ehemann rütteln und ihm sagen „Mach die Augen auf“, wenn er wieder einmal an Clare zweifelt. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto häufiger beginnt man an Clare selbst zu zweifeln – an ihrer Wahrnehmung, ihren Erinnerungen und daran, ob die Geschehnisse wirklich so passieren, wie sie sie erlebt.

Unzuverlässige Erzählerin

Gerade diese unzuverlässige Erzählweise fand ich unglaublich gelungen. Das Buch spielt permanent mit der Wahrnehmung der Leser. Man schwankt ständig zwischen „Sie hat absolut recht“ und „Vielleicht bildet sie sich das wirklich ein“. Dadurch entsteht eine starke psychologische Spannung und eine immer bedrückendere Atmosphäre. Die Paranoia wächst schleichend und sorgt dafür, dass man sich beim Lesen zunehmend unwohl fühlt.

Die Dynamik zwischen den Charakteren

Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Clare, ihrem Mann und Sharni. Während Clare zunehmend verunsichert und misstrauisch wird, reagieren die Menschen um sie herum oft distanziert oder abweisend auf ihre Sorgen. Gerade ihr Mann wirkt über weite Strecken emotional abwesend und nimmt ihre Ängste kaum ernst, wodurch man als Leser irgendwann selbst beginnt zu hinterfragen, ob Clare tatsächlich reale Warnsignale erkennt oder sich immer weiter in ihre Gedanken hineinsteigert.

Sharni wiederum bewegt sich ständig zwischen freundlicher Nachbarin und unterschwelliger Bedrohung. Viele ihrer Handlungen wirken seltsam intim oder übergriffig, sind aber oft gerade noch plausibel genug, dass man sie nicht eindeutig einordnen kann. Genau daraus entsteht dieser unangenehme psychologische Effekt: Clare fühlt sich zunehmend isoliert mit ihren Ängsten, während ihr Umfeld ihre Wahrnehmung eher abschwächt als bestätigt.

Dadurch greift das Buch auch Themen wie Gaslighting und mangelnde Kommunikation auf. Nach außen wirkt vieles geordnet und normal, doch unter dieser perfekten Vorstadtfassade liegen Misstrauen, Unsicherheit und das Gefühl, emotional nicht ernst genommen zu werden.

Fazit

„Das Haus von nebenan“ lebt von seinem psychologischen Effekt auf die Leser. Dieses ständige Zweifeln, Hinterfragen und Miträtseln hat für mich extrem gut funktioniert und das Buch zu einem sehr spannenden Domestic Thriller gemacht.

Buchdetails:

„Das Haus von Nebenan“ von Lynda Renham
Digital Publishers – 02.12.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 8:55 Std. – 18,95 €


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Rezension: Die Penny-Archer-Reihe von G.S. Foster

Inhalt

Band 1 – Der Geist eines Psychopathen

Die gefallene Enthüllungsjournalistin Penny Archer nimmt aus Geldnot einen Ghostwriting-Job auf Hawaii an. Doch das abgelegene Strandhaus ihres Auftraggebers birgt eine düstere Vergangenheit voller Gewalt, Geheimnisse und übernatürlicher Ereignisse. Penny gerät immer tiefer in einen Horror aus Schuld, Wahnsinn und Geistern.

Band 2 – Der Dämon in den Dünen

Für ihren nächsten Auftrag reist Penny in ein abgelegenes Militärlager im syrischen Krisengebiet. Zwischen Krieg, Isolation und uralten Legenden entdeckt sie, dass unter dem Sand etwas lauert, das besser niemals geweckt worden wäre. Der Band verbindet Military-Thriller mit übernatürlichem Horror.

Band 3 – Die Bestie im Central Park

In New York wird Penny mit brutalen Mordfällen konfrontiert, die auf eine monströse Kreatur hindeuten. Während die Stadt von Angst erfasst wird, jagt sie ein Wesen, das scheinbar direkt aus einem Albtraum stammt. Besonders die düstere Großstadtatmosphäre steht hier im Vordergrund.

Band 4 – Der Vampir von Hollywood

In Los Angeles stößt Penny auf eine Reihe grausamer Vorfälle in der glamourösen Filmwelt. Hinter Ruhm, Reichtum und Schönheit scheint sich etwas Unsterbliches zu verbergen. Der Band spielt mit klassischen Vampir-Elementen, verpackt sie aber modern und brutal.

Band 5 – Der Satan von San Francisco

Penny gerät in einen Fall rund um okkulte Rituale und dämonische Kräfte. Während sich ein Tor zur Hölle zu öffnen droht, verschwimmen die Grenzen zwischen religiösem Wahn und echtem Übernatürlichem immer stärker. Einer der düstersten und apokalyptischsten Teile der Reihe.

Band 6 – Berlin Bloody Mary

In Berlin untersucht Penny eine Legende rund um Spiegel, Erscheinungen und die berüchtigte Bloody Mary. Was zunächst wie ein urbaner Mythos wirkt, entwickelt sich schnell zu einem tödlichen Albtraum. Der Schauplatz Berlin verleiht der Reihe dabei erstmals eine europäische Horror-Atmosphäre.

Meine Meinung

Die Protagonistin: Penny Archer

Penny Archer ist das Herzstück der Reihe: Die Protagonistin ist eine ehemalige Enthüllungsjournalistin, die beruflich abgestürzt ist, weil sie sich in einem Fall verhoben hat. In ihrem ersten Band nimmt sie ihre neue Professur auf und hält sich ab da als Ghostwriterin über Wasser.
Penny Archer ist für mich der Inbegriff einer klassischen Hörspiel Heldin. Sie hat auch Macken, sie ist auch mal erschöpft und sie weiß gar nicht wie ihr geschieht, aber sie stolpert fortwährend in die verrücktesten Situationen und befreit sich daraus.

Was Penny besonders auszeichnet, ist ihre Mischung aus Neugier, Mut und emotionaler Bodenständigkeit. Sie ist intelligent und hartnäckig, zweifelt aber auch an sich selbst und trägt sichtbar Narben aus ihrer Vergangenheit mit sich herum. Dadurch wirkt sie trotz der wilden Geschichten etwas menschlicher – selbst wenn um sie herum Dämonen, Monster oder Geister ihr Unwesen treiben.

Im Verlauf der Reihe entwickelt Penny sich immer weiter: von einer Frau, die vor allem ums Überleben kämpft, hin zu jemandem, der sich aktiv dem Übernatürlichen entgegenstellt.

Die (Hör)Buchreihe

Die Reihe zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie klassischen Horror mit Thriller-, Mystery- und Crime-Elementen verbindet. Die Bücher fühlen sich oft an wie eine Mischung aus übernatürlichem Horrorfilm, düsterem Krimi und Abenteuerroman – und für mich auch ein wenig wie die klassischen Hörspiele meiner Kindheit mit dem Monster of the week.

  • Jeder Band hat ein eigenes Horror-Thema:
    Jede Geschichte greift ein anderes Horror-Subgenre auf: Geisterhäuser, Dämonen, Monster, Vampire, Okkultismus oder urbane Legenden. Dadurch bleibt die Reihe abwechslungsreich und wirkt fast wie eine Horror-Anthologie mit durchgehender Hauptfigur.
  • Atmosphäre und Splatter:
    Die Bücher leben stark von ihrer Stimmung. Verlassene Orte, bedrohliche Landschaften, Isolation und unterschwellige Spannung spielen eine große Rolle. Gerade die Schauplätze – Hawaii, die Wüste, New York, Hollywood oder Berlin – prägen die jeweilige Geschichte enorm. Und neben der Atmosphäre sind die Bücher auch enorm brutal.
  • Eine klassische, aber coole Horror-Heldin:
    Penny Archer ist im Kern genau die Art von Protagonistin, die man in solchen Reihen einfach gerne begleitet: schlagfertig, hartnäckig, mutig und erstaunlich zäh. Auch wenn sie beruflich gefallen ist, mit Ängsten kämpft oder vom Übernatürlichen überfordert wird, stellt sie sich dem Horror immer wieder entgegen und übersteht selbst die schlimmsten Situationen. Gerade das macht die Reihe so unterhaltsam – Penny muss das Genre nicht neu erfinden, um als Hauptfigur zu funktionieren. Sie ist eine klassische Horror-Heldin, bei der man gerne mitfiebert.
  • Das Übernatürliche, Urban Legends:
    Viele Horror-Thriller spielen lange mit der Frage, ob ihre Handlung rational erklärbar ist. In der Penny-Archer-Reihe existieren Monster, Dämonen und Geister tatsächlich.
  • Moderne Horror-Vibes statt klassischer Spannungsaubau:
    Die Bücher setzen weniger auf intensivem Aufbau von Spannung und mehr auf modernen Horror mit Urban-Legends-, Mystery- und Cinematic-Feeling. Dadurch wirken sie leicht zugänglich und sehr bingebar.

Fazit

Mir hat die Penny Archer Reihe bisher wirklich gut gefallen. Die Bücher sind weniger ausgeklügelter Horror a la Hereditary, sondern mehr eine Anthologie aus gruseligen Horror Geschichten mit klassischen Motiven in einem leichtbekömmlichen und unterhaltsamen Rahmen verpackt.

Fortsetzung der Reihe

Zum Zeitpunkt meiner Rezension bin ich auf dem Stand vom Sommer 2025 und Band 6 der Reihe. Es sind bis jetzt noch zwei Bände gefolgt: Band 7 und 8, siehe unten.

Reihendetails:

Band 1: „Der Geist eines Psychopathen“ (31.01.2025)
Band 2: „Der Geist in den Dünen“ (28.02.2025)
Band 3: „Die Bestie im Central Park“ (28.03.2025)
Band 4: „Der Vampir von Hollywood“ (25.04.2025)
Band 5: „Der Satan von San Francisco“ (06.06.2025)
Band 6: „Berlin Bloody Mary“ (18.07.2025)
Band 7: „Der Ripper von Washington“ (29.08.2025)
Band 8: „Die Geister eines Psychopathen“ (17.10.2025)
Autor: G.S. Foster (Homepage)


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Die rezensierten Hörbücher habe ich selber erworben.

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Rezension: „My life as a serial killer“ von Joanna Wallace

Taucht ein in die Gedankenwelt einer Mörderin und erfahrt in meiner Rezension, warum das Buch mal etwas ganz anderes ist.

Rezension: "My life as a serial killer" von Joanna Wallace

Inhalt

Claire ist eine ganz normale junge Frau – zumindest, wenn man einmal davon absieht, dass sie ab und an lästige Mitmenschen über die Klinge springen lässt. Gerade hat sie es auf Lucas abgesehen, der noch nichts von seinem Glück ahnt. Eine unbedachte, falsch getippte E-Mail hat ihn ins Fadenkreuz dieser extrem reizbaren Serienkillerin gebracht. Doch noch bevor sie Blickkontakt aufnimmt, bevor sie sich von ihm einen Drink spendieren lässt, ja sogar bevor Claire ihn mit nach Hause nimmt und…
Quelle: Piper Verlag

Meine Meinung

„My Life as a Serial Killer“ von Joanna Wallace war für mich eine überraschende Thriller-Entdeckungen, die gleichzeitig wahnsinnig düster und total absurd war. Der Roman begleitet Claire, die nach außen wie eine völlig normale Frau wirkt – innerlich aber mit ihrer Wut, ihrem Trauma und ihrem kleinen Problem kämpft, dass sie Menschen tötet. Und genau diese Mischung macht das Buch so besonders.

Joanna Wallace schreibt bissig, trocken und viel schwarzem Humor. Claire ist keine klassische „sympathische“ Protagonistin, aber gerade dadurch faszinierend. Zwischen Datingchaos, Familienproblemen, Trauerbewältigung und Mord entwickelt sich eine Geschichte, die gleichzeitig verstörend und unterhaltsam ist.

Was ich zugebe muss: Für mich war das Buch nicht „zum Totlachen komisch“, wie man auf dem Cover als Meinung lesen kann. Ich fand es nicht unglaublich lustig, aber erfrischend, die Geschichte nicht aus der Sicht einer Ermittlerin oder Forensikerin zu lesen, sondern aus der Sicht der Mörderin.

Besonders gefallen hat mir, wie nah man an Claires Gedankenwelt bleibt. Das Buch spielt permanent mit der Frage, wie viel Monster und wie viel verletzter Mensch in ihr steckt. Dabei wird es nicht reißerisch, sondern eher makaber. Das Buch ist an manchen Stellen wirklich nichts für schwache Nerven, sondern extrem explizit.

Man wird unweigerlich an die Serie Dexter erinnert, in der man den Mörder als Protagonisten begleitet. Das Buch schafft den Sprung, dass man einen Funken Sympathie oder Verständnis für die Protagonistin verspüren kann, und das obwohl sie so furchtbare Taten begeht. Man ist gefangen in ihrer Gedankenwelt.

Fazit

Wer blutige Hochspannung im Stil eines klassischen Thrillers sucht, wird hier vielleicht überrascht sein. „My Life as a Serial Killer“ lebt weniger von großen Twists als von seiner ungewöhnlichen Hauptfigur, schwarzem Humor und einer Mischung aus Crime, Chaos und emotionalem Abgrund.

Wer solch abgefahrene Geschichten mag, dem kann ich auch „Nightbitch“ von Rachel Yoder ans Herz legen.

Buchdetails:

„My Life as a Serial Killer“ von Joanna Wallace
Piper Verlag – 04.07.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Paperback – 384 Seiten – 17,00€


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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Rezension: „Old Bones – das neunte Opfer“ von Preston & Child (Band 4)

Erfahrt in meiner Rezension zu „Old Bones – das neunte Opfer“ warum mich das Autorenduo Preston & Child und ihre großaufgezogenen Geschichten immer wieder begeistern.

Rezension: „Old Bones – das neunte Opfer“ von Preston & Child (Band 4)

Inhalt

Ein Leichenfund in einer Höhle beschert FBI-Agentin Corrie Swanson ihren neuen Fall: Die beiden Toten gehören zu einer Gruppe von neun Wanderern, die 2008 auf ungeklärte Weise ums Leben kamen. Von einer winterlichen Rucksacktour in den Bergen von New Mexico kehrte keiner der neun zurück – doch man fand damals trotz intensiver Suche nur sechs Leichen. Und am letzten Lagerplatz der Wanderer stießen die Retter auf eine bizarre Szene: Offenbar war am Zelteingang etwas derart Furchterregendes aufgetaucht, dass die Männer sich ins Freie schnitten und barfuß in einen Schneesturm flohen, in ihren sicheren Tod.

Der unheimliche Fall gilt bis heute als unlösbar. Dass einer der beiden Toten in der Höhle sich anscheinend auf grausame Weise selbst getötet hat, lässt Corrie Swanson Böses ahnen. Sie bittet erneut die Archäologin Nora Kelly um Hilfe, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen und den neunten Toten zu finden. Doch ihre Suche weckt ein lang schlummerndes Übel, das Corrie und Nora mit aller Macht verfolgt und verhindern will, dass die letzte Leiche jemals ans Licht kommt.
Quelle: Droemer Knaur

Meine Meinung

„Old Bones“ die Reihe

„Old Bones – Das neunte Opfer“ von den Autoren Douglas Preston und Lincoln Child ist der vierte Band in der „Old Bones“ Reihe. Die Reihe ist teil des größeren Universums in dem verschiedene Charaktere Auftritte haben. Die Reihe beschäftigt sich mit Themen rund um die FBI-Arbeit, Forensik, Archäologie, Wissenschaft, Geschichte aber auch klassischen urban Legends. Die Reihe ist ein Spin Off der berühmten Pendergast Reihe

„Das neunte Opfer“ war für mich einfach ein absolutes Highlight! Ich liebe die Art, wie das Autorenduo schreibt: unglaublich flüssig, spannend und detailreich, mit einer besonderen Mischung aus Thriller, Wissenschaft und Mystery. Gerade die vielen Einflüsse aus Forensik, Archäologie und Anthropologie machen ihre Bücher für mich jedes Mal zu etwas Besonderem.

Die beiden Protagonistinnen: Nora Kelly und Corrie Swanson

Besonders begeistert hat mich erneut das Protagonisten-Duo: die Archäologin Nora Kelly und FBI-Agentin Corrie Swanson. Nora kennt man bereits aus anderen Reihen/Büchern der Autoren, während Corrie der zentrale und neue Charakter dieser Reihe ist.

Corrie ist noch vergleichsweise neu beim FBI und kämpft immer wieder mit Unsicherheiten. Trotzdem hat sie einen wahnsinnig starken moralischen Kompass, handelt mutig und lässt sich nicht so leicht einschüchtern. Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert einfach hervorragend und macht unglaublich viel Spaß zu lesen.

Eine feministische Lesart

Dazu kommt, dass ich die beiden auf positivste Weise feministisch lese. Zwei Frauen als kompetente, vielschichtige Protagonistinnen, die eigenständig handeln. Die sich beide gegen Männer behaupten müssen. Die sich in Machtstrukturen bewegen müssen und die beide in einem von Männern dominierten Beruf arbeiten. Dabei werden sie nicht sexualisiert, nicht als bossy inszeniert sondern über ihren Intellekt definiert. Ihre Dynamik ist geprägt von Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft. Sie werden als die intelligenter und vernünftiger handelnden Charaktere etabliert.

Der Fall

Der eigentliche Fall ist extrem mysteriös und spannend aufgebaut. Die Geschichte orientiert sich deutlich am realen Unglück am Djatlow-Pass – und genau diese kalte, mysteriöse Stimmung zieht sich durch das gesamte Buch. Menschen verschwinden spurlos in den Bergen, Leichen tauchen Jahre später wieder auf, und überall schwebt dieses beklemmende Gefühl, dass irgendetwas übernatürliches die Tode verursacht haben könnte.

Dabei bleibt die Handlung nie klein oder überschaubar – und genau das liebe ich so an den Büchern von Preston & Child. Natürlich wirkt manches total überzogen oder fast schon konstruiert, aber die Autoren fahren immer groß auf: geheime Hintergründe, zahlreiche Beteiligte, Ermittlungen, die sich bis zum Militär oder lokalen Behörden ziehen, mehrere miteinander verwobene Handlungsstränge und ein Geheimnis, das immer größere Kreise zieht. Trotzdem verliert die Geschichte nie ihren wissenschaftlichen Kern, wodurch sich selbst die verrückteren Entwicklungen irgendwie greifbar anfühlen. Und immer sind die Geschichten von einem Detailreichtum an Hintergrundwissen und geschichtlichen Begebenheiten untermauert.

Auch die verschiedenen Perspektiven haben mir richtig gut gefallen. Neben Corrie und Nora gibt es weitere Handlungsstränge, unter anderem rund um Noras Bruder, wodurch sich das Buch angenehm vielschichtig anfühlt. Die Spannung bleibt dadurch konstant hoch und ich wollte permanent wissen, wie alles zusammenhängt.

Fazit

Wer Mystery-Thriller mit wissenschaftlichem Einschlag, düsterer Atmosphäre und großen Verschwörungen mag, sollte sich dieses Buch unbedingt anschauen. Für mich war „Old Bones – Das neunte Opfer“ ein absolut packender Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Buchdetails:

„Old Bones – Das neunte Opfer“ von Douglas Preston und Lincoln Child (Band 4)
Doemer Knaur – 03.03.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Paperback – 416 Seiten – 16,99€
Audiobook (Argon Verlag) – 13:09 Stunden – 24,95€ (UVP)


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮