Kategorie: Allgemein

Politik-Müdigkeit

In den vergangenen Monaten habe ich gemerkt, wie sehr mich die politische Lage in Deutschland und weltweit ermüdet. Die Fülle an Krisen, Konflikten und permanenten Zuspitzungen wirkte nicht mehr anregend, sondern überfordernd. Statt Orientierung zu geben, erzeugten viele Nachrichten vor allem ein Gefühl von Ohnmacht. Als Konsequenz habe ich mich – bewusst und unbewusst zugleich – weitgehend aus dem aktuellen Nachrichtengeschehen zurückgezogen. Und das seit Monaten.

Dieser Rückzug war kein Ausdruck von Gleichgültigkeit, sondern ein notwendiger Schutz. Das permanente Einprasseln negativer Nachrichten erzeugte ein Gefühl von tiefem Pessimismus und Fatalismus, das spürbar auf mein tägliches Fühlen und Handeln übergriff. Die Auseinandersetzung mit der politischen Lage im In- und Ausland war für mich lange von der Überzeugung geprägt, dass Wissen grundsätzlich stärkt und zu besseren Entscheidungen befähigt. Dieses Gefühl jedoch ist gekippt: Aus informierter Handlungsfähigkeit wurde Ohnmacht, aus Orientierung ein Verlust an Selbstbestimmtheit.

Gleichzeitig ist mir klar geworden, dass vollständige Abkehr keine Lösung sein kann. Politische Entwicklungen verschwinden nicht, nur weil man sie nicht verfolgt. Verantwortung, Interesse und gesellschaftliche Teilhabe lassen sich nicht dauerhaft ausblenden. Demokratie erhalten und ausbauen geschieht nicht durch die Abkehr von Information. Der Wunsch, wieder informierter zu sein, ist daher zurückgekehrt – vorsichtig und bewusst.

Ich möchte mich der aktuellen Lage erneut annähern, jedoch unter anderen Vorzeichen als zuvor. Weniger hektischer Nachrichtenkonsum, weniger permanentes „Breaking News“-Gefühl, dafür mehr Einordnung, Kontext und Analyse. Formate, die erklären statt zu empören, die Zusammenhänge herstellen und Widersprüche aushalten.

In diesem Zusammenhang habe ich mir vorgenommen, wieder regelmäßig den Podcast „Lage der Nation“ zu hören – auch rückblickend, um Entwicklungen nachzuvollziehen und besser einzuordnen. Darüber hinaus möchte ich neue Medien und Formate ausprobieren, die sich Zeit nehmen für Recherche und Differenzierung, sei es in Podcastform oder in längeren journalistischen Texten.

Für meinen Bücherblog bedeutet das keine thematische Abkehr, sondern eher eine Erweiterung. Literatur und Politik stehen für mich nicht im Widerspruch. Im Gegenteil: Viele Bücher helfen dabei, gesellschaftliche Prozesse, Machtstrukturen und menschliche Reaktionen besser zu verstehen. Die erneute Hinwendung zu politischen Themen soll daher nicht laut oder tagesaktuell sein, sondern reflektiert und eingebettet in das, was mich ohnehin begleitet: das Lesen, Nachdenken und Ordnen von Gedanken.

Neben den Genres, die meinen Blog bisher prägen, möchte ich mich künftig auch stärker mit politischen Büchern beschäftigen – als ruhige, vertiefende Ergänzung zum tagesaktuellen Nachrichtengeschehen.

Podcast: Die Lage der Nation

Aktuell ist mein Podcatcher noch gut gefüllt mit Podcastfolgen aus der Lage der Nation, die ich nachhören muss. Da wären die Sommerfolgen LdN440-443. Die Sommerfolgen bestehen jeweils aus spannenden Interviews. Wie Beispielsweise Folge 443 in der Philip Banse und Ulf Buermeyer mit der Agrarwissenschaftlerin Christine Chemnitz über die Landwirtschaft in Deutschland sprechen.

neben den Sommerfolgen warten noch die regulären Folgen LdN446 bis 461 darauf von mir gehört zu werden. Gerae bin ich bei Folge 446 aus Mitte September und unter anderen den Themen Charlie Kirk und Trumps Weg in die Autokratie.

Politische Bücher

Eine kleine Zusammenstellung von Büchern die ich potenziell zu Lesen in Erwägung ziehe.

„Letzte Chance: Der neue Kanzler und der Kampf um die Demokratie“ – Robin Alexander
Analysiert politische Dynamiken in Deutschland und die Herausforderungen für demokratische Stabilität.

„Den Bach rauf“ – Robert Habeck
Politische Perspektiven und Zukunftsvisionen des grünen Ex-Kanzlerkandidaten zu Klima, Gesellschaft und Demokratie.

„Verlust. Ein Grundproblem der Moderne“ – Andreas Reckwitz
Soziologische Betrachtung über gesellschaftliche Unsicherheiten, Wertewandel und politische Folgen.

„Der stille Krieg: Wie Autokraten Deutschland angreifen“ – Markus Wehner & Reinhard Bingener
Untersuchungen zu globalen Bedrohungen für Demokratie und Rechtsstaat sowie zu internationalen Spannungen.

„Wer soll was tun?“ – Frauke Rostalski
Eine aktuelle Debatte über Verantwortung, Politik und Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels.

„Systemkrise: Legitimationsprobleme im grünen Kapitalismus“ – Philipp Staab
Breite Analyse der strukturellen Herausforderungen liberaler Demokratien.

„Nord Stream“ – Steffen Dobbert & Ulrich Thiele
Politische und energiepolitische Hintergründe einer der größten geopolitischen Kontroversen Europas.

„Ungleich vereint: Warum der Osten anders bleibt“ – Steffen Mau
Gesellschaftliche Spaltung, politische Polarisierung und der Einfluss sozialer Strukturen auf die Demokratie.

„Aufstieg und Fall der Menschheit. Warum unsere Spezies am Rand des Aussterbens steht“ – Henry Gee
Keine klassische Politik im engeren Sinn, aber ein Buch, das globale Risiken und Zukunftsfragen in den politischen Kontext des 21. Jahrhunderts einordnet.

Meine in 2026 gelesenen Bücher findet ihr hier >

Podcast Recap – KW27-2025

Grizzlys, Seefahrt & Star Trek 🐻⚓🖖

Diese Woche habe ich richtig aufgeräumt in meinem Podcatcher – Es wurde Zeit, denn bei 170 Folgen in der Playlist habe ich langsam die Übersicht verloren. Alte Folgen wurden gelöscht, neue Formate ausprobiert und meine Lieblinge nachgeholt. Hier ein kleiner Überblick:

🎬 Highlight: Grizzly Man – Zauberlaterne
Was für ein Trip! Die Folge zur Doku „Grizzly Man“ war gleichermaßen schräg und faszinierend. Timothy Treadwell, der Bärenflüsterer mit Todessehnsucht – und Werner Herzog als ruhiger Chronist des Wahnsinns. Wie gar nicht anders von Simon und Sebastian erwartet war es wiedermal eine grandiose Filmanalyse. Insbesondere finde ich es immer sehr spannend etwas über die Hintergründe der Personen (Regisseur und co.) zu erfahren und die Umstände der Filmproduktion.

Neu entdeckt: Der Büchermacher – Seefahrt-Special
Nachdem ich „Das Totenschiff“ von B. Traven gelesen habe, bin ich in ein Rabbit Hole gefallen, wie man so schön sagt. Erst hat mich die Geschichte um den Autor B. Traven gefesselt, dessen Identität nicht geklärt ist. Dann wollte ich weitere Stimmen zum Buch hören und bin bei der Suche auf den Podcast „Der Büchermacher“ und die Doppelfolge zum Thema Seefahrt gestoßen. Sehr interessant!

🖖 Wiederentdeckt: Discovery Panel – Strange New Worlds
Ich brauche unbedingt wieder mehr Star Trek in meinem Leben! Die Besprechung der ersten Folge von Strange New Worlds hat sofort wieder das alte Gefühl geweckt: Forscherdrang und Abenteuerlust. Eine gelungene Besprechung, die nächsten Episoden folgen auf den Fuß! 🙂

Natürlich waren auch Alliteration, das Universum, die Kackis & Minkorrekt am Start – aber diese drei Tipps haben meine Woche geprägt. 🎧✨

KW27 – 30.06.-06.07. – Gehörte Episoden

Alliteration am Arsch:
AAA340 – „Schäbiger Schiss“ 

Das Universum:
DU132 – 5 Jahre “Das Universum” und ein Blick in die Vergangenheit mit Mars und Venus
DU133 – 5 Jahre “Das Universum” und ein Blick auf die Raumsonden und Teleskope der Zukunft

Methodisch Inkorrekt:
Mi352 – „linksrüsselig“ 

Kack und Sachgeschichten (Free/Premium):
Schrott und die Welt: Nachbarn aus der Hölle
Bioshit: Kurt Cobain
Shady Business: Werbekonzepter
Tobi liest #3: Die Ausreißerin
Pofiling: Lucifer
#295: SciFiTech – Raumschiffantriebe

Welt der Physik: 
Folge 352 – Permafrost

1619:
Introducing ‘1619’

Cabinet of curiosities:
Thirsty

Anerzählt:
FeTAp 611
259 – Friedensnobelpreis 2016
Orlando – London – Hogsmeade in 5 Minuten und 673m

The memory palace:
Nate on Atlas Obscura

Zauberlaterne:
Grizzly Man (2005)
The Bad News Bears (Die Bären sind los, 1976)

Der Büchermacher:
Seefahrt, Folge 1 von 2 mit Elmar Dod: B. Traven „Das Totenschiff“
Seefahrt, Folge 2 von 2 mit Elmar Dod zum Buch von E. Hemingway „The Old Man and the Sea“.

Discovery panel:
Episodenbesprechung: Star Trek: Strange New Worlds – “Children of the Comet” (S01E02)

Short wave:
The Mystery Mollusk Roaming The Midnight Zone

Podcast Recap – KW27-2025

Hier geht’s zur Übersicht meiner Podcast-Recaps.

Rezension: „If the Moon Triumphs“ von Fam Schaper

Erfahrt in meiner Rezension zu „If the Moon triumps“ von Fam Schaper warum der Mix aus Urban Fantasy und nordischer Mythologie hervorragend gelungen ist: Eine Hexe, die nichts mehr mit Magie zu tun haben will, ein Werwolf, der keiner sein will – und ein Winter, der einfach nicht endet.

Rezension: "If the Moon Triumphs" von Fam Schaper

Inhalt

»Das ist die Götterdämmerung, der Weltenbrand.«

Lilith ist eine Hexe ohne Zirkel. Sie hat der Magie abgeschworen, um ein normales Leben zu führen. Als sich dann jedoch ihr One-Night-Stand Marek in einen Werwolf verwandelt, ist sie gezwungen, sich ihrem Erbe zu stellen. Denn in Prag geschehen merkwürdige Dinge und der Winter endet nicht. Auf ihrer Suche nach Antworten stößt Lilith auf eine dunkle Verschwörung. Jemand hat das Ende der Menschheit beschworen. Und nur Lilith kann es aufhalten, doch der Preis dafür ist Mareks Leben. Nicht bereit, ihn zu opfern, bleibt ihr nur bis zum nächsten Vollmond Zeit …

Quelle: Loomlight Verlag

Meine Meinung

Magie kraftvoll aber gefährlich

Lilith ist eine Hexe, die nichts mehr mit Magie zu tun haben will. Nach einem traumatischen Erlebnis hat sie sich gegen die Magie entschieden und versucht, ein normales Leben zu führen. Die Magie ist für sie nicht aufregend oder abenteuerlich, sondern etwas womit sie nichts mehr zu tun haben will. Das fand ich interessant, weil das Thema Hexerei nicht romantisiert wird. Lilith selbst wirkt sehr menschlich – eine junge Frau, die ihren Platz sucht und sich plötzlich mit einem ziemlich ungewöhnlichen Problem konfrontiert sieht: Ein Typ, mit dem sie eigentlich nur eine lockere Nacht verbringen wollte, wird zum Werwolf und hat sie wahrlich zum fressen gern!

Marek und Lilith: Keine Liebe auf den ersten Blick

Die Dynamik zwischen Lilith und Marek mochte ich besonders. Sie lernen sich über ein Date kennen und wollen eigentlich nichts weiter als eine Nacht voneinander. Aber durch die Umstände sind sie gezwungen, miteinander klarzukommen. Beide haben Fähigkeiten, die sie nie haben wollten, und trotzdem müssen sie sie nutzen. Ihre Beziehung entwickelt sich langsam und nicht immer harmonisch, was ich glaubwürdig und erfrischend fand. Es ist nicht kitschig, sondern nachvollziehbar – mit Reibung. Nach und nach entwickelt sich jedoch eine Nähe, Freundschaft, Anziehung. Sie verbindet eine gemeinsame Mission, ein gemeinsames Schicksal.

Schreibstil und Atmosphäre

Der Schreibstil von Fam Schaper ist modern, flüssig und angenehm zu lesen. Die Geschichte ist dicht erzählt, bleibt aber gut verständlich. Sie erschafft eine ganze Parallelwelt aus Hexen, Magie, Werwölfen, Elementen der nordischen Mythologie, voller Konflikte und Charaktere die ihre ganz eigene Agenda pushen. Die Atmosphäre ist düster, apokalyptisch. Die Welt versinkt in einem immer stärker werdenden Winter und dazu passt auch das Setting in Prag.

Nordische Mythologie

Ein besonderer Pluspunkt ist der starke Bezug zur nordischen Mythologie. Es bleibt nicht bei ein paar Namen und Symbolen, sondern geht tiefer. Die Geschichte greift klassische Elemente auf und verbindet sie mit der Handlung auf spannende Weise. Es gibt einen Abschnitt in der Geschichte, da erfährt man in kurzer Zeit sehr viel über die Mythologie. Dieser Abschnitt kann etwas technisch wirken, hier wäre vielleicht etwas weniger mehr gewesen. Wenn man sich für die Mythologie interessiert, kommt einem aber vieles schon bekannt vor. Es ist eine Abwägung zwischen Tiefe und Erzählfluss. Ich persönlich mochte die Tiefe, in der der Fam Schaper eintaucht und sie ganz neu mit Magie verbindet.

Das Setting in Prag fand ich spannend. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Geschichte nur genau in Prag hätte erzählt werden können, dennoch fand ich es interessant wie Bereiche der Stadt in die Handlung verwoben wurden. Eine gute Wahl, die zur Stimmung passt. Der osteuropäische Touch, kombiniert mit dem immer extremer werdenden Winter, unterstreicht die besondere Atmosphäre.

Freundschaft, Diversität und Vertrauen

Ein großer Pluspunkt ist die Nebenfigur, Liliths beste Freundin. Ihre queere Beziehung wird ganz selbstverständlich behandelt, was ich sehr positiv fand. Auch das Thema Freundschaft spielt eine große Rolle, genauso wie die Frage: Wem kann man vertrauen? Und was bedeutet es, sich von einem vorgezeichneten Weg zu lösen?

Fazit

If the Moon Triumphs“ ist düster, spannend und nimmt seine Figuren ernst. Es gibt viele bekannte Elemente (Hexen, Werwölfe, nordische Mythologie), aber sie werden anders erzählt als üblich. Besonders gut hat mir gefallen, dass es ein Einzelband ist. Die Geschichte ist abgeschlossen und trotzdem komplex.

Große Empfehlung meinerseits für alle, die Urban Fantasy mögen, gerne Geschichten mit Elementen der nordischer Mythologie lesen und keine glattgebügelte Liebesgeschichte brauchen.

Buchdetails:

„If the Moon Triumphs“ von Fam Schaper
Loomlight Verlag – 31.01.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Broschur – 432 – 16,00€


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Rezension: „Das Spielhaus“ von Rebekah Stoke

Meine Rezension zu „Das Spielhaus“ von Rebekah Stoke – es wird düster, es wird mysteriös, wir tauchen ein in ein dunkles Familiendrama.

Rezension: "Das Spielhaus" von Rebekah Stoke

Inhalt

Ein altes Herrenhaus voller dunkler Geheimnisse in den Sümpfen Louisianas …
Der packende Psychothriller von Bestsellerautorin Rebekah Stoke jetzt als Hörbuch

Annie und ihr Verlobter Donovan ziehen von New York auf das Anwesen Grant House in Louisiana. Das großzügige Herrenhaus vor den Toren der Sümpfe gehört Donovans Stiefmutter Violet. Während Donovan im Unternehmen seines Vaters arbeitet, wird Annie die Hauslehrerin seiner 15-jährigen Halbschwester Jules. Dem Charme von Grant House verfällt Annie sofort, jedoch gerät sie mit ihrer zukünftigen Schwiegermutter immer wieder aneinander, denn Violets Verhalten wirft Fragen auf: Warum darf Jules das Haus nicht verlassen?

Bei ihren Erkundungstouren stößt Annie auf eine Warnung vorheriger Lehrer, blutbefleckte Handtücher auf dem Dachboden und mehrere Todesfälle in der Vergangenheit: Violets Mutter beging Selbstmord, der Vater wurde ermordet, und was ist mit Violets Schwester Rosie passiert? Als Jules Annie ein Geheimnis verrät, setzt sich das Puzzle zusammen. Annie findet heraus, was es mit dem Grab im Wald auf sich hat und warum niemand das Spielhaus hinter der alten Eiche betreten darf, in dem die „schlimmen Dinge“ lagern …

Quelle: Digital Publishers

Meine Meinung

Es beginnt mit einem Mädchen, das im Bett liegt, und einer Erscheinung die in ihrem dunklen Schlafzimmer steht. Wer beobachtet sie da?

Spielhaus“ ist ein Thriller, der langsam beginnt, aber zunehmend intensiver wird. Wir begleiten Annie, die mit ihrem Verlobten Donovan von der pulsierenden Großstadt New York ins schwüle, geheimnisvolle Louisiana zieht. Der Kulturschock ist gewaltig: Nicht nur das Wetter drückt, sondern auch die Atmosphäre im altehrwürdigen Grant House, in dem Donovans Familie lebt – und das viel mehr verbirgt, als es auf den ersten Blick preisgibt.

Louisiana ist für mich, die die USA und das Gebiet Louisiana, New Orleans, Lafayette, Baton Rouge… nur aus der Popkultur kennt ein geheimnisvoller Ort. Dort spielen Vampirgeschichten, Geschichten von ehemaligen Sklavengebieten, alten Anwesen, Sümpfen, Vampiren und Hexen, einer pulsierenden und Lebendigen Metropole, aber auch Voodoo. Und dieses Bild vermittelt auch der kleine Ort in dem dieser Thriller spielt: Mysteriös, alt, voller Geheimnisse und einer dunklen Vergangenheit.

Die Figuren sind ungewöhnlich aufgestellt: Annie wirkt zunächst wie unsere Hauptfigur, doch je tiefer wir eintauchen, desto mehr verschiebt sich der Fokus – denn es ist Violet, Donovans Stiefmutter, die uns wirklich beschäftigt. Sie ist streng, unterkühlt, kontrollierend. Aber warum? Was hat sie erlebt? Und was verschweigt sie?

Im Zentrum steht ebenfalls Jules, Violets 15-jährige Tochter, die im Rollstuhl sitzt – doch wie viel davon ist körperliche Beeinträchtigung, und wie viel ist psychologischer Käfig? Warum darf sie Teile des Grundstücks nicht betreten? Und was hat es mit dem alten Spielhaus, dem Brunnen und dem Kreuz im Garten auf sich?

Spielhaus“ ist weniger ein Thriller mit schnellen Schnitten, sondern einer, der sich schleichend entfaltet – mit unterschwelliger Spannung, psychologischer Tiefe und düsteren Themen. Es geht um Missbrauch, Kontrolle, Familiengeheimnisse – nichts für zarte Gemüter, aber auch keine billige Effekthascherei. Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber stetig, und belohnt aufmerksame Zuhörer mit einem starken Twist.

Einige Konflikte wirken fast beiläufig: Annies Heimweh, ihre Entwurzelung, die Distanz zu Donovan, die schwelende Feindseligkeit zwischen ihr und Violet. Doch sie weben sich geschickt in das Netz aus Rätseln, das sich immer enger zusammenzieht. Annie ist unsere Beobachterin, sie ist Stellvertreterin für uns als Leserinnen und Leser. Den Thriller könnte man fast als Kammerspiel beschreiben, das in den dunklen Wänden von Grant House spielt.

Die Hörbuchsprecherin verleiht dem Ganzen eine eindringliche Stimme, das Cover ist in den Farben und im Stil der anderen Stoke Bücher gehalten und zeigt das unheimliche Spielhaus im Zentrum.

Fazit

Spielhaus“ ist ein atmosphärischer Thriller, einem spannenden Aufbau und dunklen Familiengeheimnissen. Kein Pageturner im klassischen Sinn, sondern ein düsterer Sog, der einen langsam, aber sicher verschlingt. Packend, bedrückend – und hörenswert!

Buchdetails:

Rezension zu „Das Spielhaus“ von Rebekah Stoke
dp audiobooks – 25.01.2025
Hörbuch ab 4,95€ , 13h 15m
Verlag: dp audiobooks


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von Digital Publishers zur Verfügung gestellt.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮