Monat: August 2026

Podcast Recap – KW34-2026

Willkommen zum neuen Podcast Recap!

Langsam neigt sich der Hochsommer dem Ende zu, aber meine Lieblings-Podcasts sind noch nicht aus dem Sommerschlaf aufgewacht.

Während die Medien ins Sommerloch fallen, bin ich komplett ins Bingeloch gefallen: Ich habe es mit Die schwarze Akte inzwischen wirklich etwas übertrieben. Letzte Woche waren es „nur“ 19 Episoden, diese Woche dann schon 25. Wenn man bedenkt, dass der Podcast mittlerweile einen Backlog von über 320 Folgen hat, könnte ich mit meinem aktuellen Tempo von 20 Folgen pro Woche ungefähr 16 Wochen weitermachen. Und danach habe ich vermutlich trotzdem wieder neue Folgen auf der Liste. 😀

Ein bisschen Abwechslung

Aber langsam kommt wieder etwas Abwechslung in meinen Podcast-Player. Ich habe mir The Odyssey im Kino angeschaut. Kurz gesagt: Ich fand ihn wirklich gelungen.

Es gab einiges an Kritik wegen historischer Ungenauigkeiten, zu moderner Rüstung, Ausdrucksweisen und vielem mehr. Für mich hat der Film aber vor allem auf emotionaler Ebene funktioniert. Ich habe vieles wiedererkannt, das ich aus Homers Odyssee noch im Kopf hatte, und die etwas modernere Umsetzung hat sich für mich gut angefühlt. Außerdem darf man bei aller Kritik nicht vergessen: Wir sprechen hier über ein fiktives Werk, auch wenn es bereits mehrere tausend Jahre alt ist.

Vielleicht ist der Film sogar einen eigenen Beitrag wert. Dafür würde ich ihn mir allerdings gerne noch einmal in Ruhe zu Hause anschauen.

Zurück zu Homer

Was der Film auf jeden Fall geschafft hat: Ich hatte wieder Lust auf die Geschichte von Odysseus. Deshalb bin ich beim ARD-Podcast Die Odyssee erzählt von Meike Rötzer gelandet. In acht Episoden wird die Geschichte neu erzählt, wobei jeweils besondere Figuren in den Mittelpunkt rücken.

Ich bin noch ziemlich am Anfang, aber bisher gefällt mir die Umsetzung gut. Man muss allerdings ein bisschen aufmerksam bleiben, um bei all den Namen und Zusammenhängen nicht den Überblick zu verlieren.

Mal schauen, ob ich damit mein Die schwarze Akte-Bingeloch zumindest ein kleines bisschen verlassen kann.

KW34 – 17.08.2026-23.08.2026 – Gehörte Episoden

Die schwarze Akte:
#6 Gefangen im Gemäuer – Die Brown Lady von Raynham Hall [Paranormal]
#7 Das Geisterhaus von Culver City – Angriff aus dem Nichts
#274 Mordwerkstatt – Der Säurebadmörder von London
#275 Mörderische Abhängigkeit – Die Schwarze Witwe von Bodenfelde
#276 Schnitzeljagd in den Tod – Der Pizza-Bomber
#277 Das Geheimnis im Moor – Die Taten von Ian B. und Myra H.
#278 Ein Held auf Abwegen – Kai the Hitchhiker
#279 Mord im Pub – Ein irischer Albtraum
#280 Der Ort des Bösen? Die Axtmorde von Villisca
#281 WG mit einer Leiche – Der Serienmörder Dennis N.
#282 Liebe, Lügen, Ecstasy – Das Model und der Drogenbaron
#283 Blutspur hinter Gittern – Geständnisse des Marvin G.
#284 Tödlicher Besuch – Der Mordfall, der nicht sterben will
#285 Mord im Urlaub – Das Geheimnis der Cabo 6
#286 Der rote Ritualsaal – Die Sonnentempler und die rätselhaften Todesfälle
#287 Der lebende Tote – Das Schicksal des Ryan W.
#288 Die Toten im Bergdorf – Der Serienmörder von Kičevo
#289 Das Monster hinter der Tür – Der Fall Susan K.
#290 Wanderung in den Tod. Mord auf dem Inka-Pfad
#291 Verschwunden auf dem Highway – Das Schicksal des Brandon L.
#292 Tödliche Dosis – Der Mord an Dr. Autumn K.
#293 Pyjamaparty des Grauens: Ein Opfer für den Slenderman
#294 Das Verschwinden des Seidenkönigs – Was geschah mit Jim T.?
#295 Blutbad in der Liebeshöhle – Der Mord an Jeanie C.
#322 Goodbye Deutschland: Albtraum in Namibia

Das Universum:
DU162 – Weltraumteleskope im Ferienlager
DU161 – Weltuntergangsupdate
DU160 – Sonne, Mond und eine Finsternis
DU159 – Asteroiden, Galaxien und Aliens (Liveshow)

Mordlust:
#247 Die fehlenden Teile

Friends in Crime:
#29 Der Höhlenmord am Bruggerberg

Die Odyssee erzählt von Meike Rötzer:
Die Odyssee (2/8): Telemachos
Die Odyssee (1/8): Penelope

Podcast Recap 2026
alienicious.de

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Rezension: „Das Schiff“ von Timo Leibig

Rezension: "Das Schiff" von Timo Leibig

Inhalt

Nach einer beinahe katastrophalen Kollision mit einem fremden Schiff steht der Luxusliner Atlantica völlig isoliert da: keine Verbindung zu Satelliten, kein Land in Sicht, kein einziges Flugzeug am Himmel. Während die Passagiere zunächst auf eine vorübergehende Kommunikationsstörung hoffen, mehren sich die Zeichen, dass sie irgendwo gestrandet sind – oder vielmehr nirgendwo.

Elitesoldat Jack Sullivan und Offizierin Nia Evans kämpfen darum, die Kontrolle zu behalten, doch die wachsende Panik verwandelt das Schiff in einen brodelnden Kessel aus Misstrauen, Angst und Gewalt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es vollends eskaliert.

Dann taucht das mysteriöse Schiff vom Anfang wieder auf. Es ist verlassen, doch seltsame Technologien sind an Bord aktiv – und ein unheilvoller Countdown läuft herab. Ist dies der Schlüssel zur Rettung oder der Auftakt zu einer Katastrophe, die niemand überleben wird?

Meine Meinung

Wenn ein Kreuzfahrtschiff plötzlich allein ist

Schon der Einstieg von Das Schiff hat mich direkt gepackt: Die Atlantica gerät auf hoher See in eine Situation, die sich zunächst kaum einordnen lässt – und dabei spielt ausgerechnet ein Geisterschiff eine zentrale Rolle. Ein Schiff, das plötzlich auftaucht, die Atlantica fast rammt und nur um Haaresbreite vorbeizieht, sich nicht eindeutig erklären lässt und später erneut eine Rolle bekommt, war für mich einer der stärksten Aufhänger der Geschichte. Ich wollte unbedingt wissen, was dahintersteckt und wie dieses Schiff mit der Situation der Atlantica zusammenhängt.

Danach entwickelt sich die Geschichte zunehmend zu einem Überlebensszenario. Die Atlantica ist von der Außenwelt abgeschnitten, und aus einer ungewöhnlichen Situation wird eine konkrete Bedrohung: Die Menschen an Bord müssen mit begrenzten Ressourcen, fehlenden Informationen und der Frage umgehen, wie sie überhaupt wieder einen Weg nach Hause finden sollen.

Navigation statt einfach „Kurs setzen“

Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass Navigation tatsächlich eine Rolle spielt. Auf einem Schiff reicht es schließlich nicht, einfach in irgendeine Richtung zu fahren. Für die Positionsbestimmung kommen beispielsweise GPS, elektronische Seekarten und verschiedene Navigationssysteme zum Einsatz. Fallen diese Hilfsmittel aus oder liefern keine verwertbaren Informationen mehr, wird die Orientierung auf See zu einem ganz anderen Problem.

Genau dieser Aspekt hat für mich gut zur Situation der Atlantica gepasst: Die Besatzung weiß nicht mehr zuverlässig, wo sie sich befindet, und damit fehlt eine ganz grundlegende Voraussetzung dafür, einen sicheren Kurs festzulegen. Auf dem offenen Meer gibt es schließlich keine Straßen, Schilder oder Kreuzungen, an denen man sich orientieren könnte. Schon kleine Fehler bei Kurs und Position können über größere Distanzen erhebliche Abweichungen verursachen. Der blaue Ozean, der gerade noch Freiheit und Urlaubsentspannung versprochen hat wird auf einmal zum tödlichen Gegner.

Dadurch bekam die Geschichte für mich eine zusätzliche Ebene: Es ging nicht nur darum, was mit dem Schiff passiert ist, sondern auch darum, wie man überhaupt irgendwohin gelangen soll, wenn die eigene Position nicht mehr sicher bestimmt werden kann.

Mysterium und Überleben

Überhaupt lebt der Roman für mich stark von seiner Atmosphäre. Immer wieder gibt es Situationen, bei denen man als Leser genauso wenig weiß wie die Figuren. Das Geisterschiff ist dafür das beste Beispiel, aber auch die fehlende Verbindung zur Außenwelt und die ungewöhnlichen Ereignisse rund um die Atlantica sorgen dafür, dass lange Zeit nicht klar ist, nach welchen Regeln diese Situation eigentlich funktioniert.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte nicht bei diesem Mystery-Aspekt stehen. Denn während die Figuren versuchen herauszufinden, was überhaupt passiert, müssen sie sich ganz praktische Fragen stellen: Wie lange reichen die Vorräte? Wie hält man die Menschen an Bord unter Kontrolle bzw. kann man Panik verhindern? Und was passiert, wenn eine große Menge Menschen Angst bekommen und Instinkte Vernunft verdrängen?

Gerade diese Verbindung aus Rätsel und Überlebenskampf hat für mich gut funktioniert.

Jack und Nia

Sehr gut gefallen hat mir außerdem die Dynamik zwischen Jack Sullivan und Nia Evans. Jack bringt als Elitesoldat eine ganz andere Perspektive mit als die Offizierin Nia. Er ist darauf trainiert, in gefährlichen Situationen schnell Entscheidungen zu treffen und Bedrohungen einzuschätzen und zu entsprechend handeln, während Nia stärker aus der Perspektive der Schiffsführung und der Verantwortung für die Menschen an Bord handelt.

Dadurch entstehen unterschiedliche Herangehensweisen an dieselben Probleme. Gerade wenn die Situation eskaliert, wird deutlich, dass es einen Unterschied macht, ob man eine Situation primär als Gefahr, als militärisches Problem oder als Verantwortlicher für hunderte Menschen betrachtet.

Ich mochte deshalb besonders, dass ihre Zusammenarbeit nicht einfach darauf hinausläuft, dass einer von beiden immer die richtige Lösung kennt. Stattdessen müssen sie sich in einer Situation zurechtfinden, in der es kaum verlässliche Informationen gibt.

Fazit

Das Schiff“ hat mir vor allem durch die Kombination aus Geisterschiff, Sci-Fi, Mystery, Navigation und Survival-Szenario gefallen. Besonders der Einstieg mit dem rätselhaften Schiff ist mir im Gedächtnis geblieben, weil daraus zunächst ein Rätsel entsteht, dessen Bedeutung sich erst später weiter erschließt.

Dazu kommen Jack und Nia als Figuren, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Situation schauen, sowie die zunehmende Eskalation innerhalb der Gruppe. Für mich entsteht dadurch ein Szenario, bei dem nicht nur die Frage „Was ist passiert?“ im Mittelpunkt steht, sondern genauso die Frage, was mit einer Gesellschaft passiert, wenn plötzlich niemand mehr weiß, wo er ist, warum er dort ist und ob Hilfe überhaupt noch kommt.

Das Zusammenspiel dieser Elemente hat für mich Das Schiff zu einem gelungenen Mystery-Survival-Thriller gemacht.

Buchdetails:

„Das Schiff“ von Timo Leibig
Lübbe Audio – 25.06.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 9:16 Std.


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Podcast Recap – KW33-2026

Hallöchen zum neuen Podcast Recap,

Habe ich es mit der Schwarzen Akte übertrieben?

Was soll ich sagen: Kann ja gar nicht sein. Waren ja nur 19 Folgen diese Woche.

Ich bin bei Die schwarze Akte inzwischen komplett im Binge-Modus angekommen. Die Folgen hören sich einfach unglaublich gut weg und ehe man sich versieht, ist schon wieder die nächste dran. Dazu kommt die große Bandbreite an Fällen: Vom Bermudadreieck von Vermont über das Verschwinden von Flug MH370 bis hin zu diversen Mordfällen von Australien bis Amerika war diese Woche wirklich alles dabei.

Dabei habe ich völlig random hinten und vorne gleichzeitig angefangen. Auf der einen Seite mag ich es die Folgen in der richtigen Reihenfolge zu hören, aber auf der anderen Seite will ich auch ein wenig up to date bleiben und deshalb habe ich einfach von beiden Seiten angefangen. 🙂

KW33 – 10.08.2026-16.08.2026 – Gehörte Episoden

Die schwarze Akte:
#8 Das Bermudadreieck von Vermont – Verschwunden im Bennington Triangle
#9 Halt nicht an – Die dunkle Gestalt auf der Bray Road
#10 Einfach in Luft aufgelöst – Wo ist Flug MH370?
#296 Tödliche Nähe – Der mysteriöse Tod der Linda K.
#297 Lost in New York. Das rätselhafte Verschwinden der Millionenerbin Dorothy A.
#298 Schatten über Algete – Wer tötete Eva?
#299 Zu Tode geliebt – Das Albtraum Au-pair Molly M.
#300 Unsere längste True Crime Folge EVER feat. Food Crimes
#301 Der Horrorhof in Indiana – Der Fall Belle G.
#302 Das Grauen ohne Gesicht – Der Cleveland Torso Mörder
#303 Tödliche Stille im Outback – Auf der Suche nach Peter
#304 One-Night-Stand mit einer Psychopathin
#305  Er lauert im Gebüsch – Der Bullseye Killer
#306  An dieser Stadt klebt der Tod – Der Missoula Mauler
#307 Sie wollte ein Foto und bekommt den Tod – Der Fall Kimberly P.
#308 Vor deinem Zelt lauert die Gefahr – Der Albtraum-Urlaub für Lindy C.
#309 Gib Acht, auf wen du dich einlässt – Der frühe Tod der Rosemarie N.
#310 Wehe du redest – Wer bricht zuerst das Schweigen? (Corinna M.)
#321 Das inszenierte Ende der Adrienne S.

Das Universum:
DU158 – Technosignaturen im Farbraum

Mordlust:
#246 Die leere Wiege

Podcast Recap 2026
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Rezension: „Die letzte Arche“ von Joshua Tree

Rezension: "Die letzte Arche" von Joshua Tree - alienicious.de

Inhalt

Die klinische Psychologin Marlene Richter erhält eine Einladung von einem mysteriösen Milliardär: Sie und tausend weitere Experten verschiedenster Fachrichtungen werden an Bord eines Luxusliners gebeten. Dort angekommen, überschlagen sich die Ereignisse: Der Himmel verdunkelt sich, selbst die Sterne erlöschen – und der Gastgeber der Reise scheint es vorhergesehen zu haben. Während die Erde langsam zufriert, der Wind abebbt und die Wellen verschwinden, werden geheimnisvolle Koordinaten zur letzten Hoffnung der Passagiere. Doch das laut Seekarten leere Gebiet ist nicht das einzige Geheimnis an Bord: Wieso sind die untersten sieben Decks versperrt? Wieso hat jeder Passagier einen persönlichen Brief des Milliardärs erhalten, will aber nicht darüber sprechen? Und was werden sie bei den Koordinaten finden?
Quelle: Argon Verlag

Meine Meinung

Eine Einladung zu einer exklusiven Kreuzfahrt. Tausend Passagiere. Ein milliardenschwerer Gastgeber. Und schon früh das Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Genau dieses Gefühl macht für mich einen großen Teil der Faszination von Die letzte Arche aus. Das Buch beginnt wie ein Rätsel. Warum wurden diese Menschen ausgewählt? Was verfolgt Marcus Chen wirklich? Und warum scheint niemand genau zu wissen, worauf er sich hier eigentlich eingelassen hat?

Besonders mulmig wurde es für mich in dem Moment, als klar wird, dass sich auf dem Schiff nicht einfach wohlhabende Kreuzfahrtgäste befinden, sondern Wissenschaftler:innen, Psycholog:innen, Ingenieur:innen und Expert:innen unterschiedlichster Fachrichtungen. Plötzlich wirkt die Reise nicht mehr wie ein luxuriöser Ausflug, sondern wie ein sorgfältig zusammengestelltes Projekt. Gleichzeitig stellte ich mir immer wieder die Frage, wie realistisch es eigentlich ist, dass so viele hochkarätige Spezialist:innen einer Einladung eines Milliardärs folgen würden.

Die Arche

Das Schiff wirkt wie ein eigenes kleines dystopisches Biotop. Es gibt die oberen Decks und die unteren Decks, zwei Welten, die kaum Berührungspunkte haben und teilweise sogar gegeneinander arbeiten. Jeder scheint Informationen zurückzuhalten, verschiedene Gruppen verfolgen ihre eigenen Interessen und als Leser versucht man ständig herauszufinden, wer eigentlich was weiß.

Dunkelheit

Einer der stärksten Aspekte des Romans ist für mich die Dunkelheit. Nicht als Kulisse, sondern als Bedrohung. Als Sonne, Sterne und Orientierungspunkte verschwinden, wird einem plötzlich bewusst, wie verloren Menschen auf dem offenen Ozean eigentlich sind. Erst in dieser Situation wird greifbar, wie viel Oberfläche der Erde von Wasser bedeckt ist und wie abhängig wir von Licht, Navigation und vertrauten Bezugspunkten sind. Die Dunkelheit wirkt dabei nicht nur äußerlich. Sie kriecht in die Gemüter der Passagiere erst als mulmiges Gefühl, später buchstäblich in Form von Kälte. Viele kennen das Gefühl, im Winter müde oder antriebslos zu werden. Das Buch nimmt diesen Gedanken und steigert ihn ins Extreme: keine Sterne, kein Horizont, keine Aussicht auf Besserung, keine Hoffnung.

Gleichzeitig hat mich der Roman stellenweise auch frustriert. Es werden sehr viele Fragen aufgeworfen, aber nur wenige beantwortet. Was genau ist passiert? Warum verhalten sich die Naturgesetze plötzlich anders? Was steckt hinter Chens Plan? Und warum erreicht – bei all der akribischen Vorbereitung der Arche – ausgerechnet seine entscheidende Nachricht nicht die Menschen? War das Absicht? Manche dieser offenen Punkte haben meine Neugier geweckt, andere fühlten sich eher wie bewusst zurückgehaltene Informationen an.

Science Fiction

Interessant fand ich auch meinen Gedanken zur Einordnung als Science-Fiction-Roman. Gefühlt liest sich das Buch wie Science Fiction, tatsächlich gibt es im ersten Band aber erstaunlich wenige klassische Science-Fiction-Elemente. Die Arche selbst ist zwar gewaltig und erinnert an ein Generationenschiff oder einen futuristischen Bunker zum Erhalt der Menschheit, technologisch bewegt sich vieles jedoch noch in einem Bereich, der nicht weit von unserer Gegenwart entfernt ist.

Die eigentlichen Science-Fiction-Fragen entstehen eher im Hintergrund. Was ist mit Sonne und Sternen passiert? Warum scheinen physikalische Gesetzmäßigkeiten nicht mehr zu funktionieren? Gibt es eine künstliche Ursache? Oder steckt etwas völlig anderes dahinter? Das Buch liefert darauf noch keine Antworten, legt aber die Grundlagen für größere Ideen.

Fazit

Am Ende fühlt sich Die letzte Arche deshalb weniger wie ein abgeschlossener Roman an, sondern wie der sehr groß angelegte Auftakt einer Trilogie. Die Reise der Figuren beginnt gerade erst und die eigentlichen Geheimnisse liegen noch vor ihnen.

Das ist gleichzeitig meine größte Kritik und der Grund, warum ich weiterlesen möchte. Die vielen offenen Fragen, die verschiedenen Lager auf der Arche und die zahlreichen Figuren mit ihren eigenen Plänen und Absichten können durchaus verwirrend sein. Trotzdem hat mich das Buch neugierig gemacht. Ich möchte wissen, was hinter der Dunkelheit steckt. Ich möchte wissen, was Marcus Chen wirklich geplant hat. Und ich möchte herausfinden, ob die Reihe für all die Fragen, die sie hier aufwirft, auch überzeugende Antworten liefern kann.

Buchdetails:

„Die letzte Arche“ von Joshua Tree (Band 1)
Argon Verlag – 10.11.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 9:49 Std.


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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