Taucht ein in die Gedankenwelt einer Mörderin und erfahrt in meiner Rezension, warum das Buch mal etwas ganz anderes ist.

Rezension: "My life as a serial killer" von Joanna Wallace

Inhalt

Claire ist eine ganz normale junge Frau – zumindest, wenn man einmal davon absieht, dass sie ab und an lästige Mitmenschen über die Klinge springen lässt. Gerade hat sie es auf Lucas abgesehen, der noch nichts von seinem Glück ahnt. Eine unbedachte, falsch getippte E-Mail hat ihn ins Fadenkreuz dieser extrem reizbaren Serienkillerin gebracht. Doch noch bevor sie Blickkontakt aufnimmt, bevor sie sich von ihm einen Drink spendieren lässt, ja sogar bevor Claire ihn mit nach Hause nimmt und…
Quelle: Piper Verlag

Meine Meinung

„My Life as a Serial Killer“ von Joanna Wallace war für mich eine überraschende Thriller-Entdeckungen, die gleichzeitig wahnsinnig düster und total absurd war. Der Roman begleitet Claire, die nach außen wie eine völlig normale Frau wirkt – innerlich aber mit ihrer Wut, ihrem Trauma und ihrem kleinen Problem kämpft, dass sie Menschen tötet. Und genau diese Mischung macht das Buch so besonders.

Joanna Wallace schreibt bissig, trocken und viel schwarzem Humor. Claire ist keine klassische „sympathische“ Protagonistin, aber gerade dadurch faszinierend. Zwischen Datingchaos, Familienproblemen, Trauerbewältigung und Mord entwickelt sich eine Geschichte, die gleichzeitig verstörend und unterhaltsam ist.

Was ich zugebe muss: Für mich war das Buch nicht „zum Totlachen komisch“, wie man auf dem Cover als Meinung lesen kann. Ich fand es nicht unglaublich lustig, aber erfrischend, die Geschichte nicht aus der Sicht einer Ermittlerin oder Forensikerin zu lesen, sondern aus der Sicht der Mörderin.

Besonders gefallen hat mir, wie nah man an Claires Gedankenwelt bleibt. Das Buch spielt permanent mit der Frage, wie viel Monster und wie viel verletzter Mensch in ihr steckt. Dabei wird es nicht reißerisch, sondern eher makaber. Das Buch ist an manchen Stellen wirklich nichts für schwache Nerven, sondern extrem explizit.

Man wird unweigerlich an die Serie Dexter erinnert, in der man den Mörder als Protagonisten begleitet. Das Buch schafft den Sprung, dass man einen Funken Sympathie oder Verständnis für die Protagonistin verspüren kann, und das obwohl sie so furchtbare Taten begeht. Man ist gefangen in ihrer Gedankenwelt.

Fazit

Wer blutige Hochspannung im Stil eines klassischen Thrillers sucht, wird hier vielleicht überrascht sein. „My Life as a Serial Killer“ lebt weniger von großen Twists als von seiner ungewöhnlichen Hauptfigur, schwarzem Humor und einer Mischung aus Crime, Chaos und emotionalem Abgrund.

Wer solch abgefahrene Geschichten mag, dem kann ich auch „Nightbitch“ von Rachel Yoder ans Herz legen.

Buchdetails:

„My Life as a Serial Killer“ von Joanna Wallace
Piper Verlag – 04.07.2025 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Paperback – 384 Seiten – 17,00€


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2026

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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