Monat: Juli 2025

Highlight & Lowlight Juni 2025

Der Juni war für mich ein Monat, in dem ich mich lesetechnisch mal wieder so richtig ausgetobt habe – ganze zwölf Bücher und Hörbücher sind es geworden. Zwölf! Ich weiß nicht genau, wie das passiert ist, aber es war wohl eine Mischung aus heißen Tagen, an denen ich mich verkrochen habe und großer Motivation mein Hörbuchpensum zu schaffen!

Natürlich war da nicht jedes Buch ein Volltreffer – aber die meisten waren schon sehr lesenswert. Und manche haben mich wirklich sehr gefesselt, berührt und nachdenklich gestimmt. Deshalb hier mein persönliches Highlight & Lowlight des Monats.

🔻 Lowlight: The Surf House” von Lucy Clarke

Es war im Juni wirklich schwer ein echtes Lowlight zu benennen. Keins der Bücher im Juni war wirklich ein Griff ins Klo oder Zeitverschwendung. Aber wenn ich mich entscheiden muss dann ist es “The Surf House“. Der Titel klang nach Atmosphäre, Sommer und Geheimnissen – das Setting ein Urlaubsort in Marokko.

Insgesamt ist mir die Geschichte etwas konstruiert erschienen, die Wendungen, die Geheimnisse, die Figuren waren einfach etwas zu überspitzt in ihrer Gesamtheit. Die Spannung wollte nicht so recht aufkommen und am ende ist es mir einfach nicht so im Gedächtnis geblieben. Nette Unterhaltung ohne Nachhall. Was durchaus auch ganz gut sein kann! Im Vergleich zu den anderen Büchern, die ich im Juni gelesen habe, hat “The Surf House” leider einfach den Kürzesten gezogen.

"The Surf House" von Lucy Clarke

🔺 Highlight: “Das Du im Ich” von Tanja und Christian Roos

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen “Nightbitch“, “Die Farbe Lila” und “Das Du im Ich“.
Doch am Ende hat mich “Das du im ich” am meisten bewegt. Es ist mehr als nur ein psychologisches Sachbuch – es ist eine Einladung zur Selbstreflexion. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Glaubenssätzen, das Erkennen alter Muster und vor allem der Perspektivwechsel hin zu mehr Verständnis, Wertschätzung. Eine Einladung zu einer offeneren, zielführenderen Kommunikation – all das hat bei mir wirklich etwas angestoßen. Und das Schönste: Das Buch bleibt nicht theoretisch, sondern liefert praktische Impulse und Übungen, die man direkt ins eigene Leben mitnehmen kann.

"Das du im ich" von Tanja und Christian Roos

Ausblick auf den Juli

Im Juli möchte ich mich ein bisschen durch mein SuB-Chaos wühlen, ein paar angefangene Bücher endlich beenden und wieder etwas mehr Non Fiction lesen. Ich merke dass ich nach Monaten mit einem – für mich – sehr hohen Lesepensum mit vorwiegend Fiction bin ich etwas gesättigt mit Geschichten und Eindrücken. Jetzt braucht es wieder ein wenig Abwechslung.

Auf meiner Liste stehen unter anderem “Black Klansman” (angefangen) und “Helden” von Frank Schätzing (ebenfalls angefangen :D). Ich bin gespannt, was mich diesen Monat überrascht – und was am Ende im nächsten Highlight-Lowlight-Beitrag landet.

Welches war euer Low- und Highlight im Juni? 😊

Hier findet ihr meine gelesenen Bücher 2025.

Rezension: “Nightbitch” von Rachel Yoder

Erfahrt in meiner Rezension zu “Nightbitch” warum dieses Buch definitiv mal etwas ganz anderes ist! 😀

Rezension: "Nightbitch" von Rachel Yoder

Inhalt

Eine junge Mutter legt ihre eigene Karriere auf Eis, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Ein Knochenjob zwischen Holzeisenbahn und Lätzchen. Doch als sie körperliche Veränderungen feststellt – geschärfte Eckzähne und Haare, die sich wie Fellbüschel anfühlen – entdeckt sie eine unbekannte, animalische Seite an sich. Je stärker sich die rationale Künstlerin auf ihre Verwandlung einlässt, desto natürlicher gestaltet sich die Beziehung zu ihrem Kind. Doch wie soll sie es ihrem Mann erklären, dass der Sohn neuerdings im Hundekorb schläft und statt Joghurt und Cornflakes lieber rohes Fleisch frühstücken möchte?

Quelle: Argon Verlag

Meine Meinung

Mutterschaft, Wahnsinn und der Wunsch nach Selbstbestimmung

Ein Buch, das aus dem Rahmen fällt

Nightbitch” ist kein nullachtfünfzehn Roman, den man mal eben nebenbei liest. Schon nach wenigen Seiten war mir klar: Diese Geschichte hat ein ganz eigenes Feeling. Rachel Yoder wirft ihre Leser:innen mitten hinein in den Kopf einer Frau, die Mutter geworden ist – und sich selbst dabei immer mehr verliert. Sie glaubt, sich in eine Hündin zu verwandeln. Und das ist nicht nur provokant, sondern auch tief symbolisch.

Was mich dabei besonders fasziniert hat: Das Buch bleibt absichtlich vage. Die Protagonistin berichtet nach und nach wie sie Veränderungen an sich feststellt, sowohl im Verhalten, in ihrer Wahrnehmung, aber auch konkret körperlich. Die tiefgreifenden Gefühle der Veränderung in ihrer Rolle und Selbstbestimmung, die Müdigkeit, das Ausbrechen aus Normen und gewisse Aggressionen sind gekoppelt an diese animalische Veränderung. Aber gibt es diese Veränderung wirklich physisch? Handelt es sich um eine Art Werwolf-Geschichte? Oder ist es vielmehr eine metaphorische, eingebildete Veränderung. Eine Störung der eigenen Wahrnehmung der Protagonistin? Es gibt Anzeichen und Hinweise, aber es bleibt ungewiss! Und gerade das macht die Geschichte für mich so spannend.

Rollen, die auffressen – im wörtlichen Sinne?

Rachel Yoder gibt ihren Figuren keine Namen. Die Mutter ist „die Mutter“, ihr Mann ist „der Ehemann“, das Kind bleibt „der Junge“. Das wirkt distanziert, ist aber ein kluger Kunstgriff. Es geht nicht um individuelle Biografien, sondern um das System dahinter: um Rollenbilder, Erwartungen, Überforderung.

Zudem wird die Geschichte aus der Perspektive der Mutter erzählt. Es gibt keinen allwissenden Erzähler, der die Situation beschreibt, von daher sind die Bezeichnungen auch Ausdruck von Positionen in ihrem Leben.

Die Protagonistin war früher Künstlerin, voller Ideen, kreativ, intellektuell. Jetzt ist sie hauptsächlich eins: Mutter. Und sie spürt, dass sie langsam verschwindet. Zwischen Spielgruppen und Gesprächen über Kotze und Schlafphasen stellt sich die Frage: Was ist eigentlich noch von mir übrig? Die Verwandlung zur Nightbitch – aggressiv, tierisch, selbstbestimmt – wird zum Ausbruch aus diesen engen Grenzen. Oder zur Flucht?

Körperlichkeit, Kunst und Kontrollverlust

Ein zentrales Thema ist der Körper. Der weibliche Körper, der sich durch Schwangerschaft und Geburt verändert hat – und der plötzlich in ein ganz neues Licht gerückt wird. Die Vorstellung von Weiblichkeit und der Mutterschaft wird durch Erzählungen über rätselhafte Völker fast spirituell hervorgehoben.

Die Mutter entdeckt ihren Körper auf eine ganz neue Art und Weise. Sie beobachtet Veränderungen. Sie spürt ihren Körper ganz neu, sie entwickelt sich in ein neues Wesen. Als ein animalischeres Wesen, was ihr ermöglicht ihre Vorstellungen vom Leben wieder zu erleben.

Es wirkt so, als ob das animalische in ihr ganz ohne ihre Kontrolle hervorkommt. Vielleicht ist es eine Art Selbstschutz, weil sie glaubt diese Veränderungen nicht aus dem Mensch hervorbringen zu können der sie gerade ist. Es braucht mehr, es braucht ein animalisches, starkes und unkontrolliertes Wesen, dass diese Aufgabe für sie erfüllt.

Dabei spielt auch Kunst eine große Rolle. Die Mutter beginnt, sich selbst als Kunstprojekt zu inszenieren, ihre Erfahrungen zu dokumentieren, zu deuten. Ob sie dabei den Bezug zur Realität verliert oder endlich wieder Zugang zu sich selbst findet, bleibt offen. Beides ist möglich – und beides ist nachvollziehbar.

Zwischen Rebellion und Anpassung

Nightbitch” ist kein feministisches Manifest im klassischen Sinne, aber es ist ein tief feministischer Text. Es geht um Sichtbarkeit, Selbstbestimmung, Wut und Wildheit. Um die Frage, was passiert, wenn Frauen sich entscheiden, nicht mehr angepasst zu sein – sondern instinktiv, roh, unbequem.

Auch die Beziehung zum Ehemann ist von Distanz geprägt. Er ist oft dienstlich abwesend. Er „hilft mit“, aber das ist auch schon alles. Er nimmt keine aktive Rolle in ihrem Leben ein – so das Gefühl. Die emotionale Last, die Verantwortung, die Isolation – all das bleibt an ihr hängen. Die Nightbitch wird zur Rebellion gegen ein Leben, das sie sich so nie vorgestellt hat. Doch je mehr sie sich in die Nightbitch verwandelt, je mehr sie aus einem Leben in Passivität ausbricht und ihrer wilden und freien Seite Platz einräumt, so aktiver wird auch ihre Beziehung zu ihrem Mann. Sie blüht auf, sie nimmt ihr Leben wieder aktiv in die eigene Hand.

Fazit

Nightbitch” ist ein Buch, das herausfordert. Es ist wütend, absurd, körperlich – und gleichzeitig voll leiser Beobachtungen und kluger Gedanken. Rachel Yoder schreibt ohne Rücksicht auf Leser:innen, die eine einfache Antwort wollen. Stattdessen bleibt vieles im Raum stehen – und genau das wirkt nach.

Für mich ist es ein Buch über Kontrollverlust, aber auch über die Kraft, sich neu zu definieren. Über das Spannungsfeld zwischen Mutterschaft und Selbstverwirklichung. Und vor allem geht es der Frage nach wie sehr man sich von Rollenbildern einengen lassen muss. Wie sehr will man angepasst sein? Es erfordert Mut auszubrechen, aber man gewinnt Freiheit und Selbstbestimmung.

Ein herrlich außergewöhnlicher Roman, der einen nicht loslässt. Und vielleicht sogar ein bisschen in den eigenen Kopf kriecht.

Buchdetails:

“Nightbitch” von Rachel Yoder
Argon Hörbücher – 16.09.2023 (Hier geht’s zur Verlagsseite🔗)
Hörbuch – 8:47Std. – ab 21,95€ (UVP)


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮

Podcast Recap – KW26-2025

Podcast-Woche mit Mathematik, schwarzem Humor und der Beginn der gefürchteten Sommerpausen

Diese Woche war bei mir wieder einiges los, mein Podcatcher hat geglüht – so wie ganz Deutschland gefühlt. Es gab klare Tendenzen: Die Kack und Sachgeschichten waren stark vertreten (Premium lohnt sich grad wieder richtig!), Die beiden Hosts der Lage der Nation haben sich in die wohlverdiente Sommerpause verabschiedet und mein absolutes Highlight war eine Folge aus einem Themengebiet, was völlig zu Unrecht oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommt: Geschichten aus der Mathematik. 🧠✨

🎓 Mein Podcast-Wochenhighlight: Geschichten aus der Mathematik
Besonders hängen geblieben ist mir die Folge über Maryam Mirzakhani, die erste Frau, die 2014 die Fields-Medaille – quasi den “Nobelpreis der Mathematik” – erhalten hat. Was ein Grund zu feiern ist, aber auch etwas frustrierend, wenn man bedenkt dass die Fields Medaille seit 1936 verliehen wird.

Ihre Geschichte hat mich berührt: geboren im Iran, mit unglaublicher Vorstellungskraft ausgestattet, hat sie Mathematik fast wie Kunst betrachtet. Eine brillante Mathematikerin, die viel zu früh gestorben ist. „The more I spent time on mathematics, the more excited I became.“ Und das stimmt – auch beim Hören der Folge! 😀
Ebenfalls sehr spannend: Die Folge über Andrei Kolmogorow. Zwischen Mathematik und politischer Verfolgung aufgrund seiner Homosexualität in der Stalin-Diktatur. Immer wieder berühren mich diese Biografien, weil sie die Menschen hinter der Brillanz und dem Genie sichtbar machen.

🤣 Kack und Sachgeschichten – Lachflash garantiert
Ich habe einiges aus dem Premium-Feed nachgeholt – es war ein Feuerwerk des Irrsinns! Mein Humor-Highlight war ganz klar „Fab Against Humanity“, ein völlig kacktastisch entgleistes Karten-Spiel-Special, das an schwarzem Humor nicht zu überbieten war. MIt der Folge auf den Ohren lässt sich sogar das heiße Wetter ertragen!

Ebenfalls eine echt gelungene Episode war „Pofiling: Quark“. Die Star Trek Episoden mit dem Team Kirschwässerle sind eh immer hörenswert!

📰 Die gefürchteten Sommerpausen stehen an
Etwas wehmütig war ich dann bei der “Lage der Nation“: Die Sommerpause hat begonnen. Kein Ulf, kein Philip – keine Analyse zu aktuellen politischen Absurditäten! Vielleicht nutze auch ich die Zeit mich eine Weile von all den negativen Schlagzeilen und all den erschütternden Nachrichten in der Welt zurück zu ziehen. Eine Weile den Moment genießen bevor es wieder in die hektische Welt raus geht!

Auch bei den Kackis steht die Sommerpause vor der Tür. Hier habe ich zum Glück noch ein paar ältere Episoden aus dem Premium Kanal noch nicht gehört.

Beide Podcast veröffentlichen jedoch Specials in der Sommerpause, also mal sehen was in den nächsten Wochen in meinen Podcatcher gespült wird!

KW26 – 23.06.2025-29.06.2025 – Gehörte Episoden

Alliteration am Arsch:
AAA339 – “Frevelhafte Fischfrikadellen ”  🅴

Geschichten aus der Mathematik:
Maryam Mirzakhani und die Schönheit der Mathematik
Andrei Kolmogorow und das Doppelleben in der Diktatur

Plot House:
#19 Der unbeugsame Ken Allen (mit Malte Zierden & Phia Quantius)

Das Universum:
DU131 – Zeitreisen im rotierenden Universum

Methodisch Inkorrekt:
Mi351 – “Klammse” 

Kack und Sachgeschichten (Free/Premium):
#319: SciFiTech – Wir retten die Erde
Kotfrontation: Bluetooth Boxen / Rock am Ring
#314: Der Sams Übermensch
Malärchenstunde: Die Bram-bram-bult Brüder und die Rache der Eule
#317: Scott Pilgrim vs der Geist im Bett
Schrott und die Welt: Fahrschule
Pofiling: Quark

Lage der Nation:
LdN436 Israel greift Iran an, Regierung plant Steuersenkungen (Interview Veronika Grimm, Wirtschaftsweise), Privatleute dürfen mit Strom handeln

Verbrechen von Nebenan:
#145 Menschenjagd
#152 Der Totmacher

Podcast Recap – KW26-2025

Hier geht’s zur Übersicht meiner Podcast-Recaps.

Rezension: “Love and Hockey – Dax & Lucy” von Saskia Louis

Love and Hockey 1 – Dax & Lucy ist unterhaltsam, charmant und emotional – und genau darum habe ich Lust gehabt, meine Eindrücke mit euch zu teilen.

Rezension: "Love and Hockey - Dax & Lucy" von Saskia Louis

Inhalt

Wenn ein Eishockey-Star am Rad dreht … braucht er eine kompetente Babysitterin, die ihm mit großer Freude den Spaß verdirbt
Die Enemies to Lovers Sports Romance von Bestseller-Autorin Saskia Louis jetzt auch als Hörbuch!

Lucy James hasst nichts mehr als arrogante Männer. Leider begegnet sie als PR-Managerin der L.A Hawks einer Menge davon. Ihr Anführer: Dax Temple. Der lästig attraktive Eishockeyspieler beschwört einen Skandal nach dem anderen herauf und macht ihr somit das Leben zur Hölle. Sie hat absolut keine Lust, seine Babysitterin zu spielen, nur weil das Management es für eine gute Idee hält. Denn plötzlich verbringt sie viel zu viel Zeit mit ihm auf engem Raum … und wenn sie nicht aufpasst, wird sie selbst sein nächster Skandal!

Dax Temple hasst nichts mehr als zu verlieren. Ach ja, und Lucy. Die unendlich neugierige Rothaarige bringt ihn viel zu oft auf dreckige, aber noch öfter auf tödlich endende Fantasien. Sie geht ihm direkt unter die Haut – wo sie absolut nichts verloren hat! Da kann er es gar nicht gebrauchen, dass auch noch sein ärgster Konkurrent Jack West zu den Hawks wechselt. Denn der Verräter kennt sein größtes Geheimnis und flirtet auffällig gern mit Lucy. Aber Dax will auf jeden Fall gewinnen. Ihm ist nur nicht klar, ob Lucy überhaupt weiß, dass sie ein Spiel spielen …

Quelle: Digital Publishers

Meine Meinung

Love and Hockey startet mit Lucy James, die neu im Marketingteam der LA Hawks beginnt. Ihr erster Arbeitstag ist direkt – sagen wir – intensiv: neue Umgebung, eine strenge, aber kompetente Chefin und als erste Aufgabe – und Prüfung – gleich der Auftrag, den berüchtigten Dax Temple für eine Pressekonferenz vorzubereiten. Dax ist nicht nur Star-Stürmer, sondern auch launisch, provokant und alles andere als pflegeleicht. Man könnte fast sagen Geld und Fame haben ihn verkorkst.

Lucy bemüht sich, professionell zu bleiben, obwohl Dax sie absolut respektlos behandelt. Er macht sich über ihr Aussehen lustig, nennt sie Praktikantin und versucht permanent, sie aus dem Konzept zu bringen. Doch Lucy bleibt dran – und lässt sich nicht einschüchtern. Das hat mir direkt imponiert.

Dax – Bad Boy, aber nicht eindimensional

Dax wirkt anfangs wie der typische Bad Boy mit großer Klappe und einem Hang zum Chaos. Doch mit der Zeit zeigt sich, dass mehr hinter der Fassade des Bad-Boy-Hockeystars steckt: eine schwierige Familiengeschichte, eine starke Bindung zu seiner Schwester und ein Zuhause, das nicht ins Klischee passt. Saskia Louis verleiht Dax Tiefe, ohne ihn übermäßig zu dramatisieren. Auch entlarvt sie seine Starallüren als das was sie sind: Mehr Schein als Sein.

Lucy – ehrgeizig, emotional, echt

Lucy bewegt sich in einem männerdominierten Umfeld und muss sich doppelt beweisen. Sie nimmt ihren Job ernst, zeigt Rückgrat und lässt sich von Sprüchen und Vorurteilen nicht aus der Ruhe bringen. Gleichzeitig hat sie ihre eigenen Sorgen, vor allem um ihren Vater, der nach dem Tod ihrer Mutter in eine Depression gefallen ist. Was ich besonders mochte: Lucy hat Biss, aber sie ist keine unnahbare Karrierefrau – eine gute Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit.

Zwischen Sticheleien und echten Gefühlen

Als Lucy und Dax sich treffen ist es nicht Liebe auf den ersten Blick. Aber dennoch ist da der Funken der überspringt. Beide sind es gewohnt, Distanz zu wahren: Lucy, weil sie sich im Job behaupten muss und ihr Privatleben streng von der Arbeit trennt; Dax, weil er hinter seiner provokanten Art vieles versteckt, was er niemandem zeigen will. Im Laufe der Geschichte geraten sie immer wieder aneinander, aber genau darin liegt auch eine gewisse Anziehung und Leidenschaft. Zusammen gehen sie ihren Gefühlen auf den Grund und lernen, dass es nicht immer Distanz sein muss. Eine wirklich süße und stürmische Liebesgeschichte.

Das Teamgefühl ist ein echtes Plus

Neben der Liebesgeschichte überzeugt auch das Umfeld der LA Hawks. Die Teamdynamik wirkt lebendig und wie eine eingeschworene, etwas überdrehte Truppe, die zwischen sportlichem Ehrgeiz und kindischem Humor pendelt. Gerade die Reaktionen der Spieler auf jede noch so kleine Annäherung zwischen Lucy und Dax bringen Leichtigkeit und Humor in die Geschichte.

Der Sport dient dabei mehr als Kulisse denn als zentrales Thema – bietet aber einen passenden Rahmen für große Egos, öffentliche Auftritte, Krisenmanagement und das eine oder andere Drama. Saskia Louis nutzt das Setting um Raum für Dynamik, Konflikte und Nähe zu schaffen, ohne sich in Fachsimpeleien zu verlieren.

Fazit

Love and Hockey 1 – Dax & Lucy” ist kein tiefschürfender Roman mit gesellschaftlicher Botschaft – aber er ist süß, unterhaltsam und genau richtig, wenn man eine romantische Geschichte mit sympathischen Figuren sucht. Die Handlung folgt zwar einer bekannten Struktur, aber das ist in diesem Fall absolut in Ordnung, weil das Gesamtpaket stimmt. Ich mochte das Setting, den Ton, die Figuren – und ja, ich möchte definitiv weiterlesen.

Für alle, die Lust auf eine sportliche Romance mit starken Dialogen, Herz und einem echten Teamgefühl haben. Ich bin positiv überrascht und freue mich schon auf den nächsten Band.

Buchdetails:

“Love and Hockey – Dax & Lucy” von Saskia Louis (Band 1)
dp audiobooks – 16.03.2023
Hörbuch ab 4,95€ , 9:22h
Verlag: dp audiobooks→


Hinweise

Rezension: ©alienicious 2025

Das rezensierte Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von Digital Publishers zur Verfügung gestellt.

Eine Übersicht meiner Rezensionen findet ihr hier. 🕮