Inhalt

Ein herzzerreißender und hoffnungsvoller Roman über die erste Liebe, das Aufwachsen in schwierigen Verhältnissen und die Kraft und Liebe, die alle jungen Mädchen brauchen.

Mo Baker ist fünfzehn und ziemlich wütend. Ständig streitet sie sich mit ihrer Mutter, die sich nur um ihre eigenen Probleme kümmert und jetzt auch noch diesen neuen Freund hat, den Mo einfach nur daneben findet. Lloyd ist für sie nur ein weiterer Kerl, der Frauen schlägt und ihr Geld verprasst. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben ist Sam, ihr Kindheitsfreund, dem sie sich so nah fühlt wie keinem anderen Menschen auf der Welt und mit dem sie in den Sommerferien endlich was hatte. Doch Sam hat inzwischen eine Andere. Zum Glück halten ihre besten Freundinnen Elaine und Naomi zu ihr, egal was ist oder kommen mag. Selbst als die Situation mit Lloyd eskaliert und in Mo nur noch der Wunsch nach Rache brennt …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Kunstmann Verlag)

Meine Meinung

„MUM! WIESO HAST DU ihm erlaubt, dass er sich mein Essensgeld nimmt?“

Erster Satz, Seite 5

Das Cover hat mich sehr angezogen. Ich finde diesen stilisierten Stil sehr gelungen und es drückt genau das aus was sich beim lesen dann auch so bestätigt hat: Die drei Mädels sehen cool und lässig auf etwas / jemanden hinunter, was ich als die ganze Situation empfunden habe in der sie sich befinden und mit der sie sich wirklich nicht abfinden werden!

Mo (Maureen) lebt in einer Gegend, die man als sozial schwach bis kriminell beschreiben kann. Sie ist selbstsicher, stark und wirkt äußerlich ziemlich abgebrüht. Auch ihre Art sich auszudrücken, ist durchsetzt von einer Menge cooler Sprüche und schlagfertiger Erwiderungen. Doch ihre harte Schale hat sie sich nicht ohne Grund aufgebaut. Die Beziehung zu ihrere Mutter war schon immer etwas wackelig, doch ihr neuer Freund bringt das Fass zum überlaufen. Maureens Mutter ist teilnahmslos, sie verkriecht sich in ihrem Bett, lebt nur noch für ihren Freund. Mo kann schauen wo sie bleibt, woher sie Essen bekommt und wer sich um sie kümmert, denn Maureens Mutter feiert lieber mit ihrem Freund, und verliert sich in der Illusion, dass sie endlich den perfekten Mann und Vater für Mo gefunden hätte. Denn perfekt ist an diesem Kerl Nichts! Von seinem schlechten Einfluss auf die Mutter abgesehen, nimmt er Mo das Essensgeld und wird als Krönung des Ganzen auch noch handgreiflich und schlägt Mo.

Mo ist tief gekränkt, dass ihre Mutter sich so von ihr abwendet und einen Kinderschläger ihr vorzieht. Halt findet Mo bei ihren Freundinnen und ihrem Kindheitsfreund und Seelenverwandten Sam. Neben den Problemen mit ihrer Mutter stecken Mo und ihre Freundinnen auch in ganz normalen Jugendproblemen: Jungs, Aussehen, Feiern gehen, die eigene Freiheit vs. Regeln.

Doch was ich trotzdem wahnsinnig toll fand ist, dass Mo sich nicht in ihre scheinbar verlorene Zukunft fügt, sondern rebelliert und willensstark ist. Sie ist klug und will ihre Situation ändern, deshalb fängt sie in der Schule an und schreibt gute Noten. Sie fügt sich nicht der Gewalt durch den Freund ihrer Mutter, sie lässt sich nicht unterkriegen, weil sie in einer schlimmen Gegend wohnt. Sie lässt sogar Sam ihrem Freund seit Kindertagen nichts durchgehen. Nachdem Mo und Sam mehr als Freundschaft für einander entdeckt haben, hat er die zarten Anfänge schnell wieder im Keim erstickt. Auch das knickt Mo ziemlich heftig, aber Sam ist dennoch bedingungslos für sie da. Was für Mo Halt bedeutet, aber die Geschichte noch in eine unerwartete Richtung führt.

Wie sollte ich in seinem Zimmer übernachten? Das wäre, als würde man einen Schokojunkie zur Pyjamaparty in der Süßwarenfabrik einladen.

Seite 73

Mir ging das Buch wirklich nah und hat mich immer wieder zum Grübeln gebracht, weil Mo und ihre Freundinnen so authentisch und lebendig gestaltet sind. Außerdem ist die Handlung wahnsinnig spannend und hat mich sehr gefesselt. Ihre Gefühle: Verzweiflung, Aussichtslosigkeit, aber auch Entschlossenheit und Liebe kamen so deutlich durch. Und das schiere Pech was Mo erleben muss hat mich beschäftigt. „herzzerreißend und hoffnungsvoll“ wie der Roman beschrieben, so habe ich es auch erlebt.

Das einzige was ich mir gewünscht hätte wäre, von Sam noch mehr zu erfahren. Denn er hat eine sehr wichtige Rolle gespielt, ist gefühlt aber doch etwas in den Hintergrund gerutscht.

Fazit

Mich hat das Buch komplett überzeugt. Eine spannende Geschichte, die auch schwere Themen anspricht, vielschichtige Charaktere, eine Sprache die die Handlung widerspiegelt und unterstützt. Ein Buch was zum nachdenken anregt, was mich über die Seiten hinaus beschäftigt und bewegt hat.

 

 

 

Zitate

Einige der Spüche die ich total super fand:

„Nein, jetzt hörst du mir zu“, würgte ich ihn ab. „Wenn dein Mädchen Warzen kotzt, nur weil du hin und wieder bei mir vorbeischaust, dann mach dir nicht die Mühe, noch mal an meine Pforte zu klopfen. Ich mein’s erst“

Seite 18

„[…] schieb deinen ungehobelten Bauernarsch aus meinem Blickfeld und deine Achseln aus meinem Riechbereich!“

Seite 47

Super, solider Muskeltyp, aber stiller als ein Mönchfurz!

Seite 47

Beide sahen mich an, als hätte ich ihnen auf ihre Valentinstagskarten gekackt.

Seite 56

„Vom Pastor?“, wiederholte ich. „Was ist denn ein Pastor? Ist das der, der die Zahnpasta in die Tube drückt?“

Seite 86

„Wasch dir den Kopf von innen, Mo, ich weiß nämlich was du denkst!“

Seite 87

 

Details:

„Wer braucht ein Herz wenn es gebrochen werden kann“ – Alex Wheatle

Kunstmann Verlag – 03.2019

Hardcover € 18

ISBN 978-3-95614-286-4

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©alienicious 2019


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks.de erhalten.

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