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Rezension: „Siren“ von Kiera Cass

Kahlens Familie kommt bei einem Schiffsunglück ums Leben. Sie selbst wird als Einzige gerettet – von drei betörenden jungen Frauen: Sirenen. Wunderschön und unsterblich. Von nun an ist Kahlen eine von ihnen. Scheinbar ein ganz normales Mädchen, doch ihr Leben gehört dem Meer. Jeder Mensch, der ihre Stimme hört, muss sterben. Und so schweigt sie. Bis sie Akinli begegnet, einem jungen Studenten, der Kahlen auch völlig ohne Worte versteht. Nach nur wenigen Stunden haben nicht nur ihre Herzen, sondern auch ihre Seelen zu einander gefunden. Und als Akinli schwer erkrankt, droht auch der eigentlich unsterblichen Kahlen der Tod. (Cover und Text: Fischer Verlag →)

Meine Meinung

Siren ist ein Roman voller junger weiblicher Protagonistinnen, einer zarten Liebesgeschichte und einer Menge Tragik und Verderben. Vorab möchte ich sagen, dass ich die Geschichte in ihrer Idee super schön fand, in der Umsetzung hatte die Geschichte für mich allerdings Lücken was die Motive der Figuren angeht.

Prolog (Seite 5) – erster Satz

Schon seltsam, woran man festhält, was einem im Gedächtnis bleibt, wenn alles endet.

Vorgeschichte

Kahlen, die Protagonistin, wird in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Sirene. Sie ist mit ihren Eltern auf einer Seeüberfahrt, als ein Unwetter über sie herein bricht und ein mysteriöser Gesang die Menschen über Bord lockt. Nur sie wird vor die Wahl gestellt: Sterben oder als Sirene weiterleben. Kahlen wird von der See gerettet und nach 80 Jahren in ihrem Dienst erhalten wir einen Einblick in ihr Leben.

Sirenen, mythische Fabelwesen

Der Roman hat mich eingangs angesprochen weil ich mythische Fabelwesen total spannend finde. Besonders wenn diese mythischen Kreaturen in einen modernen Kontext gesteckt werden. Ursprünglich kommen die Sirenen aus der griechischen Mythologie. Wikipedia beschreibt Sirenen wie folgt:
Eine Sirene […] ist in der griechischen Mythologie ein meist weibliches, […] Fabelwesen (Mischwesen aus ursprünglich Mensch und Vogel […]), das durch seinen betörenden Gesang die vorbeifahrenden Schiffer anlockt, um sie zu töten. (Quelle: Wikipedia → ).

Kiera Cass‘ Interpretation der mythischen Wesen sind junge Frauen, die von der See in Sirenen verwandelt werden und ihr 100 Jahre dienen müssen. Die See wird hierbei als anthropomorphes Wesen dargestellt, mit Gefühlen und Motiven. Aber dazu später mehr. Die Sirenen, wunderschön und tödlich, singen für die See und locken so Besatzungen von Fischerbooten und Kreuzfahrten in die dunklen Wellen der Ozeane und den Tod im kalten Wasser.

Die See und ihre Sklaven

Die See wird in „Siren“ als ein anthropomorphes Wesen mit eigener Intelligenz, mit eigenen Emotionen und einer eigenen Agenda dargestellt. Soweit so spannend. Sie kann alles beherrschen, was auch nur in ihre Nähe kommt und fordert von ihren Sirenen Opfer ein. Die Prämisse ist: sie sucht sich junge Frauen, die sie verwandelt. Nach der Verwandlung verlieren die Frauen nach und nach ihre Erinnerung an ihr altes Leben und können nun schwimmen wie Fische, unter Wasser atmen, ihr tödliches und wunderschönes Lied singen und ihr Alterungsprozess setzt für 100 Jahre aus. Ihre Stimme ist nun ein tödliches Instrument. Um ihre Identitäten und die Menschen um sich herum zu schützen sind sie in deren Anwesenheit zum Stillschweigen verdammt. Im Gegenzug für Stärke, lange Jugend und ein ungebundenes, aufregendes Leben ist die Aufgabe der Sirenen für die See zu singen, um so Opfer in den Tod zu locken. Nach einhundert Jahren (der Versklavung) werden die jungen Frauen in Menschen zurückverwandelt, verlieren wiederum ihre Erinnerung an das Sirenen-Leben und altern ab dem Zeitpunkt wieder ganz normal. (Komplizierte Sache!)

Die undurchsichtigen Motive

Und da kommen wir zu meinem persönlichen Knackpunkt: Wie beschrieben fehlt mir die Basis warum die See Opfer fordert und somit ist mir das ganze Buch über nicht klar geworden warum die Mädchen der See gehorchen sollten. Es gibt keine Erklärung warum die Mädchen zu Massenmörderinnen werden sollten, außer ihr eigenes Leben zu schützen. Natürlich ist der eigene Überlebensinstinkt eine starke Triebfeder, jedoch sind 100 Jahre lang von der See versklavt zu werden und tausende von Menschen zu töten, gute Gründe sich der See entgegen zu setzen. Darüber hinaus haben die Mädchen, manche mehr manche weniger, sogar wohlige bis liebevolle Gefühle der See gegenüber. Sie wird mit der Rolle einer Mutter verglichen. Für mich wird hier ein Bild von völlig naiven Mädchen gezeichnet, die für lange Jugend und ein aufregendes Leben tausende Tode akzeptieren, oder die einer völligen Gehirnwäsche unterzogen wurden.

Kapitel 18 (Seite 221) – Die See spricht zu Kahlen

[Die See:] Denkst du, ich genieße es zu töten?
[Kahlen:] Ich hob den Kopf. Was?
[Die See:] Es bereitet mir keine Freude, dich zu bestrafen oder Menschen das Leben zu nehmen. Ich tue, was ich muss, um zu überleben. Ich würde nicht nur kein Vergnügen an deinem Tod finden, ich würde um dich trauern. Nach all der Zeit musst du doch wissen, wie viel du mir bedeutest.

In diesem Zitat spricht die See zu Kahlen, weil diese sich ihren Befehlen widersetzt hat. Sie macht Kahlen ein schlechtes Gewissen, beteuert ihr sogar ihre Zuneigung, und dass sie eigentlich gar nichts dafür kann. Sie muss schließlich überleben! Doch wieder wird kein Grund angegeben warum die Toten der See das Überleben garantieren? Frisst sie die Menschen als Nahrung? Keine Ahnung, es wird nichts darüber gesagt wie beides zusammenhängen soll! Die Natur der See als Wesen mit Bewusstsein wird nicht soweit erklärt, dass es einen nachvollziehbaren Grund gibt, warum hunderte Menschenopfer pro Jahr nötig sind.

Selbstjustiz

Und reichen diese vielen Toten noch nicht aus, die sie ohne sich gegen die See zu stellen opfern, werden die Mädchen nun auch noch abseits der See zu eiskalten Mörderinnen, als sie die Familie einer ihrer Sirenen töten. Die Familie der Sirene, hat das Mädchen in ihrem früheren Leben misshandelt. So wird neben Massenmord, auch Selbstjustiz als Mittel der Wahl vorgeschlagen. (Ohne sagen zu wollen dass Misshandlung nicht bestrafenswert ist, nur sollte dies eben durch rechtsstaatliche Mittel und Wege geschehen.) Insgesamt fand ich diesen Handlungsstrang etwas plump.

Versönliches: Kahlens innerer Kampf und eine zarte Liebesgeschichte

Nachdem ich jetzt berichtet habe welche Motive die See verfolgt, steht dem entgegen Kahlens innerer Kampf. Sie ist ein sehr zwiespältiger Charakter. Auf der einen Seite zieht sie ihre Aufgabe als Sirene in tiefe Trauer, auf der anderen Seite jedoch bringt sie der See liebevolle Gefühle entgegen. Sie ist innerlich zerrissen und sehnt das Ende ihrer Sirenenzeit herbei. Dies wirkte auf mich wie das Stockholm Syndrom (ohne da eine psychologisch fundierte Aussage treffen zu wollen und zu können!)
Wikipedia beschreibt das Stockholm-Syndrom wie folgt: „Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.“ (Quelle hier →) Klingt nach Kahlen und der See!

Kapitel 2 (Seite 37) – Kahlens Gedanken über die See

Manchmal nahm Sie mich zu einer Insel mit oder Sie zeigte mir die schönsten Facetten Ihrer selbst, so leicht verborgen vor den menschen. An anderen Tagen wusste Sie, dass Sie mir am besten half, indem Sie mich eine Weile allein ließ. Aber ich wollte nie lange von Ihr getrennt bleiben. Sie war die einzige Mutter, die ich noch hatte.
Teils Mutter, teils Schutzherrin, teils Arbeitgeberin… unsere Beziehung war schwer zu beschreiben.

Ihre Treue der See gegenüber wird dann auf die Probe gestellt, als sie Akinli kennenlernt. Er ist Student und überrascht sie mit seiner aufgeschlossenen und unbeschwerten Art, obwohl sie stumm ist wie ein Fisch. Sie verliebt sich in ihn, weiß jedoch dass es ihr nicht erlaubt ist mit ihm zusammen zu sein. So schnell diese zarte Liebe angefangen hat, so schnell bricht sie (zunächst einmal) auch wieder ab, als Kahlen und die anderen Mädchen ihre Koffer packen und weiterziehen.
Hier habe ich gedacht, der Zeitpunkt ist gut gewählt für die Geschichte: nach 80 Jahren Dienst, sind also noch 20 übrig, genug damit es eine dramatische Wendung wird, wenig genug, damit sie auch nach den 20 Jahren zusammen finden könnten. Dennoch fand ich es unrealistisch, dass dies nach 80 Jahren Kahlens erstes Zusammentreffen mit einem Menschen sein sollte, für den sie Gefühle entwickelt. Ich meine 80 Jahre sind eine lange Zeit!
Nachdem Kahlen von Akinli getrennt ist, merkt sie wie stark ihre Gefühle sind, und dass sie ihn unbedingt wieder sehen möchte. Sie widersetzt sich der See und trifft ihn. Ein Zwischenfall jedoch führt dazu dass sie ihn endgültig zu verlieren scheint, doch eine mysteriöse Krankheit gibt der Geschichte dann eine unerwartete Wendung. (Mehr will ich an dieser Stelle nicht spoilern!! :))

Trotz aller Kritik an der See und ihren Motiven, ist die Liebesgeschichte zwischen Kahlen und Akinli der rote Faden um den sich die Geschichte spinnt. Sie ist zart und süß und herzallerliebst. Sie nimmt eine spannende Wendung und ein versönliches Ende.

Fazit

Wie eingangs erwähnt finde ich die Idee des Buches toll und spannend, die Umsetzung ist in meinen Augen jedoch etwas löchrig. Mir wurde das ganze Buch über nicht klar, aus welcher Intention heraus die Mädchen so viele Tode in Kauf nehmen und sich im nächsten Moment überlegen welche Party sie als nächstes besuchen wollen. Mir hat schlicht die Erklärung gefehlt warum die See Opfer sucht und dies hat die ganze Geschichte für mich überschattet. Selbst die süße und spannende Liebesgeschichte zwischen Kahlen und Akinli konnte diesen Umstand für mich nicht wett machen.

Details:

„Siren“ – Kiera Cass

Fischer Tor Verlag – 13.10.2016

Hardcover € 12,99

Verlagsseite →

©alienicious 2020


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich in einer Verlosung auf Lovelybooks.de gewonnen. Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

Links:
Sirenen – Wikipedia →
Stockholm-Syndrom – Wikipedia →

Rezension: „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ von Andreas Eschbach

Wer ist Perry Rhodan? Bestsellerautor Andreas Eschbach erzählt die Vorgeschichte des legendären Weltraumhelden.

Cape Kennedy, 1971: Nach dem katastrophalen Scheitern der Apollo-Missionen unternehmen die Amerikaner einen letzten verzweifelten Versuch, das Rennen zum Mond zu gewinnen. Der Name des Raumschiffs: Stardust. Der Name des Kommandanten: Perry Rhodan.

Mit diesem bahnbrechenden Ereignis startete die Science-Fiction-Serie Perry Rhodan. Und wurde zur erfolgreichsten Fortsetzungsgeschichte der Welt.

Doch erst jetzt erfahren wir, wie alles wirklich begann: Perry Rhodans Jugend, seine politischen Eskapaden, seine Abenteuer als Testpilot und die geheime Geschichte der bemannten Weltraumfahrt.

 

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer Tor Verlag)

 

Meine Meinung

Meine Meinung zu diesem Buch auszudrücken finde ich ungewöhnlich herausfordernd. Zum einen bin ich einfach komplett hin und weg und fühle mich wie ein kleines Kind, das davon träumt Astronaut zu werden! Zum anderen habe ich keinen Bezug zu den wöchentlichen Perry-Rhodan-Heftromanen, denn die habe ich noch nie gelesen. Aus diesem Grund kann ich in dieser Rezension nur von dem Roman sprechen, den Andreas Eschbach geschrieben hat, ohne einschätzen zu können ob er das „Gefühl“, das die Perry-Rhodan-Heftromane ausdrücken,  eingefangen hat. Möglicherweise ist es auch nicht so wichtig.

„Perry Rhodan“ ist heute bekannt aus Hörspielen, Ebooks, Romanen usw. Seinen Ursprung hatte das Perry-Rhodan-Universum in einer Reihe von Heftromanen die vom Moewig-Verlag im Jahre 1961 raus gebracht wurde. Die Heftreihe erschien zu einem Zeitpunkt an dem der Wettlauf ins All in vollem Gange war und ich kann mir vorstellen, dass dies den Geist der Zeit angesprochen hat. (Da bedaure ich manchmal in einer Zeit zu leben, in der die bemannte Raumfahrt so wenig Interesse erhält – im Vergleich.) Aus Ursprünglich geplant ein paar Dutzend Heften wurde die längste Fortsetzungsgeschichte der Erde! Bis heute erscheint wöchentlich eine neue Perry Rhodan Geschichte, das muss man sich erst mal vorstellen!

„Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ erzählt die Geschichte wie Perry Rhodan sich von dem Kind, das davon träumt zu den Sternen zu reisen, zu dem Astronauten, dem außergewöhnlichen Charakter und intergalaktischen Reisenden entwickelt, der nebenbei die Erde rettet.

Mich hat das Buch von Anfang an in seinen Bann geschlagen. Ich finde Sci-Fi besonders wenn es sich so „Erdnah“ zuträgt total faszinierend und interessant. Perry Rhodan, der 1936 geboren ist, ist genau zur rechten Zeit geboren um den Wettlauf zum Mond aktiv zu erleben und mitzugestalten. Super gelungen ist es Eschbach die realen Ereignisse mit Perry Rhodans Geschichte zu verschmelzen. Es fühlt sich echt an, auch nachdem Eschbach die realen Begebenheiten verlassen hat. Perry erlebt wie der erste Satellit – Sputnik – ins All geschossen wird, erlebt die Rückschläge und Erfolge der Russen und der Amerikaner und ist schließlich frustriert und traurig, als die erste bemannte Raumkapsel die Erde verlässt – ohne ihn. Doch was alles noch auf ihn wartet hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können.

Auch die gesellschaftliche Situation und wie sie sich im laufe der Jahre und Jahrzehnte verändert hat, hat Eschbach nicht vernachlässigt. So ist Perry kurz vor dem 2. Weltkrieg geboren hat erlebt wie es seine Familie als deutsche Flüchtlinge in die USA verschlägt. Er hat die Rassentrennung in den USA erlebt, er wurde Zeuge wie sein bester Freund und er auseinander gerissen wurden aufgrund ihrer so unterschiedlichen – wie belanglosen – Hautfarbe.  Er hat das nukleare Wettrüsten erlebt und jede Menge kleingeistiger Kriege und Auseinandersetzungen mit denen sich die Menschheit rumschlägt. Perry Rhodans Geschichte beginnt mit einem Kind, das von den Sternen träumt und endet mit einem Mann, der die Sterne erreicht hat und die Menschen geeint hat.

Im Wikipedia-Artikel zu Perry Rhodan wird zum Hauptcharakter folgendes gesagt: „die unbestrittene Hauptperson der Serie ist so beschrieben, dass sich möglichst jeder Leser mit ihm identifiziert. Das schließt extreme Eigenheiten von vornherein aus, in Vielem wirkt er eher generisch, unbestimmt“ (Quelle Wikipedia →, Anmerkung siehe unten!) Dies mag für die Heftromane so stimmen, doch in Andreas Eschbachs Roman ist mir das ganz anders erschienen. Rhodan wird, ganz im Gegenteil zu diesem Zitat, als ganz außergewöhnlich beschrieben. Ein sehr kluger, zielstrebiger Junge, der sich durch Rückschläge nicht einschüchtern lässt. Der entgegen dem Geist seiner Zeit frei ist von Vorurteilen und Engstirnigkeit. Der in großen Maßstäben denkt und ein unbeirrbar loyaler und ehrlicher Freund ist.

Klar das sind Eigenschaften die wohl die meisten schätzen und sich gerne so sehen, aber dennoch ist er alles andere als generisch sondern vielmehr sticht er klar aus der Menge hervor. Er hat ein klares Ziel vor Augen, und verfolgt dieses mit Leidenschaft. So wurde aus einem klugen Kind ein Charakter der andere mit sich reißt, der Führungsqualitäten besitzt und der durch und durch gute Absichten hat.

Nachdem ich dieses Buch verschlungen habe, habe ich mich auch mal damit beschäftigt wo Perry Rhodan noch so zu finden ist. Sehr sehr cool ist, dass es auf Audible und Spotify Perry Rhodan Stories gibt. Wenn ihr ein Audible Konto habt könnt ihr dort, soweit ich gesehen hab, eine handvoll etwas längerer Perry Rhodan Geschichten euch anhören. Aber viel cooler auf Spotify gibt’s die Reihe „Die größte Weltraumserie“ zu hören und die Geschichten fangen mit Episode 1 „Unternehmen STARDUST“ da an wo „Das größte Abenteuer“ sein Finale feiert. Richtig cool. Hört rein. ♥

Fazit

Rund 800 Seiten lang begleitet man Perry auf seinem aufstrebenden Weg von seiner Kindheit bis zu den Sternen. Ein echt dickes Buch, was mich aber mehr als positiv überrascht hat. Es ist spannend und die Leidenschaft und der Beharrlichkeit mit der Perry seinen Weg geht ist mitreißend und rührend. Besonders mochte ich Perrys Wissensdurst, er verschlingt jedes Buch was er finden kann, rund um Wissenschaft, Geschichte, Technik und Raumfahrt. „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ ist ein Ausflug in die Geschichte und ein Ausblick in die Zukunft. Ich liebe dieses Buch. Hab direkt im Anschluss alle Raumfahrt-Filme rausgekramt die ich besitze.

 

Details:

„Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ – Andreas Eschbach

Fischer Tor Verlag – 15.2.2019

Hardcover € 25,00

ISBN 978-3-596-70145-2

Verlagsseite →

Die Perry Rhodan Website →

©alienicious 2019


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich in einem Gewinnspiel auf www.tor-online.de gewonnen. Großes Dankeschön an dieser Stelle! Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

Anmerkung zum erwähnten Wikipedia-Artikel zu Perry Rhodan:

Als ich die Rezension angefangen habe (ca. Anfang Mai) war das Zitat noch in dem Wikipedia-Artikel enthalten. Mittlerweile ist der Abschnitt zu den Charakteren aber entfallen. Siehe Versionsgeschichte des Artikels.

Rezension: „Das Heim“ von Mats Strandberg

Inhalt

Zum ersten Mal nach zwanzig Jahren kehrt Joel zurück in sein Heimatstädtchen an der schwedischen Westküste, um seine demenzkranke Mutter zu pflegen. Seit ihrem Infarkt ist Monika nicht mehr dieselbe, und schweren Herzens bringt Joel sie im Seniorenheim unter, wo sie sich zunächst zu erholen scheint.
Doch schon bald verschlechtert sich Monikas Zustand: Sie magert ab. Wird ausfallend. Und spricht dunkle Geheimnisse aus, von denen sie eigentlich gar nichts wissen kann. Manche der Alten halten sie deshalb für einen Engel, andere für einen Dämon, und auch auf Joel wirkt seine Mutter, als wäre sie nicht sie selbst.
Eine von Monikas Pflegerinnen ist Joels Jugendfreundin Nina. Seit zwanzig Jahren haben die beiden nicht miteinander gesprochen, und so schmerzhaft sich ihre Wege damals getrennt haben, so schmerzhaft ist jetzt ihr Wiedersehen.
Und als sich die beklemmenden Vorkommnisse im Heim häufen, findet Joel ausgerechnet in Nina eine Verbündete, um dem Grauen entgegenzutreten.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer Tor Verlag)

Meine Meinung

„Er lauscht angespannt.“

Seite 7 – Erster Satz im Buch

Das hübsche Cover mit dem Makel

Ich sah das Cover und hab dem Buch eine Chance gegeben. Wäre das Buch ein Mensch wäre ich jetzt ziemlich oberflächlich! Das Cover finde ich jedenfalls sehr überzeugend: düster, kühl und der Blick der Dame ist äußerst verstörend! Das einzige wirklich dumme Manko an dem Cover des Buches ist, dass die Iris in Hochglanz gedruckt ist, im Gegensatz zum restlichen Cover, welches matt gedruckt ist. Ich finde es nicht gelungen, denn das Licht und die Perspektive müssen schon arg stimmen damit es einen guten Effekt erzielt und die Augen betont. Die restliche Zeit sind da diese kleckse in den Augen und es zerstört den fiesen Blick der Frau. Gute Idee, aber praktisch nicht so gelungen.

Jugendfreunde

Schon auf dem Cover des Buches verkündet ein knallgelber Sticker, dass Mats Strandberg „Der schwedische Stephen King“ sei, solche Sticker sind so nichtssagend… deshalb bin ich ziemlich frei von Erwartungen an das Buch herangegangen.“Das Heim“ wird aus der Perspektive von Joel und Nina erzählt. Joel ist nach seiner Schulzeit aus seiner Heimat geflohen: auf der Suche nach Erfolg mit seiner Musik, fort aus seinem ruhigen Heimatstädtchen und fort von seiner Mutter. Doch der Erfolg blieb aus und seine Geschichte nahm eine Wendung Bergab. Drogen, flüchtige Bekanntschaften und wechselnde Jobs prägen sein Leben. Ganz im Gegensatz zu seinem perfekten Bruder mit seiner perfekten Familie. Doch als seine Mutter nach einem Herzinfarkt die Diagnose Demenz bekommt, kehrt er zurück und pflegt sie bis es so schlimm wird, dass er sie in ein Heim, dem „Nebelfenn“, unterbringt.

Joel ist so schmerzerfüllt und traurig. Er ist als Charakter sehr authentisch und erfüllt von inneren Konflikten: vom Alleinsein, von der Ziellosigkeit seines Lebens, von alten Päckchen die er mit sich rum trägt und mit denen er nie Frieden geschlossen hat. Eins dieser „Päckchen“ ist Nina. Seine beste Freundin aus seiner Jugend. 20 Jahre lang hatte er keinen Kontakt zu ihr, nachdem sie im Streit auseinander sind. Als sie sich wiedersehen reißt die Begegnung alte Wunden auf, und Joel ist wegen seiner Mutter eh schon in einer schlechten Verfassung. Auch für Nina ist es ein Schock. Sie wirkt als hätte sie es sich in ihrem Leben gemütlich gemacht. Ein Mann, ein Sohn und ein guter Job. Der Perfekte Schein. Sie wirkt als habe sie ihre Vergangenheit nicht verarbeitet, sondern sorgsam in einem Winkel ihrer Seele weggesperrt. Nach und nach zeigen sich auch bei ihr Ängste und eine gewisse innere Zerrissenheit.

Die beiden Charaktere von denen die Geschichte lebt sind authentisch, vielschichtig und der Autor schafft es perfekt die Verletzlichkeit hinter der Fassade in Worte zu fassen. Neben der Spannung war die Entwicklung von Nina und Joel,  und ihrer Verbindung zu einander, es für mich lesenswert gemacht. Vom aufeinander treffen wie zwei brodelnde Vulkane, über einen Ausbruch der lange überfällig war bis hin zu einem zarten Frieden.

Manche halten sie für einen Engel, andere für einen Dämon

Joels Mutter ist dement, sie erkennt nur in wenigen klaren Momenten ihren Sohn wieder. Für Joel ist es ein Grauen und eine psychische Anstrengung von großem Ausmaß. Doch das Grauen ist vielschichtig. Die Verfassung von Joels Mutter Monica wird im Laufe der Geschichte immer schlechter und neben der Krankheit macht sich in Joel der Gedanke breit, dass nicht nur die Krankheit seine Mutter in diesen Dämon verwandelt. Aber ist das eine natürliche Reaktion von Angehörigen auf die Krankheit, oder geht im Nebelfenn mehr vor sich, als er hätte ahnen können?

„Sie kann es nicht wissen. Niemand weiß es. „

Seite 114

Der Spannungsbogen ist so gut gemacht. Von Kapitel zu Kapitel schleicht sich die Spannung ein, wird bleischwer, man muss weiter und weiter Lesen, die Nerven liegen blank! Ich finde der Autor schafft es wahnsinnig gut mich, als seinen Leser, zu fesseln, neugierig zu machen und letztlich auch zu gruseln. Dadurch, dass die Geschichte in einem Seniorenheim mit einigen dementen älteren Bewohnern stattfindet, spielt der Autor mit dem irrationalen Verhalten der Kranken und vermischt dies mit einer Ahnung von Übernatürlichem, aber ist dies nur die Manifestation einer ansteckenden Panik, oder geht wirklich etwas Übernatürliches vor sich? Ich finde es klasse wie die Geschichte einen in Atem hält!

Das einzige was für mich an dem Buch etwas runder hätte sein können ist das Ende: der Epilog. Ich verrate nichts, aber manchmal ist es wirkungsvoller Fragen offen zu lassen… (so vage!)

Strandberg vs. King

Ich habe bewusst noch nicht das Internet durchforstet nach Meinungen über Strandberg oder den Vergleich des Verlags zu Stephen King, weil ich das Buch nicht durch Erwartungen für mich ruinieren wollte. Aber das war gar nicht nötig, denn „Das Heim“ hat mich wirklich überzeugt. Letztlich weiß ich nicht inwiefern diese Aussage gemünzt ist, aber im Endeffekt soll es wohl für den Erfolg des Autors stehen. Ich finde jedoch ist so ein Vergleich völlig aus der Luft gegriffen. Unter anderem habe ich „Die Arena“, „Brennen muss Salem“ und „Todesmarsch“ gelesen und kann hier keine konkrete Parallelen sehen. Wenn es jedoch darauf gemünzt ist, dass Strandberg so unglaublich schreibwütig ist wie King, dann immer her damit!

Fazit

„Das Heim“ hat mich gefesselt und gegruselt. Abends, als es dunkel war, musste ich es einmal weglegen, weil es so unheimlich war. (Möglicherweise bin ich auch empfindlich!) Mir hat an diesem Roman ganz besonders gefallen, dass der Autor mit wenig explizitem Horror sehr wirkungsvoll eine unheimliche Atmosphäre aufgebaut hat. Klare Leseempfehlung!

 

 

Details:

„Das Heim“ – Mats Strandberg

Fischer Tor Verlag – 24.10.2018

Paperback € 14,99

ISBN 978-3-596-70367-8

Verlagsseite →

„Das Heim“ bei Amazon →*

 

©alienicious 2019


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

*Werbung: Amazon Affiliate Link

Rezension: „Obsidian“ von Jennifer L. Armentrout

Inhalt

Als Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In dem kleinen Nest kommt sie anfangs nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln, und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber unfassbar unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau dieser Junge, dem sie von nun an aus dem Weg zu gehen versucht, ihrem Schicksal eine ganz andere Wendung geben wird …

Quelle: Carlsen Verlag →

 

Meine Meinung

Katy und ihre Mutter ziehen nach dem Tod des Vaters vom Sunshine State Florida in ein wolkenverhangenes Nest in West-Virginia um dort einen Neuanfang zu wagen. (Kommt mir das bekannt vor? Ach ja ist nicht auch Bella aus Twilight zu Beginn der Bücher vom sonnigen Phoenix ins nasse Folks gezogen?!)
Die 17-jährige Katy ist ein Bücher-Nerd, sie hat überall im Haus Bücher verteilt, freut sich wie ein kleines Kind, wenn sie neue Bücher per Post bekommt und schreibt einen eigenen Blog über ihre größte Leidenschaft. Das macht mir Katy direkt von Anfang an sympathisch (und kommt mir sehr bekannt vor). Sie ist auf der einen Seite sehr selbstständig, da ihre Mutter viel arbeitet und sie es gewohnt ist sich um sich selbst zu kümmern, auf der anderen Seite ist sie auch eine typische Jugendliche, mit all der Leidenschaft, der Sturheit und des Chaos das dazugehört.

Katy und die Zwilinge

Da Katy in der neuen Stadt noch niemanden kennt, schlägt ihre Mutter Katy vor die Nachbarn zu begrüßen, zwei Jugendliche genau in Katys Alter. Dies ist der Moment in dem eine wunderbare Freundschaft und eine verrückte Liebe ihren Anfang nimmt. <3
Dee und Daemon sind Zwillinge. Dee ist hübsch und süß und von Beginn an vernarrt in Katy als ob sie schon immer auf sie gewartet hätte. Man könnte es fast als unheimlich bezeichnen wie Dee sich auf Katy stürzt, aber ihre liebenswerte Art macht das wieder wett.
Daemon hingegen ist herablassend und arrogant, aber ziemlich gutaussehend. Von der ersten Begegnung an ist er eklig zu Katy und will ihr sogar die Freundschaft mit seiner Schwester verbieten. Doch dann und wann zeigt sich auch eine andere Seite von Daemon. Die Art die aufmerksam und süß ist und Katy entwickelt eine Schwäche für diesen anziehenden nervigen Typ.
Auch hier habe ich eine schwache Parallele zu vielen Jugend-Fantasy-Romanen gesehen, in denen sehr überdurchschnittlich gutaussehende Wesen eine Rolle spielen! Besonders in denen sich ein Menschen-Mädchen und ein übernatürliches Wesen ineinander verlieben! Ohne allzu viel zu spoilern.
Trotz dieser nicht ganz so neuen Idee vom Mädchen und dem düsteren Typ bin ich der Meinung, dass die Autorin tolle Charaktere geschaffen hat, die für sich viel vielschichtiger sind als nur ein generischer Klischee-Charakter. Katy die erst typisch jugendlich rüberkommt entwickelt so viel Stärke und Mut und Daemon den man für einen arroganten, unnahbaren Typ mit dunklem Geheimnis halten kann ist ein so loyaler Charakter und ein großartiger Bruder. Für Katy lässt er auch mal sein wahres Ich hinter den Schutzschilden durchblitzen.
Die Begegnung mit den Zwillingen ist der Auftakt zu einer spannenden Geschichte, in deren Verlauf Katy an ihre Grenzen stoßen wird und Dinge erleben wird die sie nie für möglich gehalten hat. Viel Abenteuer, große Gefühle und brenzliche Situationen sage ich da nur!

Science-Fiction trifft Jugendroman

Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction und dieses Buch vereint zwei meiner Liebsten Genres: Jugend-Romane und Science-Fiction-Romane. Im Auftakt der „Obsidian“ Reihe wird erst an der Oberfläche der Natur und Herkunft der übernatürlichen Wesen gekratzt und man erfährt nur grob was es mit ihnen auf sich hat. Ich bin sehr gespannt ob in den nächsten Büchern die Sci-Fi-Seite der Geschichte noch mehr in den Mittelpunkt gerückt wird.

Fazit

Versteht mich nicht falsch: Ich habe hier ein wenig über die Wirren der jungen Katy gezetert, aber auch wenn ich ihr Verhalten als Charakter manchmal etwas chaotisch und stur finde, ist das Buch so wahnsinnig gefühlvoll. Es ist der wunderbare Anfang tiefer Freundschaften und Verbundenheit; einer leidenschaftlichen jungen Liebe zwischen zwei temperamentvollen und willensstarken Charakteren. Auch wenn die Geschichte ein paar Motive aufgreift, die in diesem Genre immer wiederkehren, ist es ein Buch mit einer spannenden und für die Charaktere steinigen Geschichte, die Armentrout wunderbar flüssig und mitreißend erzählt. „Obsidian“ ist eine klare Leseempfehlung von mir! Für mich ist ein Buch lesenswert und großartig, wenn die Charaktere lebendig sind und die Geschichte große Gefühle mir als Leser vermittelt und das schafft „Obsidian“ ganz eindeutig

 

Die Autorin: Jennifer L. Armentrout

Quelle: Carlsen Verlag

„Jennifer L. Armentrout lebt mit ihrem Mann und ihren Hunden in West Virginia. Schon im Matheunterricht schrieb sie Kurzgeschichten, was ihre miserablen Zensuren erklärt. Wenn sie heute nicht gerade mit Schreiben beschäftigt ist, schaut sie sich am liebsten Zombie-Filme an. Mit ihren romantischen Geschichten stürmt sie in den USA – und in Deutschland – immer wieder die Bestsellerlisten.“ Quelle: Carlsen Verlag →

 

 

 

 

Details:

„Obsidian. Schattendunkel“ – Jennifer L. ArmentroutCarlsen Verlag – 25.04.2014

Hardcover € 18,90

ISBN 978-3-551-58331-4

Verlagsseite →

„Obsidian. Schattendunke“ bei Amazon →*

Reihe:

Band 1 – „Obsidian. Schattendunkel“

Band 2 – „Onyx. Schattenschimmer“

Band 3 – „Opal. Schattenglanz

Band 4 – „Origin. Schattenfunke

Band 5 – „Opposition. Schattenblitz

 

 

©alienicious 2018


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben. Diese Rezension spiegelt meine unbeeinflusste Meinung wider. 

*Werbung: Amazon Affiliate Link

 

 

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