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Rezension: „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ von Andreas Eschbach

Wer ist Perry Rhodan? Bestsellerautor Andreas Eschbach erzählt die Vorgeschichte des legendären Weltraumhelden.

Cape Kennedy, 1971: Nach dem katastrophalen Scheitern der Apollo-Missionen unternehmen die Amerikaner einen letzten verzweifelten Versuch, das Rennen zum Mond zu gewinnen. Der Name des Raumschiffs: Stardust. Der Name des Kommandanten: Perry Rhodan.

Mit diesem bahnbrechenden Ereignis startete die Science-Fiction-Serie Perry Rhodan. Und wurde zur erfolgreichsten Fortsetzungsgeschichte der Welt.

Doch erst jetzt erfahren wir, wie alles wirklich begann: Perry Rhodans Jugend, seine politischen Eskapaden, seine Abenteuer als Testpilot und die geheime Geschichte der bemannten Weltraumfahrt.

 

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer Tor Verlag)

 

Meine Meinung

Meine Meinung zu diesem Buch auszudrücken finde ich ungewöhnlich herausfordernd. Zum einen bin ich einfach komplett hin und weg und fühle mich wie ein kleines Kind, das davon träumt Astronaut zu werden! Zum anderen habe ich keinen Bezug zu den wöchentlichen Perry-Rhodan-Heftromanen, denn die habe ich noch nie gelesen. Aus diesem Grund kann ich in dieser Rezension nur von dem Roman sprechen, den Andreas Eschbach geschrieben hat, ohne einschätzen zu können ob er das „Gefühl“, das die Perry-Rhodan-Heftromane ausdrücken,  eingefangen hat. Möglicherweise ist es auch nicht so wichtig.

„Perry Rhodan“ ist heute bekannt aus Hörspielen, Ebooks, Romanen usw. Seinen Ursprung hatte das Perry-Rhodan-Universum in einer Reihe von Heftromanen die vom Moewig-Verlag im Jahre 1961 raus gebracht wurde. Die Heftreihe erschien zu einem Zeitpunkt an dem der Wettlauf ins All in vollem Gange war und ich kann mir vorstellen, dass dies den Geist der Zeit angesprochen hat. (Da bedaure ich manchmal in einer Zeit zu leben, in der die bemannte Raumfahrt so wenig Interesse erhält – im Vergleich.) Aus Ursprünglich geplant ein paar Dutzend Heften wurde die längste Fortsetzungsgeschichte der Erde! Bis heute erscheint wöchentlich eine neue Perry Rhodan Geschichte, das muss man sich erst mal vorstellen!

„Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ erzählt die Geschichte wie Perry Rhodan sich von dem Kind, das davon träumt zu den Sternen zu reisen, zu dem Astronauten, dem außergewöhnlichen Charakter und intergalaktischen Reisenden entwickelt, der nebenbei die Erde rettet.

Mich hat das Buch von Anfang an in seinen Bann geschlagen. Ich finde Sci-Fi besonders wenn es sich so „Erdnah“ zuträgt total faszinierend und interessant. Perry Rhodan, der 1936 geboren ist, ist genau zur rechten Zeit geboren um den Wettlauf zum Mond aktiv zu erleben und mitzugestalten. Super gelungen ist es Eschbach die realen Ereignisse mit Perry Rhodans Geschichte zu verschmelzen. Es fühlt sich echt an, auch nachdem Eschbach die realen Begebenheiten verlassen hat. Perry erlebt wie der erste Satellit – Sputnik – ins All geschossen wird, erlebt die Rückschläge und Erfolge der Russen und der Amerikaner und ist schließlich frustriert und traurig, als die erste bemannte Raumkapsel die Erde verlässt – ohne ihn. Doch was alles noch auf ihn wartet hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können.

Auch die gesellschaftliche Situation und wie sie sich im laufe der Jahre und Jahrzehnte verändert hat, hat Eschbach nicht vernachlässigt. So ist Perry kurz vor dem 2. Weltkrieg geboren hat erlebt wie es seine Familie als deutsche Flüchtlinge in die USA verschlägt. Er hat die Rassentrennung in den USA erlebt, er wurde Zeuge wie sein bester Freund und er auseinander gerissen wurden aufgrund ihrer so unterschiedlichen – wie belanglosen – Hautfarbe.  Er hat das nukleare Wettrüsten erlebt und jede Menge kleingeistiger Kriege und Auseinandersetzungen mit denen sich die Menschheit rumschlägt. Perry Rhodans Geschichte beginnt mit einem Kind, das von den Sternen träumt und endet mit einem Mann, der die Sterne erreicht hat und die Menschen geeint hat.

Im Wikipedia-Artikel zu Perry Rhodan wird zum Hauptcharakter folgendes gesagt: „die unbestrittene Hauptperson der Serie ist so beschrieben, dass sich möglichst jeder Leser mit ihm identifiziert. Das schließt extreme Eigenheiten von vornherein aus, in Vielem wirkt er eher generisch, unbestimmt“ (Quelle Wikipedia →, Anmerkung siehe unten!) Dies mag für die Heftromane so stimmen, doch in Andreas Eschbachs Roman ist mir das ganz anders erschienen. Rhodan wird, ganz im Gegenteil zu diesem Zitat, als ganz außergewöhnlich beschrieben. Ein sehr kluger, zielstrebiger Junge, der sich durch Rückschläge nicht einschüchtern lässt. Der entgegen dem Geist seiner Zeit frei ist von Vorurteilen und Engstirnigkeit. Der in großen Maßstäben denkt und ein unbeirrbar loyaler und ehrlicher Freund ist.

Klar das sind Eigenschaften die wohl die meisten schätzen und sich gerne so sehen, aber dennoch ist er alles andere als generisch sondern vielmehr sticht er klar aus der Menge hervor. Er hat ein klares Ziel vor Augen, und verfolgt dieses mit Leidenschaft. So wurde aus einem klugen Kind ein Charakter der andere mit sich reißt, der Führungsqualitäten besitzt und der durch und durch gute Absichten hat.

Nachdem ich dieses Buch verschlungen habe, habe ich mich auch mal damit beschäftigt wo Perry Rhodan noch so zu finden ist. Sehr sehr cool ist, dass es auf Audible und Spotify Perry Rhodan Stories gibt. Wenn ihr ein Audible Konto habt könnt ihr dort, soweit ich gesehen hab, eine handvoll etwas längerer Perry Rhodan Geschichten euch anhören. Aber viel cooler auf Spotify gibt’s die Reihe „Die größte Weltraumserie“ zu hören und die Geschichten fangen mit Episode 1 „Unternehmen STARDUST“ da an wo „Das größte Abenteuer“ sein Finale feiert. Richtig cool. Hört rein. ♥

Fazit

Rund 800 Seiten lang begleitet man Perry auf seinem aufstrebenden Weg von seiner Kindheit bis zu den Sternen. Ein echt dickes Buch, was mich aber mehr als positiv überrascht hat. Es ist spannend und die Leidenschaft und der Beharrlichkeit mit der Perry seinen Weg geht ist mitreißend und rührend. Besonders mochte ich Perrys Wissensdurst, er verschlingt jedes Buch was er finden kann, rund um Wissenschaft, Geschichte, Technik und Raumfahrt. „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ ist ein Ausflug in die Geschichte und ein Ausblick in die Zukunft. Ich liebe dieses Buch. Hab direkt im Anschluss alle Raumfahrt-Filme rausgekramt die ich besitze.

 

Details:

„Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ – Andreas Eschbach

Fischer Tor Verlag – 15.2.2019

Hardcover € 25,00

ISBN 978-3-596-70145-2

Verlagsseite →

Die Perry Rhodan Website →

©alienicious 2019


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich in einem Gewinnspiel auf www.tor-online.de gewonnen. Großes Dankeschön an dieser Stelle! Meine Meinung ist dadurch nicht beeinflusst.

Anmerkung zum erwähnten Wikipedia-Artikel zu Perry Rhodan:

Als ich die Rezension angefangen habe (ca. Anfang Mai) war das Zitat noch in dem Wikipedia-Artikel enthalten. Mittlerweile ist der Abschnitt zu den Charakteren aber entfallen. Siehe Versionsgeschichte des Artikels.

Rezension: „Obsidian“ von Jennifer L. Armentrout

Inhalt

Als Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In dem kleinen Nest kommt sie anfangs nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln, und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber unfassbar unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau dieser Junge, dem sie von nun an aus dem Weg zu gehen versucht, ihrem Schicksal eine ganz andere Wendung geben wird …

Quelle: Carlsen Verlag →

 

Meine Meinung

Katy und ihre Mutter ziehen nach dem Tod des Vaters vom Sunshine State Florida in ein wolkenverhangenes Nest in West-Virginia um dort einen Neuanfang zu wagen. (Kommt mir das bekannt vor? Ach ja ist nicht auch Bella aus Twilight zu Beginn der Bücher vom sonnigen Phoenix ins nasse Folks gezogen?!)
Die 17-jährige Katy ist ein Bücher-Nerd, sie hat überall im Haus Bücher verteilt, freut sich wie ein kleines Kind, wenn sie neue Bücher per Post bekommt und schreibt einen eigenen Blog über ihre größte Leidenschaft. Das macht mir Katy direkt von Anfang an sympathisch (und kommt mir sehr bekannt vor). Sie ist auf der einen Seite sehr selbstständig, da ihre Mutter viel arbeitet und sie es gewohnt ist sich um sich selbst zu kümmern, auf der anderen Seite ist sie auch eine typische Jugendliche, mit all der Leidenschaft, der Sturheit und des Chaos das dazugehört.

Katy und die Zwilinge

Da Katy in der neuen Stadt noch niemanden kennt, schlägt ihre Mutter Katy vor die Nachbarn zu begrüßen, zwei Jugendliche genau in Katys Alter. Dies ist der Moment in dem eine wunderbare Freundschaft und eine verrückte Liebe ihren Anfang nimmt. <3
Dee und Daemon sind Zwillinge. Dee ist hübsch und süß und von Beginn an vernarrt in Katy als ob sie schon immer auf sie gewartet hätte. Man könnte es fast als unheimlich bezeichnen wie Dee sich auf Katy stürzt, aber ihre liebenswerte Art macht das wieder wett.
Daemon hingegen ist herablassend und arrogant, aber ziemlich gutaussehend. Von der ersten Begegnung an ist er eklig zu Katy und will ihr sogar die Freundschaft mit seiner Schwester verbieten. Doch dann und wann zeigt sich auch eine andere Seite von Daemon. Die Art die aufmerksam und süß ist und Katy entwickelt eine Schwäche für diesen anziehenden nervigen Typ.
Auch hier habe ich eine schwache Parallele zu vielen Jugend-Fantasy-Romanen gesehen, in denen sehr überdurchschnittlich gutaussehende Wesen eine Rolle spielen! Besonders in denen sich ein Menschen-Mädchen und ein übernatürliches Wesen ineinander verlieben! Ohne allzu viel zu spoilern.
Trotz dieser nicht ganz so neuen Idee vom Mädchen und dem düsteren Typ bin ich der Meinung, dass die Autorin tolle Charaktere geschaffen hat, die für sich viel vielschichtiger sind als nur ein generischer Klischee-Charakter. Katy die erst typisch jugendlich rüberkommt entwickelt so viel Stärke und Mut und Daemon den man für einen arroganten, unnahbaren Typ mit dunklem Geheimnis halten kann ist ein so loyaler Charakter und ein großartiger Bruder. Für Katy lässt er auch mal sein wahres Ich hinter den Schutzschilden durchblitzen.
Die Begegnung mit den Zwillingen ist der Auftakt zu einer spannenden Geschichte, in deren Verlauf Katy an ihre Grenzen stoßen wird und Dinge erleben wird die sie nie für möglich gehalten hat. Viel Abenteuer, große Gefühle und brenzliche Situationen sage ich da nur!

Science-Fiction trifft Jugendroman

Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction und dieses Buch vereint zwei meiner Liebsten Genres: Jugend-Romane und Science-Fiction-Romane. Im Auftakt der „Obsidian“ Reihe wird erst an der Oberfläche der Natur und Herkunft der übernatürlichen Wesen gekratzt und man erfährt nur grob was es mit ihnen auf sich hat. Ich bin sehr gespannt ob in den nächsten Büchern die Sci-Fi-Seite der Geschichte noch mehr in den Mittelpunkt gerückt wird.

Fazit

Versteht mich nicht falsch: Ich habe hier ein wenig über die Wirren der jungen Katy gezetert, aber auch wenn ich ihr Verhalten als Charakter manchmal etwas chaotisch und stur finde, ist das Buch so wahnsinnig gefühlvoll. Es ist der wunderbare Anfang tiefer Freundschaften und Verbundenheit; einer leidenschaftlichen jungen Liebe zwischen zwei temperamentvollen und willensstarken Charakteren. Auch wenn die Geschichte ein paar Motive aufgreift, die in diesem Genre immer wiederkehren, ist es ein Buch mit einer spannenden und für die Charaktere steinigen Geschichte, die Armentrout wunderbar flüssig und mitreißend erzählt. „Obsidian“ ist eine klare Leseempfehlung von mir! Für mich ist ein Buch lesenswert und großartig, wenn die Charaktere lebendig sind und die Geschichte große Gefühle mir als Leser vermittelt und das schafft „Obsidian“ ganz eindeutig

 

Die Autorin: Jennifer L. Armentrout

Quelle: Carlsen Verlag

„Jennifer L. Armentrout lebt mit ihrem Mann und ihren Hunden in West Virginia. Schon im Matheunterricht schrieb sie Kurzgeschichten, was ihre miserablen Zensuren erklärt. Wenn sie heute nicht gerade mit Schreiben beschäftigt ist, schaut sie sich am liebsten Zombie-Filme an. Mit ihren romantischen Geschichten stürmt sie in den USA – und in Deutschland – immer wieder die Bestsellerlisten.“ Quelle: Carlsen Verlag →

 

 

 

 

Details:

„Obsidian. Schattendunkel“ – Jennifer L. ArmentroutCarlsen Verlag – 25.04.2014

Hardcover € 18,90

ISBN 978-3-551-58331-4

Verlagsseite →

„Obsidian. Schattendunke“ bei Amazon →*

Reihe:

Band 1 – „Obsidian. Schattendunkel“

Band 2 – „Onyx. Schattenschimmer“

Band 3 – „Opal. Schattenglanz

Band 4 – „Origin. Schattenfunke

Band 5 – „Opposition. Schattenblitz

 

 

©alienicious 2018


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben. Diese Rezension spiegelt meine unbeeinflusste Meinung wider. 

*Werbung: Amazon Affiliate Link

 

 

Rezension: „Ready Player One“ von Ernest Cline

Im Jahr 2044 ist die Welt ein hässlicher Ort: Die Erdölvorräte sind aufgebraucht, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Einziger Lichtblick ist die OASIS, eine virtuelle Ersatzwelt, in der man leben, arbeiten, zur Schule gehen und spielen kann. Die OASIS ist ein ganzes Universum, es gibt Tausende von Welten, von denen jede ebenso einzigartig wie phantasievoll ist. Und ie hat ein Geheimnis.

Der exzentrische Schöpfer der OASIS hat tief im virtuellen Code einen Schatz vergraben, und wer ihn findet, wird seinen gesamten Besitz erben – zweihundertvierzig Milliarden Dollar. Eine Reihe von Rätseln weist den Weg, doch der Haken ist: Niemand weiß, wo die Fährte beginnt. Bis Wade Watts, ein ganz normaler Junge, der am Stadtrand von Oklahoma City in einem Wohnwagen lebt, den ersten wirklich brauchbaren Hinweis findet. Die Jagd ist eröffnet …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer/Tor Verlag)

Meine Meinung

Dieses Buch ist ein Knaller! Soviel vorweg.

Kaum hat man die ersten Seiten verschlungen, ist man völlig in einer Welt der amerikanischen Popkultur, wird berauscht von nostalgischen Erinnerungen an vergangene Videospiele, an Songs und Filme und im gleichen Atemzug wird eine Vision der Technik ausgemalt, die VR in ein neues Licht rückt und auf eine ganz neue Ebene erhebt.

„Everyone my age remembers where they were and what they were doing when they first heard about the contest.“

(Erster Satz, Level 0000, aus „Ready Player One“)

 

Ernest Cline hat in „Ready Player One“ eine Erde erschaffen, auf der die Menschen hungern und sich Aussichtslosigkeit breit macht. Die heutigen Bedrohungen: Überbevölkerung, das Ende der Erdöl-Reserven, Hungersnöte und Arbeitslosigkeit, haben sich zu einer unumstößlichen Tatsache entwickelt. Wenige super Reiche leben im Überfluss, doch der Rest der Menschheit drängt sich in Stacks, gestapelten Trailern, zusammen und entfliehen in eine neue Realität: Die Oasis. Sie ist ein Lichtblick in der Trostlosigkeit des „Real-Life“. In dieser Computer-Simulierten Welt  kann jeder sein wer er will und jeder ein Leben führen wie er es sich gestaltet hat. Man kann Beziehungen führen, Kommunizieren, Freunde finden, alles was in der echten Welt mühsam ist oder für viele unmöglich.

Einer der Oasis Usern ist unser Protagonist: Wade Watts. Er ist grade 18 Jahre alt, etwas dicklich, unsicher und wenig selbstbewusst. Er wohnt bei seiner Tante im Trailerpark, den sogenannten Stacks in Verhältnissen die denen von Slums ähneln, seit seine Eltern verstorben sind. Freunde hat er im echten Leben nicht und seine Tante ist ihm auch nicht grade wohlgesonnen. Doch in der Oasis hat Wade das erste mal einen echten Freund gefunden.

My aunt’s trailer was the top unit in a „stack“ twenty-two mobile homes high, making it a level or two taller than the majoriity of the stacks immediately surrounding it.

(Seite 20, Level 0001, aus „Ready Player One“)

Wades Leben wird bestimmt von der täglichen Anstrengungen für sein Essen zu arbeiten, in der Oasis die virtuelle Schule zu besuchen und mit seinem Kumpel in einem virtuellen Chat rum zu hängen und natürlich zu zocken! Dieser tägliche Kreis wird durchbrochen als der geniale Kopf von GSS (Gregarious Simulation Systems) und Erfinder der Oasis: James Halliday verstribt. Sein Vermächtnis an die Welt ist ein Easter Egg, ein verstecktes Geheimnis, in der Oasis. Wer dieses Easter Egg finden kann soll sein millardenschweres Erbe antreten und die Zukunft der Oasis in Händen halten. Nachdem seine Videobotschaft in die Welt hinaus geschickt wurde entbrennt sogleich eine wilde Jagt auf das Easter Egg. Jäger entwickeln sich, Jägerclans sprießen aus dem Boden und jeder Oasis User (und das ist fast jeder auf diesem Planeten) ist auf der Suche. Doch ein Problem gibt es bei der Sache: Die Oasis ist nicht nur ein Videospiel, sie ist eine komplexe Simulation mit unendlich vielen Planeten in unzähligen Universen und es gibt keinen konkreten Hinweis unter welchem Stock oder Stein Halliday das Easer Egg versteckt haben könnte.

Die Zukunft von Virtual Reality

This message hab been embedded […] as an homage to the simulation’s direct ancestors, the coin-operated videogames […]. These three words were always the last thing an OASIS user saw before leaving the real world and entering the virtual one:

READY PLAYER ONE

(Seite 26, Level 0001, aus „Ready Player One“)

Cline erschafft eine zugleich wahnsinnig spannende Zukunft für VR, als auch eine sehr düstere. VR ist so spannend, es gibt heute schon echt coole Videospiele die VR unterstützen, doch in Clines Buch ist die Virtual Reality eine Realität die genauso präsent ist wie unsere echte Realität. Eine Welt in einer Welt. Jeder kann sich einloggen und einen Charakter nach seinen Wünschen gestalten, man kann die Haarfarbe ändern, die Hautfarbe, das Geschlecht, die Größe, man kann sein wer man schon immer sein wollte und nur das in diese Realität tragen was man von sich preisgeben will. Software verbirgt deine Emotionen, sie verzerrt deine Stimme. Menschen die unsicher sind können einen neuen Versuch starten und aus sich raus gehen. Jene die sich wegen einer Abweichung von der Norm oder einer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe ausgegrenzt fühlen können in eine neue Rolle schlüpfen. Letztlich weißt du niemals ob der Avatar der dir grade gegenübersteht und zum Beispiel aussieht wie die berühmte Jägerin und Bloggerin Art3mis nicht doch ein großer dicker Kerl in Boxershorts ist, der ungewaschen im Keller seiner Mutter rumlümmelt. So hat eine virtuelle Realtität mit all ihren Möglichkeiten so viel zu bieten, abgesehen von dem was man im echten Leben nicht erreichen kann, kann sie ja noch viel abgedrehteres bieten: Man kann als ganz anderes Wesen existieren, andere Planeten bereisen usw. doch sie hat auch ihre Schattenseite: Man ist immer in einer Welt die nur Schein ist und keiner kümmert sich mehr um die echte Welt. Und so schlägt „Ready Player One“ den Bogen vom bunten Popkornkino und der 80s-Videospiel-Party zum kritischen Umgang mit VR und technischer Revolution.

Freundschaft und Feindschaft.

Wade Watts ist vom ersten Tage des Wettbewerbs mit Feuereifer dabei und jagt als „Parzival“ dem Erbe von Halliday nach. Ich finde es so großartig wie viele Details, wie viele Anspielungen und Hinweise in dieser Geschichte eingeflossen sind! Der DeLorean aus „Back to the Future“, das Atari Game „Adventure“, Space Invaders, Pacman, Nintendo um nur ein paar Details aus einer riesigen Anzahl zu nennen. Mit dem Wettbewerb hat Wade nicht nur die entfernte Chance auf ein besseres Leben vor Augen, sondern auch eine Mission, die seine ziellosen Tage füllt. Selbst in der Oasis in der alles Möglich ist, ist ohne entsprechende Credit Summen auch wenig zu machen. Gefangen auf dem Planeten, der alle Schulen in der Oasis beherbergt hat Wade bis dahin nur wenig von der Oasis kennen gelernt. Das Buch ist von vorne bis hinten spannend, es erzählt von vielen Facetten von Freundschaft und Feindschaft, von jugendlicher Unsicherheit in einer düsteren dystopischen Welt. Ich finde die Charaktere im Buch sind wunderbar gestaltet, ausgearbeitet und liebevoll mit Leben gefüllt.

Fazit

„Ready Player One“ ist eine Zeitreise zurück in die 80er und gleichzeitig hinein in eine Vision von hochentwickelter Technik. Es erschafft für den Leser zwei ganze Welten, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Die bunte vielfältige, abenteuerliche Virtual Reality der OASIS in der jeder User sich verwirklichen und mit neuen Karten anfangen kann. Und die echte Realität am Rande des Chaos, am Ende von fossilen Brennstoffen und mit der Quittung von extremem Konsum. Trostlos, ohne Hoffnung auf ein besseres Leben. Zwischen diesen beiden Extremen begibt sich ein toller Protagonist auf ein großartiges Abenteuer, voller Freundschaft und Rivalität, voller Bedrohungen und Gefühle und natürlich ganz im schillernden Videospiel-Neonlicht der 80s. Ein fantastisches Abenteuer für alle Nerds und Geeks und jeder der sich für die 80er oder Videospiele im Allgemeinen interessiert!

 

Details:

„Ready Player One“ – Ernest Cline

Fischer Tor Verlag – 27.04.2017

Taschenbuch 9,99€

ISBN 978-3-596-70242-8

Verlagsseite →

„Ready Player One“ bei Amazon →*

 

©alienicious


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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