Archive of ‘Bücher’ category

#readbold

Seit dem 28.02.2019 ist das Programm des neuen Imprints: BOLD aus dem Hause der DTV Verlagsgesellschaft am Start. Bold hat sich jung und mutig auf die Fahnen geschrieben und genau das drücken auch die ersten 6 Bücher des neuen Imprints aus.

bold bietet ein junges, trendiges Buch-Programm, zwischen Unterhaltung und Literatur, von Autoren, die wie ihre Leser im Internet zu Hause sind. In den Geschichten werden Themen wie Liebe, Freundschaft, Familie oder gesellschaftliche Diskurse aufgegriffen. bold ist für selbstbewusste Frauen und Männer gedacht, die sich gerne an aktuellen Debatten beteiligen und Genres wie Thriller, Lovestories, Fantasy oder Mystery lieben.

readbold.de

 

„Wir. Hier. Jetzt.“ – K. A. Tucker

Wham! Das ist das Geräusch mit dem Kacey auf den Sandsack einschlägt. Sie ist mit ihrer kleinen Schwester einem gewalttätigen Umfeld entflohen und hat sich eine starke Fassade zugelegt. Dann trifft sie Trent, und alles wird sich ändern.  „Eine knisternde Liebesgeschichte um Schuld und Vergebung.“

„Too Late“ – Colleen Hoover

Mit „Weil ich Layken liebe“ hat Colleen Hoover sich so was von in mein Bücherherz gestohlen. Ihre Bücher sind so geladen von Emotionen, sie sind mitreißend, zum Weinen und zum Lächeln. Ihre Geschichten berühren einen tief. Deshalb kann ich gar nicht anders als dieser neuen Geschichte „Too Late“ entgegen zu fiebern.

Die Geschichte scheint sich an ein etwas älteres Publikum, als die Jugendbücher wie „Weil ich Layken liebe“, zu richten. Es geht um die obsessive und von Abhängigkeit geprägte Beziehung zwischen Sloan und dem Drogenboss Asa Jackson.

 

„So sieht es also aus wenn ein Glühwürmchen stirbt.“ – Maike Voß

Viola und Leon sind beste Freunde. Dann verbringen sie eine Nacht mit einander. Danach flüchtet Viola aus Angst und Panik. Leon sucht nach ihr und will ergründen was in Viola vor sich geht, aber wo ist Viola?

Dieses Buch hat mich eindeutig durch seinen Titel neugierig gemacht. Ich finde ihn genial und zuckersüß und bin gespannt welche Geschichte hinter den Glühwürmchen steckt. Das Buch verspricht eine Geschichte voller Liebe, aber auch voller Ängste.

„River of Violence“ – Tess Shape

So rot das Cover, so blutig der Inhalt: Drogen, Mord, Waffenschmuggel. Es geht um die junge Harley, die als Kind eines Drogenbarons mitten in dieses System aus Rache und Schmerz hinein geboren wird und darin aufwächst. Sie soll die Nachfolge ihres Vaters antreten, aber es ist eine Entscheidung zwischen ihrer Familie und ihrer Freiheit. Das Buch klingt nach so viel Schmerz und erinnert mich ein wenig an die Serie „Sons of Anarchy“. Es trifft auf jeden Fall meinen Geschmack und ich möchte es bald lesen.

 

„Ein wirklich erstaunliches Ding“  – Hank Green

Eines Nachts auf dem Heimweg von ihrer Arbeit findet April diese merkwürdige Skulptur. Sie nennt den die Roboter-Artige Skulptur Carl und beschließt ein Video von ihm ins Netz zu stellen. Nur Stunden später kennt jeder ihren Namen, denn die Carls sind überall auf der Welt aufgetaucht und sie hat den ersten Carl gefunden.

Es geht um aktuelle Themen: Social Media und wie Social Media unser aller Leben beeinflusst.

Hank Green ist der Bruder des Erfolgsautor John Green (z.B. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) und zusammen mit ihm betreibt er den YouTube Channel „Vlogbrothers“, der die großartige Beschreibung: „Raising nerdy to the power of awesome.“ trägt.

#thecarlsarecoming 

„Love.Her.Wild.“ – Atticus

Atticus ist Instagram Poet. Zu finden ist er als @atticuspoetry. Ein Buch voller Gedichte, Fotos und Notizen über das Leben.

 

Alle weiteren Infos zu den Büchern findest du auf der Hompage von bold → oder besuche den Instagram account: @read_bold →.

 

 

©alienicious 2019

Rezension: „Obsidian“ von Jennifer L. Armentrout

Inhalt

Als Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In dem kleinen Nest kommt sie anfangs nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln, und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber unfassbar unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau dieser Junge, dem sie von nun an aus dem Weg zu gehen versucht, ihrem Schicksal eine ganz andere Wendung geben wird …

Quelle: Carlsen Verlag →

 

Meine Meinung

Katy und ihre Mutter ziehen nach dem Tod des Vaters vom Sunshine State Florida in ein wolkenverhangenes Nest in West-Virginia um dort einen Neuanfang zu wagen. (Kommt mir das bekannt vor? Ach ja ist nicht auch Bella aus Twilight zu Beginn der Bücher vom sonnigen Phoenix ins nasse Folks gezogen?!)
Die 17-jährige Katy ist ein Bücher-Nerd, sie hat überall im Haus Bücher verteilt, freut sich wie ein kleines Kind, wenn sie neue Bücher per Post bekommt und schreibt einen eigenen Blog über ihre größte Leidenschaft. Das macht mir Katy direkt von Anfang an sympathisch (und kommt mir sehr bekannt vor). Sie ist auf der einen Seite sehr selbstständig, da ihre Mutter viel arbeitet und sie es gewohnt ist sich um sich selbst zu kümmern, auf der anderen Seite ist sie auch eine typische Jugendliche, mit all der Leidenschaft, der Sturheit und des Chaos das dazugehört.

Katy und die Zwilinge

Da Katy in der neuen Stadt noch niemanden kennt, schlägt ihre Mutter Katy vor die Nachbarn zu begrüßen, zwei Jugendliche genau in Katys Alter. Dies ist der Moment in dem eine wunderbare Freundschaft und eine verrückte Liebe ihren Anfang nimmt. <3
Dee und Daemon sind Zwillinge. Dee ist hübsch und süß und von Beginn an vernarrt in Katy als ob sie schon immer auf sie gewartet hätte. Man könnte es fast als unheimlich bezeichnen wie Dee sich auf Katy stürzt, aber ihre liebenswerte Art macht das wieder wett.
Daemon hingegen ist herablassend und arrogant, aber ziemlich gutaussehend. Von der ersten Begegnung an ist er eklig zu Katy und will ihr sogar die Freundschaft mit seiner Schwester verbieten. Doch dann und wann zeigt sich auch eine andere Seite von Daemon. Die Art die aufmerksam und süß ist und Katy entwickelt eine Schwäche für diesen anziehenden nervigen Typ.
Auch hier habe ich eine schwache Parallele zu vielen Jugend-Fantasy-Romanen gesehen, in denen sehr überdurchschnittlich gutaussehende Wesen eine Rolle spielen! Besonders in denen sich ein Menschen-Mädchen und ein übernatürliches Wesen ineinander verlieben! Ohne allzu viel zu spoilern.
Trotz dieser nicht ganz so neuen Idee vom Mädchen und dem düsteren Typ bin ich der Meinung, dass die Autorin tolle Charaktere geschaffen hat, die für sich viel vielschichtiger sind als nur ein generischer Klischee-Charakter. Katy die erst typisch jugendlich rüberkommt entwickelt so viel Stärke und Mut und Daemon den man für einen arroganten, unnahbaren Typ mit dunklem Geheimnis halten kann ist ein so loyaler Charakter und ein großartiger Bruder. Für Katy lässt er auch mal sein wahres Ich hinter den Schutzschilden durchblitzen.
Die Begegnung mit den Zwillingen ist der Auftakt zu einer spannenden Geschichte, in deren Verlauf Katy an ihre Grenzen stoßen wird und Dinge erleben wird die sie nie für möglich gehalten hat. Viel Abenteuer, große Gefühle und brenzliche Situationen sage ich da nur!

Science-Fiction trifft Jugendroman

Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction und dieses Buch vereint zwei meiner Liebsten Genres: Jugend-Romane und Science-Fiction-Romane. Im Auftakt der „Obsidian“ Reihe wird erst an der Oberfläche der Natur und Herkunft der übernatürlichen Wesen gekratzt und man erfährt nur grob was es mit ihnen auf sich hat. Ich bin sehr gespannt ob in den nächsten Büchern die Sci-Fi-Seite der Geschichte noch mehr in den Mittelpunkt gerückt wird.

Fazit

Versteht mich nicht falsch: Ich habe hier ein wenig über die Wirren der jungen Katy gezetert, aber auch wenn ich ihr Verhalten als Charakter manchmal etwas chaotisch und stur finde, ist das Buch so wahnsinnig gefühlvoll. Es ist der wunderbare Anfang tiefer Freundschaften und Verbundenheit; einer leidenschaftlichen jungen Liebe zwischen zwei temperamentvollen und willensstarken Charakteren. Auch wenn die Geschichte ein paar Motive aufgreift, die in diesem Genre immer wiederkehren, ist es ein Buch mit einer spannenden und für die Charaktere steinigen Geschichte, die Armentrout wunderbar flüssig und mitreißend erzählt. „Obsidian“ ist eine klare Leseempfehlung von mir! Für mich ist ein Buch lesenswert und großartig, wenn die Charaktere lebendig sind und die Geschichte große Gefühle mir als Leser vermittelt und das schafft „Obsidian“ ganz eindeutig

 

Die Autorin: Jennifer L. Armentrout

Quelle: Carlsen Verlag

„Jennifer L. Armentrout lebt mit ihrem Mann und ihren Hunden in West Virginia. Schon im Matheunterricht schrieb sie Kurzgeschichten, was ihre miserablen Zensuren erklärt. Wenn sie heute nicht gerade mit Schreiben beschäftigt ist, schaut sie sich am liebsten Zombie-Filme an. Mit ihren romantischen Geschichten stürmt sie in den USA – und in Deutschland – immer wieder die Bestsellerlisten.“ Quelle: Carlsen Verlag →

 

 

 

 

Details:

„Obsidian. Schattendunkel“ – Jennifer L. ArmentroutCarlsen Verlag – 25.04.2014

Hardcover € 18,90

ISBN 978-3-551-58331-4

Verlagsseite →

„Obsidian. Schattendunke“ bei Amazon →*

Reihe:

Band 1 – „Obsidian. Schattendunkel“

Band 2 – „Onyx. Schattenschimmer“

Band 3 – „Opal. Schattenglanz

Band 4 – „Origin. Schattenfunke

Band 5 – „Opposition. Schattenblitz

 

 

©alienicious 2018


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben. Diese Rezension spiegelt meine unbeeinflusste Meinung wider. 

*Werbung: Amazon Affiliate Link

 

 

Rezension: „Die Schwestern von Mitford Manor – unter Verdacht“ von Jessica Fellowes

 

London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Krieges jeder etwas zu verbergen hat.

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Piper Verlag)

Meine Meinung

Louisa

Die Protagonistin des Romans ist die 19-jährige Louisa. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und muss seit dem Tod ihres Vaters ihrer Mutter, welche Wäscherin ist, zur Hand gehen. Ihr Onkel, der nach dem Tod des Vaters zu ihnen gezogen ist zieht sie immer wieder in kleinere Gaunereien und Taschendiebstähle hinein.
Sie scheint eine graue Maus zu sein, die sich in ihr Leben und ihr Schicksal eingefügt hat. Doch dann ändert sich alles für sie, als sie durch einen Zufall von einer offenen Stelle bei den Mitfords erfährt. Sie erhält die Stelle, als Anstandsdame für die älteste Tochter, der 17-jährigen Nancy und als Hilfe im Haushalt. Sie ist sehr dankbar für die Chance und ist überglücklich aus der Großstadt und damit von ihrer Familie fort zu kommen, auch wenn sie ihre Mutter sehr vermisst. Ich finde Louisa einfach toll. Sie ist als Charakter arbeitsam und fleißig aber auch mutig und stark.
Auf ihrem durchaus chaotischen Weg zu den Mitford, lernt sie den Bahnpolizisten Guy kennen, der sie nicht mehr vergessen kann. Ihre Wege kreuzen sich wieder, als Nancy und Louisa gemeinsam Ermittlungen anstellen in einem Mordfall, der sich kürzlich für Aufsehen gesorgt hat. Eine Frau, eine Krankenschwester, wurde in einem Zug ermordet aufgefunden. Der Mörder ist unerkannt erwischt und ihre Todesumstände sind mehr als unklar.

Die Mitfords

„Glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire“ so heißt es in der Inhaltsangabe des Buches. Ich finde die Mitfords haben bisher einen eher weniger skandalumwitterten Eindruck gemacht als erwartet. Die Mitfords machen auf mich eher einen bodenständigen Eindruck. Sie kümmern sich mit Strenge aber liebevoll um ihre Töchter und ihren kleinen Sohn. Ab und an verreisen sie und besuchen Verwandte. Der Vater der Familie hat im Krieg gekämpft. Alles in allem hatte ich nach der Inhaltsangabe einen eher anderen Eindruck. Trotzdem fand ich grade das sympathisch an der Familie. Am glamourösesten ist eindeutig die älteste Tochter Nancy, die eine spitze Zunge hat, intelligent und sehr lebenslustig ist. Sie will tanzen, Bälle und Partys besuchen und stiftet sogar Louisa an sie zu decken. Louisa, die nicht minder intelligent, aber doch viel bodenständiger und da sie auf ihre Arbeit angewiesen ist, bringt sie dies nicht nur einmal in Gewissenskonflikte.

Zwei junge Ermittlerinnen

Nancys Neugierde und Louisas Vergangenheit verstricken die beiden jungen Frauen in den ungeklärten Mordfall an der Krankenschwester Nightingale. Die Krankenschwester ist eine Bekannte der Familie und es scheint eine Verbindung zwischen ihr und der Familie zu geben die in den Wirren des Krieges untergegangen ist. Besonders Louisa der das Wohl der Familie, aber auch ihre Anstellung am Herzen liegen wird bald viel tiefer in Angelegenheiten hineingezogen, denen sie aus dem Weg gehen wollte.
Hier ist besonders die Verbindung mit Guy ausschlaggebend, Guy versorgt Louisa mit Informationen aber auch Louisa teilt sich Guy mit. Ihre Verbindung ist höflich und zart, aber auch unterschwellig romantisch, da besonders Guy sich sehr zu Louisa hingezogen fühlt. Man muss sich hier wirklich nicht vor schnödem Kitsch fürchten, vielmehr ist das Buch und ihre Geschichte sehr vorsichtig erzählt und deshalb umso schöner.
Nichtsdestotrotz kommt eine Menge Spannung auf, da viele Erzählstränge (aus der Sicht von Louisa, von Guy, vom Opfer) ineinanderfließen, sich kreuzen und schließlich die losen Enden zusammengewoben werden. Es hat eindeutig großen Krimi-Charakter mit einem trickreichen Fall a la Drei ???.

Fazit

Das Buch hat eine sympathische, bodenständige, facettenreiche Protagonistin, die ich persönlich richtig toll finde, und deren Geschichte ich gerne und mit Spannung verfolgt habe. Außerdem hat Fellowes auch die Familie Mitford mit genau dem Richtigen Maß an Drama und Glamour, aber auch mit Menschlichkeit ausgestattet. Besonders die zarte und süße Verbindung zwischen Louisa und dem Bahnpolizisten Guy hat mir sehr gut gefallen. Ich finde die Darstellung des Buches, ehrlich gesagt, in der Kurzbeschreibung zu platt, da es viel weniger oberflächlich war als ich vorher angenommen hatte.
Neben den Charakteren, war die Handlung spannend, positiv verworren, die Wendungen unerwartet und Louisas und Nancys Ermittlungen mitreißend.
Falls ihr noch kein Weihnachtsgeschenk für eure liebsten Bücherwürmer habt, kann ich „Mitford Manor – Unter Verdacht“ sehr empfehlen!

 

 

Die Autorin

© Privat

Jessica Fellowes, bekannt durch ihre Begleitbücher zur weltberühmten Serie »Downton Abbey«, arbeitet als Journalistin und Referentin und war früher als stellvertretende Chefredakteurin von Country Life tätig. Sie ist die Nichte von Julian Fellowes, Schauspieler, Romanautor und Verfasser der »Downton Abbey«-Drehbücher. Jessica Fellowes lebt mit ihrer Familie, einem Labradoodle und zwei Hühnern in Oxfordshire. (Text Quelle: Piper Verlag)

 

 

 

 

 

 

Details:

„Die Schwestern von Mitford Manor – unter Verdacht“ – Jessica Fellowes

Piper Verlag – 04.09.2018

Paperback € 16,99

ISBN 978-3-86612-452-3

Verlagsseite →

„Die Schwestern vom Mitford Manor – Unter Verdacht“ bei Amazon →*

 

©alienicious 2018


Hinweise:

Das rezensierte Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Meine hier ausgedrückte Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. 

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Rezension: „Ready Player One“ von Ernest Cline

Im Jahr 2044 ist die Welt ein hässlicher Ort: Die Erdölvorräte sind aufgebraucht, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Einziger Lichtblick ist die OASIS, eine virtuelle Ersatzwelt, in der man leben, arbeiten, zur Schule gehen und spielen kann. Die OASIS ist ein ganzes Universum, es gibt Tausende von Welten, von denen jede ebenso einzigartig wie phantasievoll ist. Und ie hat ein Geheimnis.

Der exzentrische Schöpfer der OASIS hat tief im virtuellen Code einen Schatz vergraben, und wer ihn findet, wird seinen gesamten Besitz erben – zweihundertvierzig Milliarden Dollar. Eine Reihe von Rätseln weist den Weg, doch der Haken ist: Niemand weiß, wo die Fährte beginnt. Bis Wade Watts, ein ganz normaler Junge, der am Stadtrand von Oklahoma City in einem Wohnwagen lebt, den ersten wirklich brauchbaren Hinweis findet. Die Jagd ist eröffnet …

(Cover-, Text- und Zitatrecht: Fischer/Tor Verlag)

Meine Meinung

Dieses Buch ist ein Knaller! Soviel vorweg.

Kaum hat man die ersten Seiten verschlungen, ist man völlig in einer Welt der amerikanischen Popkultur, wird berauscht von nostalgischen Erinnerungen an vergangene Videospiele, an Songs und Filme und im gleichen Atemzug wird eine Vision der Technik ausgemalt, die VR in ein neues Licht rückt und auf eine ganz neue Ebene erhebt.

„Everyone my age remembers where they were and what they were doing when they first heard about the contest.“

(Erster Satz, Level 0000, aus „Ready Player One“)

 

Ernest Cline hat in „Ready Player One“ eine Erde erschaffen, auf der die Menschen hungern und sich Aussichtslosigkeit breit macht. Die heutigen Bedrohungen: Überbevölkerung, das Ende der Erdöl-Reserven, Hungersnöte und Arbeitslosigkeit, haben sich zu einer unumstößlichen Tatsache entwickelt. Wenige super Reiche leben im Überfluss, doch der Rest der Menschheit drängt sich in Stacks, gestapelten Trailern, zusammen und entfliehen in eine neue Realität: Die Oasis. Sie ist ein Lichtblick in der Trostlosigkeit des „Real-Life“. In dieser Computer-Simulierten Welt  kann jeder sein wer er will und jeder ein Leben führen wie er es sich gestaltet hat. Man kann Beziehungen führen, Kommunizieren, Freunde finden, alles was in der echten Welt mühsam ist oder für viele unmöglich.

Einer der Oasis Usern ist unser Protagonist: Wade Watts. Er ist grade 18 Jahre alt, etwas dicklich, unsicher und wenig selbstbewusst. Er wohnt bei seiner Tante im Trailerpark, den sogenannten Stacks in Verhältnissen die denen von Slums ähneln, seit seine Eltern verstorben sind. Freunde hat er im echten Leben nicht und seine Tante ist ihm auch nicht grade wohlgesonnen. Doch in der Oasis hat Wade das erste mal einen echten Freund gefunden.

My aunt’s trailer was the top unit in a „stack“ twenty-two mobile homes high, making it a level or two taller than the majoriity of the stacks immediately surrounding it.

(Seite 20, Level 0001, aus „Ready Player One“)

Wades Leben wird bestimmt von der täglichen Anstrengungen für sein Essen zu arbeiten, in der Oasis die virtuelle Schule zu besuchen und mit seinem Kumpel in einem virtuellen Chat rum zu hängen und natürlich zu zocken! Dieser tägliche Kreis wird durchbrochen als der geniale Kopf von GSS (Gregarious Simulation Systems) und Erfinder der Oasis: James Halliday verstribt. Sein Vermächtnis an die Welt ist ein Easter Egg, ein verstecktes Geheimnis, in der Oasis. Wer dieses Easter Egg finden kann soll sein millardenschweres Erbe antreten und die Zukunft der Oasis in Händen halten. Nachdem seine Videobotschaft in die Welt hinaus geschickt wurde entbrennt sogleich eine wilde Jagt auf das Easter Egg. Jäger entwickeln sich, Jägerclans sprießen aus dem Boden und jeder Oasis User (und das ist fast jeder auf diesem Planeten) ist auf der Suche. Doch ein Problem gibt es bei der Sache: Die Oasis ist nicht nur ein Videospiel, sie ist eine komplexe Simulation mit unendlich vielen Planeten in unzähligen Universen und es gibt keinen konkreten Hinweis unter welchem Stock oder Stein Halliday das Easer Egg versteckt haben könnte.

Die Zukunft von Virtual Reality

This message hab been embedded […] as an homage to the simulation’s direct ancestors, the coin-operated videogames […]. These three words were always the last thing an OASIS user saw before leaving the real world and entering the virtual one:

READY PLAYER ONE

(Seite 26, Level 0001, aus „Ready Player One“)

Cline erschafft eine zugleich wahnsinnig spannende Zukunft für VR, als auch eine sehr düstere. VR ist so spannend, es gibt heute schon echt coole Videospiele die VR unterstützen, doch in Clines Buch ist die Virtual Reality eine Realität die genauso präsent ist wie unsere echte Realität. Eine Welt in einer Welt. Jeder kann sich einloggen und einen Charakter nach seinen Wünschen gestalten, man kann die Haarfarbe ändern, die Hautfarbe, das Geschlecht, die Größe, man kann sein wer man schon immer sein wollte und nur das in diese Realität tragen was man von sich preisgeben will. Software verbirgt deine Emotionen, sie verzerrt deine Stimme. Menschen die unsicher sind können einen neuen Versuch starten und aus sich raus gehen. Jene die sich wegen einer Abweichung von der Norm oder einer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe ausgegrenzt fühlen können in eine neue Rolle schlüpfen. Letztlich weißt du niemals ob der Avatar der dir grade gegenübersteht und zum Beispiel aussieht wie die berühmte Jägerin und Bloggerin Art3mis nicht doch ein großer dicker Kerl in Boxershorts ist, der ungewaschen im Keller seiner Mutter rumlümmelt. So hat eine virtuelle Realtität mit all ihren Möglichkeiten so viel zu bieten, abgesehen von dem was man im echten Leben nicht erreichen kann, kann sie ja noch viel abgedrehteres bieten: Man kann als ganz anderes Wesen existieren, andere Planeten bereisen usw. doch sie hat auch ihre Schattenseite: Man ist immer in einer Welt die nur Schein ist und keiner kümmert sich mehr um die echte Welt. Und so schlägt „Ready Player One“ den Bogen vom bunten Popkornkino und der 80s-Videospiel-Party zum kritischen Umgang mit VR und technischer Revolution.

Freundschaft und Feindschaft.

Wade Watts ist vom ersten Tage des Wettbewerbs mit Feuereifer dabei und jagt als „Parzival“ dem Erbe von Halliday nach. Ich finde es so großartig wie viele Details, wie viele Anspielungen und Hinweise in dieser Geschichte eingeflossen sind! Der DeLorean aus „Back to the Future“, das Atari Game „Adventure“, Space Invaders, Pacman, Nintendo um nur ein paar Details aus einer riesigen Anzahl zu nennen. Mit dem Wettbewerb hat Wade nicht nur die entfernte Chance auf ein besseres Leben vor Augen, sondern auch eine Mission, die seine ziellosen Tage füllt. Selbst in der Oasis in der alles Möglich ist, ist ohne entsprechende Credit Summen auch wenig zu machen. Gefangen auf dem Planeten, der alle Schulen in der Oasis beherbergt hat Wade bis dahin nur wenig von der Oasis kennen gelernt. Das Buch ist von vorne bis hinten spannend, es erzählt von vielen Facetten von Freundschaft und Feindschaft, von jugendlicher Unsicherheit in einer düsteren dystopischen Welt. Ich finde die Charaktere im Buch sind wunderbar gestaltet, ausgearbeitet und liebevoll mit Leben gefüllt.

Fazit

„Ready Player One“ ist eine Zeitreise zurück in die 80er und gleichzeitig hinein in eine Vision von hochentwickelter Technik. Es erschafft für den Leser zwei ganze Welten, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Die bunte vielfältige, abenteuerliche Virtual Reality der OASIS in der jeder User sich verwirklichen und mit neuen Karten anfangen kann. Und die echte Realität am Rande des Chaos, am Ende von fossilen Brennstoffen und mit der Quittung von extremem Konsum. Trostlos, ohne Hoffnung auf ein besseres Leben. Zwischen diesen beiden Extremen begibt sich ein toller Protagonist auf ein großartiges Abenteuer, voller Freundschaft und Rivalität, voller Bedrohungen und Gefühle und natürlich ganz im schillernden Videospiel-Neonlicht der 80s. Ein fantastisches Abenteuer für alle Nerds und Geeks und jeder der sich für die 80er oder Videospiele im Allgemeinen interessiert!

 

Details:

„Ready Player One“ – Ernest Cline

Fischer Tor Verlag – 27.04.2017

Taschenbuch 9,99€

ISBN 978-3-596-70242-8

Verlagsseite →

„Ready Player One“ bei Amazon →*

 

©alienicious


Hinweise:

Das rezensierte Buch habe ich selber erworben.

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